Entlang der Eisenbahnviadukte

Wiesen Station (1211m) – Wiesner Viadukt (1195m) –Schönboden (1228m) – Landwasserviadukt A-Punkt über Tunnel (1080m) – Landwasser (1012m) – Landwasserviadukt A-Punkt (1084m) –Landwasser (1012m) – Leidboden (1090m) – Wiesner Viadukt (1195m) – Wiesen Station (1211m) 


Strecke:                         Naturwege, Geröll, Asphalt

Länge:                           ca. 13 km

Aufstieg gesamt:             441 m

Abstieg gesamt:              448 m

HF-Durchschnitt:           97 S/min

Maximalpuls:                 153 S/min

Temperatur:                  sehr warm

Zeit:                             3:31:53 Stunden


Diese Wanderung ist für Kinder geeignet.

Eine schöne Tour erwartet die Wanderer und auch Eisenbahnliebhaber in der Schweiz im Kanton Graubünden. Wir begannen unsere Tour an der Bahnstation Wiesen (1211m), der Höhenmesser ist auf diese Höhe zu programmieren. Unsere Anreise hierher erfolgte aus Richtung Davos (1560m) mit der Rhätischen Bahn (RhB).

Auf Schusters Rappen wandern wir von der Bahnstation Wiesen (1211m), begonnen mit der Überquerung des Bahnüberganges, vorbei am Eselstall über das Wiesner Viadukt. Hierbei handelt es sich um eines der bekanntesten und wertvollsten Brückenbauwerke in Graubünden. Bei meiner ersten Teilnahme beim SwissAlpine Postmarathon führte die Laufstrecke direkt neben dem fahrenden Zug über das mit Bohlen belegte Viadukt. Der Zug mit Angehörigen, Fans und treuen Begleitern überquerte damals zeitgleich wie ich dieses Bauwerk. Es war eines meiner ersten Erlebnisse während dieses Ultralanglaufes, aber das ist eine andere Geschichte. Übrigens ist der Verlauf des SwissAlpine bzw. Landwasserlaufes bis Filisur auf dieser Wanderstrecke. Das ist heutzutage fast noch genau so. Nur wurde in den letzten Jahren das Viadukt erneuert und auch der Fußweg mit Geländer erneuert. Am Ende des Viaduktes steht eine Hippsche Wendescheibe, ein Signal von denen es nur noch wenige gibt. (Weitere Exemplare stehen in den Hauptwerkstätten der RhB in Landquart und im Verkehrshaus Luzern.) Die hier lang führende Bahntrasse wird auch Landwasserlinie genannt, das 100-jährige Jubiläum war im Jahr 2009. Kurz hinter dem Viadukt befindet sich links im Wald eine schöne Fotostelle. Kerstin und ich wandern nach zwei fotografierten Zügen nun weiter. Bei frischer Luft und in grüner Natur geht es über zahlreiche Wurzeln auf dem Naturweg bis zum Schönboden (1228m). Hier befindet sich auch ein Rastplatz. Weiter in Richtung Landwasser Viadukt. Unterwegs kommt der Weg bis auf wenige Meter erneut bis zum Bahngleis heran. Diese Stelle ist zum knipsen geeignet. Wie in der Schweiz nicht anders gewohnt stehen auch hier überall Wanderwegweiser und man kann den Abzweig zum Aussichtspunkt über dem Landwassertunnel nicht verfehlen. Ein Zug naht aus Richtung Chur und gibt Signal, ich beeile mich um schnell eine geeignete Fotostelle zu finden. Alles klappt noch rechtzeitig. Nach einigen Metern im Anstieg erreichen wir nach 1:15 Stunden den Aussichtspunkt (1080m). Während der kompletten Rekonstruktion dieses bekannten Motivs schweizer Eisenahnbaukunst im Jahr 2009 wurde auch ein schöner Aussichtspunkt mit interessanter Informationstafel zum Bau und der Geschichte auf dieser Seite des Viadukts geschaffen. Nach einigen Minuten setzen wir unsere Wanderung fort und steigen nach wenigen Hundert Metern vom Hauptweg einige Naturstufen hinab. Hier kann seit neuestem die Bahnstrecke durch eine kleinen Stollen unterquert werden. Auf dem schmalen Naturweg durch den Wald geht es weiter bergab. Das rauschen des Landwassers wird immer deutlicher. Die kleine Steinbrücke wird überquert. Auf dem Parkplatz muß man sich rechts halten und auf der naturbelassenen Fahrstraße wieder in den Wald gehen. Im Flußbett stehen zahlreiche Steinmännl. Das Wasser tobt hier schon. Bei unserer Tour im Jahr 2010 war der schmale Weg von Stein zu Stein durch das Landwasser geflutet. Etwa 50 Meter weiter führt eine Behelfsbrücke aus Bohlen über das Gewässer. Kinder sollten hier sicher geführt werden, es gibt kein Geländer. Etwa 100 Meter nach der Brücke geht unscheinbar der Weg links ab zum Aussichtspunkt. Wer rasten will ist gut beraten noch etwa weiter 200 Meter weiter zu wandern, ein idyllischer Rastplatz auch für den Nachwuchs ist hier angelegt. Hier steht ebenfalls eine große Informationstafel zum Bau des Viaduktes. Aber wir gehen erst einmal nach links und steigen steil über Naturtritte und Wurzeln zum Schmittentobel Viadukt. Der Puls rast. Der vorangegangene letzte Streckenabschnitt ist bei Regen und Schnee sehr gefährlich. Unsere Wanderstöcke bewähren sich wieder einmal. Durch den rechten Bogen verläuft der Wanderweg weiterhin steil bergauf. Auch hier ist eine schöne Fotostelle. Nach wenigen Minuten ist der Aussichtspunkt mit Blick auf das Landwasserviadukt und den Landwassertunnel erreicht. Der Höhenmesser zeigt 1084 Meter und 1:42 Stunden an. Nur wenige Leute (max. 10) haben hier Platz. Nun heißt es warten bis der erste Zug als Motiv herhält. Und es dauert auch diesmal nicht lange, dann kann die Knipse eingeschaltet werden. Diese mit großer Ingenieurkunst erbaute Eisenbahnstrecke, die Albula-und Berninalinie, wurde im Jahr 2008 in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Zu den Feierlichkeiten hatte man extra einen Bahnsteig hierher gezimmert. Am Viadukt zeigten Akrobaten ihre Künste, leider spielte das Wetter nicht mit. Nach etwa 2 Stunden ist an diesem Tag genug gesichtet und der Rückweg wird angetreten. Wir steigen ab und halten uns im Tal links in Richtung Brückenpfeiler. Auf einer kleinen Holzbrücke überqueren wir das tobende Landwasser (1012m). Wir entschließen uns erst einmal richtig abzukühlen, denn an diesem Wandertag ist wieder prächtiges Wetter. Herrlich das kühlende Wasser und schmecken tut es auch. Wir setzen nun unsere Tour fort und müssen mehrfach über umgestürzte Bäume klettern. Der Weg führt nun erneut über eine als sehr wackelig einzustufende Brücke. Höhenmeter werden gefressen. Den Leidboden (1120m) erreichen nach 2.51 Stunden reiner Wanderzeit. Mehrere Wegweiser verunsichern Frank, er zückt seine Wanderkarte, aber zwischenzeitlich ist er von einem Schwarm Mücken oder Stechfliegen attackiert worden. Sch..... Wir wandern zügig weiter und das Wiesner Viadukt kommt in Sichtweite. Auch aus dieser Perspektive erschließt sich ein schöner Fotopunkt. Und ein Zug in Richtung Filisur rollt über das Viadukt. Der Weg verläuft auch hier durch einen Brückenbogen und der Blick in verschiedene Tobel entschädigt einmal mehr für diese mittlerweile anstrengende Wanderung. Nach etwa 300 bis 400 Metern ist der Bahnübergang neben der Station Wiesen (1211m) erreicht. 3:31:53 Stunden waren wir reine Wanderzeit unterwegs. Der Ausflug dauerte reichlich 10 Stunden mit allen Pausen zum knipsen der Züge. Noch schnell das Läutwerk und andere bahnhistorisch wertvolle Elemente abgelichtet und dann erst einmal mit frischem Quellwasser abgekühlt. Schmecken tut es allemal. Das alte Stationsgebäude beherbergt eine kleine Ausstellung zum Bau des Wiesner Viadukts.

Als Alternative zu dieser Wanderung kann auch in die andere Richtung, also in Richtung Davos (1560m), gewandert werden. Vorbei am Bärentritt auf der alten Zügenstraße durch die Zügenschlucht mit ihren kleinen unbeleuchteten Tunnels bis zur Station Monstein ist ebenfalls ein Erlebnis. 

Seit 1997 haben wir in der Landschaft Davos nicht so gleichbleibend gutes und warmes Wetter erlebt.

Als Wanderkarten sind für diese Tour zu empfehlen: „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag, ISBN 3 907 57006 5 oder „Davos, Arosa, Prättigau, Klosters“ im M 1:50.000 aus dem Kompassverlag, ISBN 978-3-85491-462-4.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour