Passo dello Stelvio/ Stilfser Joch (2758m) – Ortlerhaus 3028m – Rifugio Pirovano (3108m) – Rifugio Livrio (3174m) – Ortlerhaus 3028m) – Passo delle Pratigliole (2908m) – Passo dello Stelvio/ Stilfser Joch (2758m)



Strecke:                  Naturwege, Geröll, Gletscher

Länge:                     ca. 10 km

Aufstieg gesamt:      550 m

Abstieg gesamt:       550 m

HF-Durchschnitt:     103 S/min

Maximalpuls:           180 S/min

Temperatur:            0 Grad

Zeit:                       2:29:18 Stunden

Wir begannen unsere Wandertour auf dem Passo dello Stelvio/ Stilfser Joch (2758m). Dieser bekannte Pass in Italien ist der Übergang von Südtirol in die Lombardei.

Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 2758 Meter programmiert werden.

Mit dem Ziel zum Ortlerhaus zu wandern begannen wir unsere Tour. Anfangs bewegten wir uns auf Wegen aus Steinsand. Etwas weiter oben kamen wir zu weit östlich und wählten dann den weiteren Aufstieg durch das Geröll teilweise unter den Seilen der Seilbahn. Grobes Geröll und dann fast durchgängig Schnee machten den Aufstieg zu einer mühseligen Angelegenheit. Auf dem Plateau über uns stand das Ortlerhaus, wie weiter. Wir wählten dann die Route westlich. Nach 52:30 Minuten erreichten wir das Ortlerhaus auf 3028 Metern. Ich schlug Kerstin vor, sich in dem Haus aufzuwärmen und setzte meine Wanderung alleine fort. Durch ein kurze Hohle führte nun die Tour im Aufstieg über den verschneiten Gletscher. Etwas waghalsig, denn ich hatte meine Steigeisen nicht mit. Eisiger Sturm forderte nicht nur viel Kraft, es wurde ein Willensproblem, ein Kämpfer gibt nicht auf. Nach 1:26:07 Stunden stand ich vor dem Rifugio Livrio. Die Wetterstation vor der Berghütte zeigte auf dem Thermometer 0 Grad Celsius an. Ein Blick auf den höchsten Berg der Ostalpen, dem Ortler (3905m), war mir wieder nicht vergönnt. Die Flieger sagen, der Sack war zu. Nach betreten der Berghütte fühlte ich mich erst einmal etwas gelöst, war ich doch für Minuten aus dem Sturm und der Kälte. Zur Erinnerung an den Besuch drückte mir die Wirtin einen Stempel auf meine fast neue Wanderkarte. Allerdings steht dieser auf dem Kopf. Einen Stocknagel gab es zu meiner Zeit nicht.

Der Rückweg, weiter peitscht der eisige Sturm mir um die Nase. Der Abstieg geht zwar leichter als der Aufstieg, ich überlege mir sogar auf der Regenplane abwärts zu rutschen. Da ich aber auch keinen Eispickel mit habe befürchte ich Bremsprobleme. Also bleibt mir nichts anderes übrig als zu wandern. Kerstin erspähe ich schon von weitem, gemeinsam setzen wir den Abstieg fort. Sie erzählt mir das das Ortlerhaus geschlossen hatte, Scheibenkleister. Der Rückweg führt uns über den Passo delle Pratigliole (2908m) auf einer ausgefahrenen Piste für Geländewagen durch Schnee. Rechts des Weges befinden sich mehrere alte Bunkeranlagen, sie gehören zum militärhistorischen Wanderweg. Kerstin ritzt noch mit ihrem Wanderstock in eine Schneewand den Namenszug „ERIC“ ein. Nach 2:29:18 Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt den Passo dello Stelvio/ Stilfser Joch (2758m). Eine anspruchsvolle aber schöne Wanderung ist bewältigt.

Wir fahren mit dem Auto wieder die Passstraße hinab und besuchen im Ort Trafoi das Nationalparkhaus. Schon Wolf und Adler begrüßen einen im Eingangsbereich. Wölfe heulen und neugierig geht man in eine Höhle. Aber auch an das Märchen vom Wolf und den sieben Geislein sei erinnert, in einem Raum steht ein großer Uhrkasten mit einem Geislein. Ein Naturfilm präsentiert diese herrliche Landschaft mir ihrer wohl glücklichen Tierwelt. Von der Terrasse aus erblicke ich ihn, den Ortler (3905m). Ich genieße den Ausblick und ein großartiges Panorama, nach einiger Zeit werde ich angestoßen, denn das Nationalparkhaus hat ja noch einiges zu bieten. Mit Kindern ist der Besuch sehr zu empfehlen.  

Weitere Wandermöglichkeiten auf dem Pass führen zum Tibethaus, der Signalkuppe und dem Rifugio Garibaldi auf der Drei Sprachen Spitze.

Sammler von Stocknägeln und kleinen Aufklebern kommen auf dem „Stilfser“ auf ihre Kosten. Zahlreiche Erinnerungsstücke von diesem mythischem Pass können erstanden werden.

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Die topographische Wanderkarte Ortles – Cevedale/ Ortlergebiet, Blatt 08 im Maßstab 1:25.000 aus dem Verlag Tabacco, eine ISBN steht auf der Karte nicht. Sehr gut ist, sie ist in einer durchsichtigen Foliehülle auf der Maßstabslineale aufgedruckt sind.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour