Durch die Zügenschlucht von Wiesen nach Monstein

Strecke:                  Naturwege, MTB möglich

Aufstieg gesamt:      180 m

Abstieg gesamt:       35 m

HF-Durchschnitt:     95 S/min

Maximalpuls:           125 S/min

Temperatur:            -1 Grad

Zeit:                        1:23:10 Stunden

Wir begannen unsere Tour bei den Eidgenossen im Kanton Graubünden unweit von Davos. An der Bahnstation Monstein lösten wir uns am Automaten eine „half fahre Karte“ bis zur Station Wiesen. Achtung, am Stationsgebäude ist eine kleine Informationstafel und ein Knopf (Schalter). Durch betätigen dieses Knopfes wird das Lichtsignal auf Halt gestellt, sonst hält kein Zug an dieser Station! Die Fahrt mit dem Zug durch die Zügenschlucht mit ihren zahlreichen Tunnels und Brücken verging viel zu schnell.

Für Kinder ist diese Wanderung bestens geeignet, das Profil ist einfach, der Weg ist breit und es gibt genügend Abwechslung.

Marschrichtung ist vom Stationsgebäude Wiesen Blickrichtung Bahnübergang und der dann links in den Wald aufsteigende schmale Wanderweg.

Wir begannen diese etwas ruhigere Wanderung an diesem Tag an der Station Wiesen (1196,70 m.ü.M.). Also es genügt wenn ihr den Höhenmesser zum Start auf einen runden Wert programmiert. Bei uns war eine Mischung zwischen Schneefall und Nieselregen, wir bewegten uns ständig an der Schneefallgrenze. Auf den ersten einigen hundert Metern führt der Weg bergan und schlängelt sich durch den Wald. Die eine oder andere Wurzel lädt zum stolpern ein. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist der schwerste Teil geschafft und der Bärentritt erreicht. Hier stürzen zwei gebündelte Bäche mit ihrer vollen Kraft durch die Natur. Über eine kleine Brücke gelangt man auf die andere Seite, dem Vermessungspunkt vom Bärentritt. Hier müssen einige Stufen erklommen werden. Aus dem Namen kann man den Ort des Geschehens schließen. Wir befinden uns nun schon Mitten auf dem alten Zügenweg, heute auch Mobilitätsweg genannt, in der Zügenschlucht. Von hier aus kann die ungebändigte Kraft des Wassers in der urigen Natur bestaunt werden. Eisenbahnfreunde kommen an diesem Punkt wo die Bahnlinie nur kurzzeitig zwischen zwei Tunneln verläuft voll auf ihre Kosten, vorausgesetzt es wird ein Zug geknipst. Da wir bei „Mistwetter“ unterwegs waren verzichtete auf ich auf den großen Fotoapparat, wie`s der Teufel wollte gelang ausgerechnet das Foto mit dem alten digi nicht. Auf dem nun breitem Weg entlang des Landwassers werden die Wanderschritte größer. Mehrmals führt die Tour durch kurze unbeleuchtete Tunnel, irgendwann erreichen wir den Punkt Bromberz (1260m). Hier befindet sich ein Rastplatz, zu unserer Zeit liegen Holzscheide an der Grillstelle bereit. Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht, es ist bereits Ende Oktober, liegt noch eine Schicht Altschnee von 5 bis 6 Metern Stärke. Wenige Meter später wird ein prächtiges Eisenbahnviadukt unterquert und wir gelangen über eine Brücke auf die andere Seite der Schlucht. Gleichmäßig steigt der Weg an. In verschiedenen Abständen stehen Schautafeln und informieren über die Landschaft. Auch eine Schutzhütte wartet auf Wanderer. Rechts taucht nun wieder das bis dahin im Tunnel versteckte Eisenbahngleis auf, schnell ist wieder ein Fotomotiv gefunden. Unser Wanderziel ist fast erreicht, der natur belassene Weg und wir sind am Schmelzboden (1340m) angelangt. Das Gasthaus Schmelzboden lädt nicht nur zum verweilen ein, es beherbergt auch eine Bergwerksausstellung, den Platz auf und um die Terrasse könnt ihr selbst in Augenschein nehmen und das eine oder andere entdecken. Hundert Meter neben dem Gasthaus befindet sich die Bahnstation Monstein, unsere etwas ruhigere Nachmittagstour ist beendet. Klitschnass noch einen Zug fotografiert fahren wir in unser warmes Quartier. Wir waren sehr langsam unterwegs, diese oben angegebene Zeit ist für Kleinkinder kein Problem.

Unsere gehandicupten Mitmenschen im Rollstuhl können vom Schmelzboden bis zum Bärentritt und zurück den Weg unproblematisch befahren. Er ist breit, es sind auch keine Wurzeln oder andere Hindernisse. Es ist kein großes Gefälle, der Anstieg des Rückweges ist ohne Hilfe beherrschbar. Dieser Tip gilt natürlich auch für Kinderwagen. Mit dem MTB kann die komplette Strecke bewältigt werden.

Übrigens, ab der Station Monstein führt der SWISS AlpineMarathon (Gesamtlänge 78 Kilometer) bis nach Wiesen auf dieser Strecke. An der Bahnstation Wiesen können einige bahnhistorische Artikel z.B. ein Läutwerk u.a. bestaunt werden. Unmittelbar hinter diesem hölzernen Bahnhofsgebäude beginnt wieder die Welt der Eisenbahnfreunde und Naturliebhaber. Wie auch über viele andere Viadukte in der Schweiz führt ein offizieller Fußweg darüber. Wer sich wagt wird von einer der noch wenigen erhaltenen Exemplare der Hippschen Wendescheibe verzaubert. Im Ort Wiesen kann im Hotel Bellevue eine ständige Ausstellung zur Erbauung des Wiesner-Viadukts besichtigt werden. Am 3. Juli 2009 feiert(e) die Davoser Linie der Rhätischen Bahn (RhB) ihr 100-jähriges Bestehen.

Als Kartenmaterial wird empfohlen. Wanderkarte Davos Wanderland 1:50.000, ISBN 3 907 57006 5 aus dem Verlag Orell Füssli. Es sei bemerkt, auf dieser kurzen und gut ausgeschilderten Tour wird diese nicht benötigt.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um, in dieser Schlucht herrscht Steinschlaggefahr.

Viel Spaß  bei eurer Tour