Weissfluhjoch (2663m) – Wasserscheide (2629m) – Weissfluhgipfel (2838m) – Wasserscheide (2629m) – Weissfluhjoch (2663m) – Davos Dorf (1593m)

Strecke:                  Geröll, Naturweg, Asphalt

Aufstieg gesamt:      249 m

Abstieg gesamt:       1316 m

HF-Durchschnitt:     109 S/min

Maximalpuls:           143 S/min 

Temperatur:            4 Grad Berg, 12 Grad Tal

Zeit:                       3:54:00 Stunden

Wir begannen unsere Tour bei den Eidgenossen im Kanton Graubünden im weltbekannten Davos Dorf (1593m), Europas höchst gelegener Stadt.

An der Standseilbahnstation Parsenn begannen wir die erste Etappe, genossen die Fahrt in einer dieser roten Bahnen. Gemächlich erfolgte die Fahrt auf den Berg. Auch für Leute die große Abneigungen gegen Seilbahnen haben, absolut kein Problem. Die Fahrt in der Standseilbahn ist mit einer Zugfahrt Bergauf zu vergleichen. Die Bergfahrt (Talfahrt ebenfalls) erfolgt mit umsteigen in zwei Sektionen.

Oben ausgestiegen genießen wir am Weissfluhjoch (2663m) die grandiose Aussicht in Richtung Süden, also zum Scaletta-und Sertigpass. Im Gebäude der Seilbahnstation steht ein Wegweiser mit den verschiedenen Wanderzielen, Wegnummern und Richtzeiten. Auch ein Schild mit der Höhenangabe 2663 Meter ist dort angebracht.

Kerstin und ich programmieren die Höhenmesser in unseren Pulsuhren auf 2663 Meter. Bei klarem aber sonnigem Wetter beginnen wir unsere Wanderung in Richtung Weissfluhgipfel der 2838 Meter hoch sein soll, Sollzeit 45 Minuten. Schnell sind wir dem Gewimmel der „Sonntagstouristen“ entflohen. Die ersten paar Hundert Meter bis zur Wasserscheide (2629m) sind leicht abfallend. Hier steht wieder ein großer Pfahl mit vielen Wegweisern und einer Höhenangabe (2629m), auf dem Erinnerungsfoto zähle ich später 14 Wanderziele. Erneut die Sollzeit 45 Minuten ? Wir biegen in Richtung Westen ab und beginnen den Aufstieg. Mit raus geschraubten Teleskopwanderstöcken und hochgestreiften Ärmeln macht Kerstin ganz schön Druck. Der Weg ist mittlerweile an einigen Stellen mit Schnee bedeckt, aber es gibt Keinerlei Probleme. Ich lege ab und an einen Fotohalt ein. Als ich das große Objektiv (Brennweite 200) nutzen will, läßt mich meine Knipse im Stich. Mehrfaches „basteln“ nützt nichts, ich muß doch das kleine Objektiv weiter nutzen. Scheibenkleister. Eigentlich ist der Anstieg viel zu kurz, nach 44:05 Minuten haben wir unser erstes Ziel, den Weissfluhgipfel (2838 Meter), erreicht. (Kerstin ist durchweg gewandert, ich habe mehrmals geknipst und bin dann immer hinterher gerammelt.) Als ich die Höhe von meinem Höhenmesser ablese gerate ich ins grübeln. Ich hatte wohl meinen Höhenmesser am Ausgangspunkt 100 Meter zu tief programmiert. Passiert halt, ist aber nicht weiter tragisch. So mußte ich eben eine neue Trainingseinheit eröffnen um den Höhenmesser nun richtig programmiert nutzen zu können. Wir nehmen einen Gipfeltrunk, Kerstin Wasser und ich Vita Cola. Dann genießen wir die herrliche Aussicht mit dem 360 Grad Panorama, den scheinbar mit Puderzucker bestreuten Gipfeln. Mir geht durch den Kopf, das ich dort viermal während des SWISS AlpinePostmarathon (lange Strecke) und SWISS AlpineMarathon (K42) durch diese Gipfel mit all ihren Gefahren. Gröll, Steinschlaggefahr, Rutschgefahr im Schnee, Matsch, Erschöpfung, Kälte, Hitze, durchgelaufen bin und heute noch von diesen Erlebnissen zehre. Einfach herrlich. Unser Proviant bestehend aus Obst und anderen Köstlichkeiten schmeckt ausgezeichnet. Nach einiger Zeit beschäftige ich mich wieder mit meiner Knipse, schließlich „will“ ich das große Objektiv nutzen. Irgendwann funktioniert endlich wieder alles. Rund eine Stunde verweilen wir auf dem Gipfel, leider vergeht wie so oft die Zeit viel zu schnell. Mittlerweile haben viele Wanderfreunde den Gipfel erklommen und es wird nicht nur eng, sondern auch laut. Wir setzen unsere Wandertour mit dem Abstieg fort. Schnell ist die Wasserscheide (2629m) erreicht. Einige Male muß aber dennoch geknipst werden, am Weissfluhjoch (2663m) wird nochmals kurz verweilt und die Aussicht in die majestätisch erscheinende Bergkette im Süden genossen. Weiter geht es auf Schusters Rappen nun annähernd parallel zur Standseilbahn bergab in Richtung Davos. Wir nehmen den Wanderweg westlich der Stützmauern der Bahn. Immer öfter vernehmen wir das pfeifen der Murmeltiere, sehen aber jedoch keinen dieser drolligen Gefährten. Auf 2448 Metern befindet sich ein kleiner Bergsee, eine Pause gibt es hier allerdings für uns noch nicht. Dahinter befindet sich ein Meßfeld des Eidgenössischen Institutes für Schnee-und Lawinenforschung (SLF). Wie den Traversen folgend wandern wir talwärts. Für alle die hier bereits lahm sind, hier befindet sich eine Haltestelle der Standseilbahn der oberen Sektion. Wir haben mittlerweile den Eindruck, der Weg hat kein Ende. Der Enzian am Wegesrand wird immer weniger und so machen wir doch noch einmal Rast. Von oben schauen wir auf die höchstgelegene Stadt Europas, Davos (1560m). An uns kommt ein Bursche mit schlecht verbundener und blutender Hand auf dem MTB bergauf vorbei. Mein Gedanke war sofort, wie will der hier hoch kommen. Wir setzen unsere Tour fort und wenige Minuten später rollt der MTB Fahrer an uns vorbei. Wie so oft beobachte ich die Bahnen, diesmal allerdings die Standseilbahnen und knipse einige von ihnen. Für all jene die hier müde werden besteht nun noch die Möglichkeit auf kürzestem Weg zur „Mittelstation“ der Bahn zu wandern. Für uns zu keiner Zeit eine Frage, auch wenn jeder von uns im Wanderschuh bereits die eine oder andere Zehe spürt. (Kerstin und auch ich haben später je zwei blaue Zehennägel.) Aus den Latschen sind nun Lärchen geworden und wir befinden uns im Wald. Der Weg ist etwas befestigter aber immer noch sehr weich und angenehm zu gehen. Links des Weges befindet sich die Büschalp, wie fast überall in den Bergen eine Tränke am Baumstamm für durstige Wanderer. Die höher gelegenen Häuser in Davos in der asphaltierten Börtjistraße sind erreicht. Wie nun weiter, nach links oder rechts auf der Hohen Promenade ? Schließlich muß ich doch den Ortsplan rauskramen und ganz unwillkürlich bleiben wir nochmals auf einer Bank sitzen. Nach links weiter wandern. Auf den Straßen, Hohe Promenade und Salzgäbastraße kämpfen wir uns die letzten Meter bis zu unserem Ausgangspunkt am „Dorfteich“ in Davos Dorf (1560m), die Höhenmesser zeigen 1593m, vor. Eine schöne Wanderung, ist nach knapp vier Stunden beendet, die Eindrücke aus der Landschaft sind wie so oft unvergesslich. Die letzten rund zweieinhalb Stunden waren wir nicht sonderlich zügig unterwegs, also man kann ohne Probleme einige Minuten schneller sein. 

Wir haben schon zahlreiche Touren in Wander-oder Laufschuhen, mit dem Rennrad oder MTB um das schöne Davos erkundet. Die eine oder andere Tour haben wir bereits mehrfach absolviert, es wird nicht monoton.   

Für geübte kleine Kinder ist der Etappenabschnitt, Weissfluhjoch zum Weissfluhgipfel und die Fahrt mit der Standseilbahn sicherlich ein Erlebnis. Die gesamte Tour könnte für die Knirpse etwas zu lang und langweilig werden.

In Davos befindet sich auch der Start und das Ziel des SWISS AlpineMarathon über 78 Kilometer, dem höchstgelegenen Ultralanglauf der Welt. Jeder der das Ziel dieses legenderen Laufes erreicht bekommt im Stadion dann einen  B................. überreicht. Bis dahin muß man nicht nur fleissig trainieren, aber seht selbst. Alternativen gibt es auch auf den anderen Laufstrecken dieser ausgezeichnet organisierten Veranstaltung. Blutige Volksläufer kommen bei den wöchentlichen Seeläufen während der Sommermonate über wahlweise 4 oder 8 KM hundertprozentig ins Ziel. Am Davoser See stehen Kilometermarken, also zum Training in der Höhenluft sehr gut. Vor den vielen Eichhörnchen zwischen See und Bahngleis sollte man nicht erschrecken.

Eisenbahnfreunde kommen wie überall im schweizerischen Graubünden auf ihre Kosten. Am Bahnhof Davos Platz steht noch ein altes Läutwerk zwischen den Bahnsteigen. Am 3. Juli 2009 feiert(e) die Davoser Linie der Rhätischen Bahn (RhB) ihr 100-jähriges Bestehen. Also das Gleis zwischen Davos und Filisur mit dem weltbekannten Wiesner-Viadukt über das Landwasser.

Sammler von Stocknägeln und kleinen Aufklebern müssen mittlerweile schon etwas Spürsinn entwickeln um das anvisierte Andenken zu erwischen. Ich habe gehört, Kühe aus Porzellan oder Holz gibt es auch in verschieden Alpenorten. Von Frankreich bis Slowenien sind diese bereits Kult. Es ist ratsam die Größe seiner bisherigen Schmuckstücke einigermaßen zu kennen. Aber man kann ja schließlich nicht für alles Spickzettel einstecken haben.

Als Kartenmaterial wird empfohlen. Wanderkarte Davos Wanderland 1:50.000, ISBN 3 907 57006 5 aus dem Verlag Orell Füssli. Es sei bemerkt, die Wanderroute ist mit Wanderwegweisern ausgezeichnet markiert.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour