Täsch (1450m) - Weisshornhütte (2932m)

Unser erster Aufenthalt im Land der Eidgenossen führte 1996 nach Täsch. Schon die Autofahrt über Oberalp-und Furkapass, vorbei am Rhonegletscher waren für mich beeindruckend. Der Blick in die Bergketten einfach grandios. Täsch, der letzte mit dem Auto erreichbare Ort vor dem weltbekannten Zermatt mit seinem Matterhorn sollte uns für zwei Wochen in seinen Bann ziehen. Auch wenn in diesem Urlaub gleich ein 4000er fallen sollte, mußten wir uns erst einmal an die Sache rann tasten. Wir suchten uns die Tour von Täsch zur Weisshornhütte aus.
Der Höhenmesser in der Pulsuhr wird auf 1450 Meter programmiert.
Unsere Wanderung begann in Täsch (1450m) parallel am Bahngleis und dem Bach Mittervispa in Richtung Norden. Nach etwa 1,5 Kilometern biegt ein gut ausgeschilderter Wanderweg in westliche Richtung ab. Schnell werden Höhenmeter gemacht, die Wanderstöcke bewährten sich. Nach einiger Zeit erreicht man die verlassene Schaliberg Alm (1968m). Frisches Quellwasser bietet eine herrliche Abkühlung. Nach einer kurzen Rast geht es weiter auf Schusters Rappen. Höhenmeter für Höhenmeter werden schnell gefressen. Die Jatzalm (2246m) wird passiert. Der Willen ist ungebrochen, das Tagesziel soll wohl nicht mehr weit sein. Straff wird weiter gewandert, die Hütte doch schon mehrmals erspäht. Das Etappenziel ist geschafft, wir stehen vor der Weisshornhütte (2932m). Eric mit seinen acht Jahren ist ausgezeichnet gewandert. Übrigens wo es dann steiler wurde habe ich ihn in ein Seil eingebunden. Schnell wird erst einmal die nassgeschwitzte Bekleidung gewechselt, denn hier oben weht ein kühles Lüftchen. Jetzt genießen wir erst einmal den schönen Ausblick und die totale Ruhe. Etliche 4000er strahlen uns an. Der Schallgletscher ist zum greifen nah. Aber wie so oft vergeht die Zeit viel zu schnell, der Rückweg muß angetreten werden. Alle die Stempel sammeln seien an den Hüttenstempel erinnert.
Auf geht’s, jetzt allerdings bergab. An einer der Almen folgt uns plötzlich eine Schaf-und Ziegenherde. Kerstin hat etwas scheu vor den Vierbeinern. Frank lockt die Tiere durch ständige plöcken immer weiter. Irgendwann hat die Herde wohl ihre Grenze erreicht und wir waren nur noch zu dritt. Das Tal erreicht wird nun wieder entlang der Mattervispa gewandert. Ein kleiner See bringt nicht nur für uns viel Abkühlung, Zwerg Eric versucht sich ungebrochen als Steinewerfer.
Zwei Jahre später wage ich nochmals den Aufstieg zur Weisshornhütte. Unterwegs versuche ich abzukürzen und es geht gründlich schief. Die vor mir auftauchende verlassene Bunkeranlage war noch ein positives Erlebnis. Wenig später war ich an einen Hang mit großer Neigung oberhalb des Schallibaches auf der Schatzplatte geraten. Muffensausen – auf allen Vieren und von Grasbüschel zu Grasbüschel stieg ich weiter auf. Zurück habe ich mich nicht getraut. Irgendwann erreichte ich dann auch wieder einen der Wanderwege. Nach einiger Zeit war ich dann an der Weisshornhütte (2932m). Allerdings war ich an diesem Tag der einzige Gast, ob es wohl an dem schlechten Wetter lag. Ich stieg sofort ab. Anschließend machte ich mir so meine Gedanken was hätte denn ein Rettungsflug mit einem der Hubschrauber der Air Zermatt gekostet. Fortan blieb ich nicht nur zur Schonung der Natur auf den ausgeschilderten Wanderwegen.
Denkt bitte daran, auch andere wollen die heile Tier-und Pflanzenwelt noch erleben.
Als Wanderkarte kann aus dem Verlag Kümmerley + Frey das Blatt Viege-Zermatt-Saas Fee-Grächen im Maßstab 1:60000, ISBN 3-259-00822-6, empfohlen werden.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour