Vier-Hübel-Tour

Markt Oberwiesenthal (920m) - Bärenstein (897m) - Pöhlberg (831m) - Scheibenberg (807m) - Oberbecken Pumpspeicherwerk Markersbach (848m) - Fichtelberg (1214m)

Strecke: Waldwege, stellenweise Asphalt, einige Passagen mit Schotter, MTB möglich

Länge: 90km
Aufstieg gesamt: 2256m
Abstieg gesamt: 1963m

Wie schon in der Überschrift, es handelt sich um eine Tour - jeder will weit vorn ankommen - ihr kennt das ja. Helmpflicht. Die Straßenverkehrsordnung ist einzuhalten, Regulierer von Polizei, Feuerwehr und aus anderen Vereinen sichern die Strecke ausgezeichnet. Nach Möglichkeit sollte jeder zwei Trinkflaschen mitführen. In den letzten Jahren gab es an den Verpflegungsstellen Wasser, Tee, Haferschleim, Obst, Riegel, Traubenzucker und Schokolade.

Der Start erfolgt in Oberwiesenthal auf dem Marktplatz (920m), dann ein kurzes Stück durch die Karlsbader Straße, bevor es sofort rechts geht. Kurz gerollt und der erste leichte Anstieg die Viehtrift hinauf. Vorbei am Roten Vorwerk, der erste 1000-er ist bewältigt, geht es endlich in den Wald. Hier hat sich schon längst die Spreu vom Weizen getrennt. Bereits hier hatten schon mehrfach Teilnehmer einen Platten. Jedem wird empfohlen einen Reserveschlauch und Zubehör mit zu führen. Unterwegs gibt es auch einen Materialservice, aber bis zu dem muß man erst einmal kommen. Vorn wird getreten was das Zeug hält. Entlang der Waldkante bei Bärenstein kann man ein paar Sonnenstrahlen erhaschen. Dann wird links abgebogen und die Auffahrt zum Bärenstein erfolgt. Auf dem Bärenstein (897m, km 15) ist die erste Verpflegungsstelle und ein Kontrollpunkt, Karte lochen lassen oder Stempel holen. Diese Stelle sollte man sich gut merken, denn wenn es vom Berg runter geht muß dann vor dem Parkplatz straff links abgebogen werden. Rechtwinklige Kurve, Geschwindigkeit runter, die Wiese ist meistens naß! In der Abfahrt rechts fahren, Gegenverkehr! Wenig später liegen einige Steinplatten auf der Piste, aber alle lassen sich umfahren. Der tiefste Punkt liegt bei 548m. Weiter wird nun Richtung Annaberg-Buchholz gerollt. Ziel ist der Pöhlberg. Der Auf-und Abstieg erfolgt auf einer durchweg asphaltierten Straße. Kurz nach dem höchsten Punkt auf diesem Berg (831m, km 31), erscheint vor einem der Berggasthof Pöhlberg mit seinem einzigartigen Turm. Wer es im Modell sucht, die Modellbaufirma Auhagen aus dem Erzgebirge produziert es für TT Eisenbahnen. 50 Meter hinter dem Gasthof in einer Kurve ist die Verpflegungsstelle. In der Abfahrt wird es ganz schön schnell, auch hier trifft man auf die noch berghoch strampelnden. Achtung, einige Hundert Meter nach der letzten Kurve in der Abfahrt muß scharf nach links abgebogen werden. Bisher wälzten sich jedes Jahr Teilnehmer im Gebüsch. Auf guten Naturwegen wird jetzt Richtung Scheibenberg getreten. Hier geht es nur bis 596m runter. Sagen wir, ein leichter Anstieg im Vergleich zu den anderen. Beim Aufstieg sorgt die links an der Straße stehende Schanze für etwas Abwechslung. Vor dem Turm auf dem Scheibenberg (807m, km 48) ist die Verpflegungsstelle und der Wendepunkt. Auch hier muß bei der Abfahrt auf den Gegenverkehr geachtet werden. Wie so oft kommt eine richtige Gefällestrecke, diesmal ist der tiefste Punkt auf 568m. Es ist am Unterbecken des Pumpspeicherwerkes Markersbach. Ab jetzt ist Härte und ein runder Tritt gefragt. Der Waldweg geht in Asphalt über, aber hoch muß man selbst. Endlich an der Plattenstraße am Damm des Oberbeckens (848m, km 61) angelangt, geht es fast eine ganze Runde um das Becken bevor endlich die Verpflegungsstelle auftaucht. Wer hier nicht tankt ist selbst dran schuld, den Haferschleim sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen bevor man wieder antritt. Jetzt kann wieder einige Meter gerollt werden, ich bezeichne mal ein Teilstück als Geröllrinne bevor das Ephraimhaus (554m, km 69) erreicht ist. Spätestens in dieser Rinne, an diesem Streckenabschnitt, werden waghalsige Pedaleure mit einem Rennrad bestraft und zur real existierenden Luftpumpe zurück geholt. Bei schönem Wetter kann man hier ein paar Sonnenstrahlen haschen bevor es wieder in den Wald geht. Langsam werden wieder Höhenmeter gesammelt bevor die anfangs leichten Anstiege immer schwieriger werden. Selbst die mickrig erscheinenden Anstiege auf der Altpöhlaer Straße haben es in sich. Aber auch da werden die Pedalritter noch einmal an einem Verpflegungsstand freundlich begrüßt und bewirtet. Auf geht`s, das Ziel ruft schon von weitem. Die Bächelhütte (1040m) ist jener Punkt wo es noch einmal richtig ernst wird. An dieser Stelle wird auf die Skirollerbahn des Bundesleistungszentrums, wo sonst Olympiasieger, Weltmeister und talentierte Nachwuchsathleten im Skilanglauf wie Viola Bauer, Claudia Künzel oder Rene Sommerfeldt trainieren, gewechselt. Die meisten fahren jetzt auf dem Rettungsring und mit dem größten Ritzel. Hier zahlt sich nur gleichmäßiges treten aus. Am besten, man schaut gar nicht nach vorn. Wer dann das rechts liegende Skistadion passiert hat kann lachen. Auf dem Weg vorbei am Hotel Sachsenbaude strampelt jetzt meist jeder für sich. Lockere Steine, mitunter Schotter, machen es den Fahrern nicht leicht. Die letzten Höhenmeter werden gefressen bevor eine Meute von begeisterten Angehörigen der Pedaleure diese kurz vor dem Ziel anfeuert und richtig Stimmung macht. Das Plateau auf dem Fichtelberg (1214m), dem Dach Sachsens, ist erreicht, egal nach welcher Zeit die Radler ankommen, ihr werdet mir sicherlich zustimmen, diese Tour ist ein Erlebnis. Selbst ich wollte meinem Sohn noch mal zeigen, das ich das auch schaffe obwohl man bei mir schon das kulinarische Gewölbe erkennt. An den eingestellten Zeiten und Diagrammen erkennt ihr natürlich sehr schnell wer hier vorn mit rollen kann. Für die Teilnehmer wartet erzgebirgische „Kartoffelsupp“ als erste Stärkung im Ziel am Fichtelberghaus.
Für all jene, die nur einmal diese Tour durch`s Erzgebirge mitfahren wollen wünschen wir viel Spaß. Hemmungen braucht wirklich keiner zu haben, bei uns lagen Sohn und Vater auch fast zwei Stunden auseinander. Und wie es sich gehört, warten lohnt sich, sagte sich der Stammhalter und feuerte seinen Vater an der letzten Passage unmittelbar vor dem Ziel auf dem Fichtelberg kräftig an. Übrigens, die Oberwiesenthaler Skilangläufer machen mächtig Druck bei dieser Tour und reihen sich auf jeden Fall vorn ein. Radprofis müssen sich warm anziehen.
Da warten sehr lang werden kann, ob Betreuer oder die Familie kann ihren Radler an den meisten Anstiegen betreuen, anfeuern und fotografieren. Voraussetzung ist allerdings, man hat gute Ortskenntnis um schnell vom einen zum anderen Berg zu fahren. Achtung, die Radfahrer kommen mit hoher Geschwindigkeit von den Bergen und sind hundertprozentig schneller als die Autos. Des weiteren sollte der Pedaleur vorn mit rollen, ansonsten gibt es Probleme mit den Begleitautos von den Bergen runter zu kommen. Ich bin zweimal als Fahrer des Begleitfahrzeuges alle Bergpassagen mitgefahren, es war Stress pur und wurde sehr knapp mit der Zeit.
Auf jeden Fall kann der Parkplatz in Bärenstein an der Auffahrt zum Bärenstein, in Annaberg die Auffahrt zum Pöhlberg, Markersbach Straße an der Dammkrone des Oberbeckens, die Bächelhütte zwischen Tellerhäuser und Oberwiesenthal, sowie natürlich das Ziel auf dem Fichtelberg empfohlen werden. An allen genannten Orten gibt es auch für nicht so sattelfeste Autofahrer/-innen keine Probleme.


Name Jahr Zeit Kalorienverbrauch
Eric 2002 4:31:50 h 3185 kcal
Eric 2003 4:16:31 h 2269 kcal
Frank 2003 6:09:29 h 4436 kcal
Eric 2004 3:56:32 h 3634 kcal das war gesamt Platz 9