Ramsau bei Berchtesgaden (636m) - Watzmannhaus (1930m) - Watzmann (2651m)


Ramsau/ Bartlerlehn - Watzmannhaus: Naturwege, Turnschuhe ausreichend, Wanderstöcke

Aufstieg: 1205m
Zeit: 2:26:00 Stunden bei schnellem Schritt
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Unser Ziel war wieder einmal eine Wanderung zum Watzmannhaus.
Die Tour kann in Ramsau am Parkplatz Wimbachbrücke (636m) begonnen werden. Neben der Bushaltestelle steht ein Schild zur Programmierung der Höhe für die Pulsuhr. Vorbei am Bartlerlehn wird anfangs auf der Forststraße gewandert. Schon bald erscheint das Tor zum Eingang des Nationalparkes Berchtesgadener Land. Die Tour geht jetzt auf dem Waldweg weiter und wird langsam steiler. Beim richtigen Stockeinsatz ist der Gang aufrecht und die Atmung fällt wesentlich leichter. Es dauert nicht lange, dann wird die Stubenalm (1100m) passiert. Außer ein paar Kühen trifft man hier keinen. Weiter geht es auf dem Wanderweg Nr. 441. Die leichten Passagen lassen sich nach wie vor gut wandern. Rechter Hand steht die Hütte für die Materialseilbahn zum Watzmannhaus. Wer durch die Bäume schaut sieht das Tagesziel. Nach einiger Zeit steht links des Weges ein Inri und es ist die Mitterkaser Alm (1394) erreicht. Für all jene die hier einkehren wollen, diese Hütte ist nicht ständig besetzt. Weiter geht`s, kurz nach der Waldkante muß nun gestiegen werden. Erster Enzian taucht auf, auch Gemsen habe ich hier schon mehrmals gesehen. Aber es wandert sich gut. Später erscheint eine Versuchsanlage für Blitzmessungen. Gleichmäßiges wandern zahlt sich wie immer aus. Der Wald wird verlassen und karge Vegetation steht nun am Wegesrand. Die Falzalm (1930m), eine verfallene Hütte die aber bei Unwettern sehr guten Schutz bietet, wird passiert. Erneut ist unser Tagesziel zu erspähen. Wenig später kommen wir an eine „Kreuzung“, hier stößt der Weg von der Kührointalm zu uns. Kleine Leute müssen sich ganz schön mühen ihre Beine anzuheben und zu steigen. Der Muskelkater am darauffolgenden Tag ist vorprogrammiert. Aber auch eine schöne Aussicht bietet sich hier, die Watzmannkinder. Entlang am Fels, der Weg ist noch breit. Später dient den Unsicheren ein Drahtseil zur Unterstützung. Unter normalen Bedingungen, also ohne Schnee, kommt auch ein blutiger Tourengeher hier hoch. Hier sei bemerkt, wer nach dem Winter hier hoch wandert stößt meistens auf Schnee. Kleinkinder sollten an dieser Stelle unbedingt ein Klettergeschirr tragen und angeseilt sein ! Bei Regen tummeln sich die kleinen schwarzen Alpensalamander auf den Wegen. Nach wenigen hundert Metern ist schon das Plateau erreicht. Zum Ziel, dem Watzmannhaus, sind es noch einhundert Meter. Eine himmliche Ruhe ist die Belohnung. Da es außer dem Materialseil keine Seilbahn hier hoch gibt trifft man keine Faultiere und Wegeverschmutzer. Sofort sollte die verschwitzte Oberbekleidung durch trockene ersetzt werden um sich nicht zu erkälten. Im Watzmannhaus (1930m) gibt es das gut schmeckende und erfrischende Skiwasser. Auch der Hüttenstempel steht und das Tourenbuch liegen aus. Von der Teerasse hat man einen schönen Rundblick über den bewältigten Aufstieg. Von vor dem Haus das mächtige Panorama des Watzmannes.

