Von Schwelle zu Schwelle nördlich der Milchhalle

Strecke:

Schwellenband

Länge:

5,8 km

Aufstieg gesamt:

8 m

Abstieg gesamt:

8 m

Zeit:   

1:16:30 Stunden


Schon lange hatte ich mir die Wanderung auf den Spuren der Schotterzüge des Steinbruches Dornreichenbach, nördlich der Milchhalle, vorgenommen.

An der Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden zweigt am Bahnhof Dornreichenbach ein Gleis in den Steinbruch Dornreichenbach ab. Der Bahnhof Dornreichenbach befindet sich ca. 3 Kilometer entfernt von dem Dorf Dornreichenbach. Der Bahnhof befindet sich somit in dem kleinen Ort Markschönstädt.

Zum Beginn der Wanderung programmiert Frank den Höhenmesser der Pulsuhr auf 150 Meter. Obwohl es Monat März ist herrscht sehr angenehmes Wetter und der Erfolg der Wanderung ist vorprogrammiert. Die ersten 150 Meter wird neben den Gleisen der Hauptstrecke gewandert. Dann zweigt das Gleis der Anschlußbahn zum Steinbruch ab. Eine Gleissperre verhindert die Einfahrt auf diese Strecke. Es dauert nur wenige Minuten und ich befinde mich im dichten Wald. Nach der ersten Linkskurve sind die Gleise demontiert, die verbliebenen Eisenbahnschwellen aus Beton sind mit Moos bewachsen. Die Natur erobert sich unübersehbar ihr Reich zurück. Trotz des sehr milden Wetters sind die am alten Bahndamm entlang verlaufenden Bäche noch zugefroren. Ich passiere den ersten von insgesamt vier Bahnübergängen. Dieser hier verbindet eine Forststraße. Kurze Zeit später sichte ich rechts eine Futterkrippe. Wild gibt es ja bekanntlich in diesen Wäldern genug, nun bin ich mir allerdings nicht sicher ob der Wald zur Dahlener Heide oder dem Wermsdorfer Forst gehört. Etwa auf dieser Höhe steht ein Lichtsignal. Links und rechts der Strecke befinden sich schmucke Gartengrundstücke. Ein weiterer Bahnübergang wird passiert. Ich habe den Wald verlassen und sehe nun bereits die Halde des Steinbruches. Nach etwa 300 Metern steht rechts ein altes Schalthaus aus Beton. Der dritte Bahnübergang wird passiert. Hier hat die Bahnstrecke die Ortsverbindungsstraße von Markschönstädt nach Meltewitz passiert. Die alte Bahnstrecke wird von Bäumen und Sträuchern gesäumt. Der Schädel eines Tieres liegt hier ebenfalls. Auch hier hat sich Brombeergestrüpp üppig ausgebreitet. Die spitzen Dornen liebe ich besonders. Das Gestrüpp ist mittlerweile so hoch das ich mal 50 Meter neben dem Gleis gehen muß. Kurz nachdem ich wieder von Schwelle zu Schwelle wandere passiere ich den vierten und letzten Bahnübergang. Dieser verbindet nur die Felder miteinander. Im Jahr 2009 habe ich hier mal drei blaue Traktoren ZT300 mit angekuppelten HTS100 (Hochdruckspritzen – Gülletransportanhänger/ Vakuumtankanhänger 10.000 Liter) geknipst. Landtechnik aus der DDR die immer noch zuverlässig ihren Mann steht. Auch an diesem Wandertag knipse ich wieder viele Bilder. Nun weiter auf dem Gleis. Etwa 200 Meter später steht rechts der alte Ölabscheider des Steinbruches. Links türmt sich die Abraumhalde auf. Nach 2,9 Kilometern habe ich den Steinbruch Dornreichenbach nach 43:45 Minuten erreicht. Von den einstigen Betriebsgebäuden und Anlagen steht nichts mehr, der Komplex wurde fast vollständig zurück gebaut. Auch alle Gleisanlagen sind hier verschwunden. Wieviele Steinarbeiter mögen hier in Lohn und Brot gestanden haben. Heute herrscht hier eine himmlische Ruhe.

Für den Rückweg benötige ich 32:45 Minuten. Nun habe ich einen weiteren Gleisanschluß einer Anschlußbahn im ehemaligen Kreis Wurzen bewandert. Auf diesen Schienen war bis vor wenigen Jahren mehrmals täglich auch eine Diesellok V15 unterwegs um die schweren Schotterwagen vom Steinbruch Dornreichenbach zum abgelegenen Bahnhof Dornreichenbach zu schleppen.

Ich habe vor meiner Wanderung in Markschönstädt ein altes Bushaltestellenschild aus längst vergangenen Tagen entdeckt und mache nun noch ein Foto. Anschließend genieße ich die Mittagssonne auf einer Bank auf dem Bahnhof. (Züge halten hier schon seit einigen Jahren nicht mehr.) Nach wenigen Minuten höre ich ein rumpeln aus Richtung Dresden. Ich staune nicht schlecht, die blaue NOHAB kommt mit einer Gleisbaumaschine angerollt.

Viele werden sich gefragt haben was der Begriff „Milchhalle“ in der Überschrift zu bedeuten hat. Etwa einen Kilometer südlich der Bahnstrecke verläuft die Bundesstraße 6 (B6). Als diese noch als Fernverkehrsstraße 6 (F6) bezeichnet wurde fuhren auch hier viele Milchautos um das weiße Gold von den Kühen zur Verarbeitung in die Molkerei zu bringen. Die LKW Fahrer legten an der gemütlichen Gaststätte Waldhof täglich ihre Pausen zum Frühstück und Schwatz ein. So wurde aus dem offiziellen Namen Gaststätte Waldhof, die über die Kreisgrenzen bekannte Bezeichnung Milchhalle. Obwohl schon seit Jahren keine Milchautos hier mehr halten, hat sich der Name bei den Leuten tief eingeprägt.

Überquert man an der Milchhalle die B6 befindet man sich im Wermsdorfer Forst. Das Gebiet mit den drei oder vier Häusern trägt den ofiziellen Straßennamen „Pusta“. Mit seinen vielen Teichen (Kirchteich, Doktorteich, Zeissigteich, Reiherteich, Dreiteiche u.v.m.) ein idyllisches Wandergebiet mit Informationstafeln und Sitzgruppen. Dieses Gebiet ist für kleine und große Wanderer bestens geeignet. Also, wer Natur und Ruhe liebt, ist hier genau richtig.

Viel Spaß bei eurer Tour