Wurzener Straßenlauf, später Wurzener Steinbruchlauf

Am Mehrzweckgebäude an der Schwimmhalle in Wurzen trafen sich in den 70ern jeden Mittwoch die Volkssportläufer um ihre Olympiameilen zu laufen. Die Meilenstrecke war vom Mehrzweckgebäude bis an die Halte des Steinbruches am Breiten Berg und zurück. Anschließend gab es die Eintragung in den Meilenpass.

 In diesem Gebiet wurden Laufwettkämpfe auf drei verschiedenen Routen seit den 70ern durchgeführt. Ursache dafür war die Veränderung des Steinabbaus am Breiten Berg, dem Steinbruch zwischen Wurzen und Lüptitz.

So verlief die erste Route wie folgt. Der Start erfolgte in Wurzen im Stadion der Jugend (Höhenmesser 130m) am Start / Ziel. Gelaufen wurde eine halbe Runde und dann das Stadion durch das Tor verlassen. Auf der Lüptitzer Straße wurde in Richtung Steinbruch gelaufen. Die Strecke ist ab dem Ortsausgang Wurzen leicht ansteigend. Gerade hoch bis vor die Halde und hinter den Gärten der Straße folgend nach links. Durch die hohen Bäume war hier der einzige Streckenabschnitt auf dem man vor der Sonne geschützt war. Gelaufen wurde weiter um den Steinbruch herum und mit etwas Gefälle in den Ort Lüptitz. An der dritten Straßenlampe hinter dem Ortseingangsschild war der Wendepunkt und somit 2,5 Kilometer bewältigt. Auf dem bereits bewältigten Hinweg wurde zurück gelaufen. Im Stadion in Wurzen ankommend wurde auf der Aschenbahn nach rechts gelaufen bis zum Ziel. Eine Runde betrug 5,0 KM, entsprechend der Streckenlänge bzw. Altersklasse wurden 3 oder 4 Runden gelaufen. So steht in meinem Wettkampfbuch ein Eintrag vom Freitag, dem 9. Mai 1980, Kreis-, Kinder -und Jugendspartakiade des Kreises Wurzen, 20 KM Straßenlauf, Platz 2 in der AK 16/17 nach 1:15:27 Stunden. Für einen Sechzehnjährigen war das eine recht ordentliche Zeit. An diesem Freitagnachmittag wurde bei herrlichem Wetter gelaufen. Erst auf den letzten 2 Kilometern wurde das Rennen durch meinen Gemeinschaftskameraden Jörg Möbius entschieden. Ich musste mich mit der Silbermedaille begnügen und war ganz schön bedeppert, hatte ich doch 18 Kilometer lang das Tempo gemacht. Aber das sind eben die Geschichten vom Sport, ihren Siegern und ….. Gelaufen wurde auf der Aschenbahn und der Großteil auf dem Asphalt.

Bereits im Jahr darauf fand am Sonntag, dem 24. Mai 1981, auf einer anderen Strecke am Steinbruch die Bezirksmeisterschaft des Bezirkes Leipzig statt. Die Bagger hatten sich schon weiter gefressen. Auch bei diesem Lauf wurde im Stadion gestartet, die Strecke führte bis zum Ortsausgang in Wurzen auf der Lüptitzer Straße entlang. Am Abzweig zum ehemaligen VEB Tierkörperverwertung, vormals Firma Bertram, wurde nach rechts von der Straße abgebogen und südlich am Steinbruch vorbei gelaufen. Am Ende der Straße wurde erneut nach rechts abgebogen und in Richtung der Falkenhainer Straße gelaufen. Unmittelbar vor der Kreuzung zur Pflaumenallee befand sich der Wendepunkt. Auf dem bereits bewältigten Hinweg wurde zurück gelaufen. Im Stadion in Wurzen ankommend wurde auf der Aschenbahn nach rechts gelaufen bis zum Ziel. Eine Runde betrug 5,0 KM, entsprechend der Streckenlänge bzw. Altersklasse wurden 3 oder 4 Runden gelaufen. Diesen Tag wollte ich schnellstens vergessen, hatte ich doch nur die „Holzmedaille“ erkämpft. Gelaufen wurde auf der Aschenbahn und der Großteil auf dem Asphalt.

Im Jahr 1998 organisierte ich auf der Strecke nun die dritte Variante eines Laufes in dem Areal, den Wurzener Steinbruchlauf, er war gleichzeitig die Kreis-, Kinder-und Jugendspiele des Muldentalkreises. Der Start erfolgte in Wurzen im Stadion der Jugend (Höhenmesser 130m) am Start / Ziel. Gelaufen wurde eine halbe Runde und dann das Stadion durch das Tor verlassen. Auf der Lüptitzer Straße wurde in Richtung Steinbruch gelaufen. Die Strecke ist ab dem Ortsausgang Wurzen leicht ansteigend. Die Bagger hatten sich mittlerweile auch in die andere Richtung weiter gefressen. Gelaufen wurde bis zum Abzweig ehemals Tierkörperverwertung auf Asphalt, jedoch in nordwestliche Richtung auf dem Radweg abgebogen. Jetzt wird auf Steinsand gelaufen. Die Strecke führt um den Rest des ehemaligen Breiten Berg und dessen Steinhalte herum. Gelaufen wird bis zum Ende des Aufforstungsgebietes, also etwa bis 200 Meter vor die Rinderställe in Lüptitz. Hier ist der Wendepunkt 2,5 Kilometer, auf der gleichen Strecke Auf dem bereits bewältigten Hinweg wurde zurück gelaufen. Im Stadion in Wurzen ankommend wurde auf der Aschenbahn nach rechts gelaufen bis zum Ziel. Eine Runde betrug 5,0 KM, entsprechend der Streckenlänge bzw. Altersklasse wurden 1 oder 3 Runden gelaufen. Für die Streckenlänge 7,5 Kilometer befand sich ein weiterer Wendepunkt. Hier wurde wie folgt gelaufen. Eine 5 Kilometer lange Runde und anschließend noch 2,5 KM, der Wendepunkt befand sich hier auf der Kreuzung am Abzweig ehemals Tierkörperverwertung / Radweg. Im Jahr 1999 organisierte ich auf dieser Strecke die Bezirksmeisterschaften des Bezirkes Leipzig im Straßenlauf. Wie auch in den Vorjahren waren die Pokale und Medaillen sehr begehrt. Aus logistischen Gründen organisierte ich diese Veranstaltung in den darauf folgenden Jahren in Hohburg als Hohburger Steinbruchlauf weiter, aber das ist eine anderere Sache.

Ich selbst nutzte dieses Areal „Übungsplatz – jetzt Stadtwald“ mehrere Jahrzehnte als meine Trainingsstätte. Treuer Begleiter waren war der Schäfer und seine Herde. War es bis 1992 ein Übungsplatz der Sowjetarmee und ein sehr natürliches Geläuf erfolgte einige Jahre später ein nicht unbedingt in allen Punkten schönes Projekt. Es erfolgte die Aufforstung des Platzes als Stadtwald im Areal Spitzbergpark. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich niemals gedacht, daß die winzigen Bäume ohne Pflege so gut anwachsen. Sie wurden lediglich gegen Wildverbiss durch verschiedene Gatter geschützt. In den Folgejahren wurden recht schnell Wege aus Steinsand angelegt was ich als ungünstig empfinde. Schnell wurden Abfälle abgelagert, Glas zerschmissen und eine „Allee für Hundekot“ geschaffen. Einige Hunde dachten wohl oftmals, daß unsere Wadenbeine für sie gute Nahrungsquellen sind? Obwohl diese neuerlichen Begleitumstände nicht gerade schön sind bleibt dieses Gebiet gut geeignet für das Training. Als abwechslungsreich habe ich die Schilder über verschiedene Tiere unserer Heimat und der angepflanzten Bäume empfunden. Es ist nur schade das diese schon mehrmals beschädigt wurden. Mittlerweile ist es sogar so weit, das die Schilder über die Winterperiode zum Schutz vor Beschädigung demontiert werden. Im Jahr 2005 wurden durch Vandalen 22 große und mittlere Bäume gefällt, die überdachte Sitzgruppe stark beschädigt das sie einsturzgefährdet war und abgerissen werden musste. Das Holz wurde zu illegalen Lagerfeuern benötigt. An uns gehen diesen Sachen nicht unbeeindruckt vorüber, dennoch nutzen wir dieses Gelände zum Sport, der Entspannung und Erholung. Fasane, Kaninchen, Rehe und neuerdings (2007) auch Wildschweine haben dieses Naturschutzgebiet in Beschlag genommen und sind uns treue Begleiter.

Im Spitzbergpark kann auf verschieden langen Strecken gewandert, gelaufen oder geradelt werden. So gibt es Runden über 4,5 und 6,8 Kilometer. Der Anstieg zum Spitzberg kostet einige Kraft.

Viel Spaß  bei eurer Tour