Wer seine Tour mit einer Besteigung des Watzmannes fortsetzen will muß nun Wanderschuhe anziehen. Ungeübte haben auf den Klettersteigen allerdings nichts zu suchen. Anfangs ist es ein normaler Wanderweg, wenig später müssen die Füße ordentlich gehoben werden. Ein Seil steht zur Verfügung, ich denke die schwerste Stelle ist passiert. Das Hocheck ist sichtbar. Etliche Weg-und Höhenmeter müssen noch bewältigt werden. Konzentration und Trittsicherheit sind jetzt gefragt. Das Watzmann Hocheck (2651m) ist erreicht, ein Foto vor dem Gipfelkreuz der Beweis. An der unterhalb liegenden Schutzhütte ist eine Lochzange. Aber sofort zurück auf den Gipfel und sich einen Platz auf dem Stein sichern um die bei gutem Wetter schöne Aussicht zum Königssee genießen zu können. Der Abstieg geht locker.
1993 absolvierte ich meine erste Wandertour in Marathonschuhen von Ramsau zum Watzmannhaus. Es war ein Erlebnis, allerdings fing es auf dem Rückweg an zu gießen, Wasser und Schaum drückte es aus den Schuhen.
1994 plante ich eine Familientour mit Hüttenübernachtungen. Königssee – Kühroint Alm – Watzmannhaus – Watzmann – Wimbachgrieß-Hütte – Steinernes Meer – St.Bartholomä war unser Plan. Unser Sohn war damals sechs Jahre alt, somit gab es an dem Klettersteig wo das Seil gespannt ist zwischen Kühroint Alm und Falzalm die ersten Probleme. Diese meisterten wir allerdings ausgezeichnet. Unterhalb des Plateau Watzmannhauses war viel Schnee, das Drahtseil war zugeschneit. Der pfiffige Wirt hatte bereits ein zusätzliches Seil über dem Schnee gespannt, allerdings war Schnee weggebrochen und ein riesiges Loch. Mit viel Mut passierten wir diese Stelle auf einer schmalen Steinplatte mit unserem Sohn. Im Nachhinein muß ich einschätzen – zu viel riskiert – ich würde es nie wieder machen ! Am Abend zog ein Gewitter über das Haus, es hat gekracht was das Zeug hielt. Am nächsten Tag wollten wir sehr zeitig auf den Watzmann, aber es schneite unaufhörlich, mehrere Verschiebungen hatten keinen Sinn mehr. Um dort oben nicht in unserem kostbaren Urlaub einzuschneien entschloß ich mich für den Abstieg. Die bereits erwähnte Schneepassage wurde wieder zum Problem, Schneefall ohne Ende, keine Sicht, der restliche Abstieg erfolgte bei strömenden Regen. Letztlich brachen wir unsere sorgfältig geplante Wanderung ab.
1995, beim dritten Versuch muß es klappen. Quartier im Bartlerlehn bezogen sprach ich täglich abends das Wetter mit Herrn Wegscheider, dem Bauern, durch. Am 28. Juni 1995, ca. 06.30 Uhr, brach ich zum dritten Versuch auf. Schönes Wetter, durchweg zügig bis zum Watzmannhaus gewandert, ca. 30 Minuten Rast, anschließend Aufstieg zum Watzmann Hocheck. Geschafft, super. Den Abstieg vom Watzmann bis nach Ramsau habe ich anschließend in einem Stück bewältigt. Zum Kaffe und Kuchen war ich schon wieder im Bartlerlehn.
2000, im Oktober, wanderten wir erneut von Ramsau zum Watzmannhaus, allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen.
2002, am 16. Juli, war erneut eine Hüttentour in dieser Region und dem Höhepunkt der Besteigung des Watzmannes geplant. Diesmal in der Mittagszeit aufgebrochen wurde erneut straff (vergleiche beiliegende Kurve) bis zum Watzmannhaus gewandert, bereits nach fünf Minuten Pause, ging es weiter. Erneut hatten wir Pech, der „Sack“ zog zu, in den dichten Wolken war die Orientierung nicht mehr gegeben und somit mußte erneut die Gipfelbesteigung abgebrochen werden.
2004, am 8. August, wurde als Cross-Imitation mit Skistöcken vom D/C-Kader des Deutschen Skiverbandes im Skilanglauf von Ramsau, Parkplatz Wimbachbrücke, über Schapbach Alm und Kühroint Alm bis zum Watzmannhaus und der Rückweg über Mitterkaser Alm in 2:56:26 Stunden absolviert.
Übrigens, im Winter ist die Forststraße zwischen Ramsau und Kühroint Alm eine herrliche Rodelbahn. Allerdings ist im Winter dort oben alles geschlossen. Wer ein dringendes Bedürfnis oder einen Notfall hat der findet auf Kühroint einen kleinen Stützpunkt vom Bundesgrenzschutz der wohl immer besetzt ist.
Ansonsten wird für diese Wanderung Trinkflasche, Riegel, Wetterjacke, Handschuhe, Mütze, Wechsel
T-Shirt und Fotoapparat empfohlen.
Vergeßt bitte nicht, ihr bewegt euch im Nationalpark und auch andere wollen die herrliche Pflanzen-und Tierwelt noch erleben. Bleibt auf den Wegen und pflückt keine Blumen.
Hüttenstempel und Stocknagel nicht vergessen.
Die Wege sind alle gut ausgeschildert, es wird empfohlen als Wanderkarte die Regio-Cart vom Berchtesgadener Land M 1:30.000 oder der Kompass Wanderführer von der Fleischmann GmbH
(ISBN 3-87051-355-1).
Um Kindern die Pflanzen-und Tierwelt zu erklären und etwas Abwechslung in die Tour zu bringen gibt es kleine Taschenbücher ebenfalls aus dem Kompass Verlag.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.