Sieben Berge Tour

Wurzen-Stadtwald (123m) - Schildberg (217m) - Collmberg (312m) - Wurzen


Strecke: Waldwege und Asphaltstraßen, MTB möglich, Rennrad nur ohne Schildberg möglich

Länge: 75 km
Aufstieg gesamt: 607 m
Abstieg gesamt: 606 m
HF-Durchschnitt: 126 S/min
Maximalpuls: 161 S/min (Auffahrt zum Collmberg)
Zeit: 3:40:32 Stunden
Kalorienverbrauch: 2219 kcal

Ich wollte schon immer mal eine Tour über die „Sieben Berge“ fahren. Das ich mir natürlich bei schönem Wetter einen der heißesten Tage auswählte, rächte sich bitter. Harter Willen war bei diesem „Einzelzeitfahren“, größtenteils in der Sonne, gefragt.
Der Start erfolgte am 6. Juni 2004, 11.38 Uhr, wie so oft in Wurzen-Nord am westlichen Eingang zum Stadtwald (123m). Gleichmäßiges einrollen im Stadtwald bis zum ersten Anstieg auf den Spitzberg (155m) geht eigentlich immer locker. Auf der Gefällepassage nach Lüptitz (130m) sollte der Steinsand und die Querrinnen auf keinen Fall unterschätzt werden. Am Ortseingang Lüptitz hinter dem ersten Grundstück sofort links abbiegen, der Wolfsberg (158m) zieht einen Pedaleur magisch an. Eigentlich ist es nur ein Huckel über den man fährt. An der Ortsverbindungsstraße zwischen Lüptitz und Kleinzschepa links abbiegen. Achtung am Bahnübergang dieser Nebenstrecke, mindestens zwei Züge rollen täglich aus dem Steinbruch. Mit fast 50 km/h geht`s durch Kleinzschepa (130m), auf der Hauptstraße bleiben. Am tiefsten Punkt des Ortes fährt man über die Brücke welche über die Lossa (ein Bach der auch schon mal Hochwasser hat) führt. Ein runder Tritt ist jetzt zum Aufstieg am Frauenberg (158m) gefragt. Durch die
S-Kurve und das Rad rollt wieder. Kurz hinter der Waldkante steht links eine Finnhütte (ehemalige Bushaltestelle), hier muß gegenüber, also rechts (Richtung Zwochau), abgebogen werden. Die Straße ist ganz neu asphaltiert und der Tritt hoch entlang des Zinkenberg (184m) fällt leicht. In der darauffolgenden Abfahrt, ca. 200m hinter dem Waldausgang, rechts am Baumdreieck (155m) abbiegen. Eine gute Schaltung ist jetzt gefragt. Am besten gleich die Kette auf den Rettungsring! Auf den nächsten 1000 Metern muß 66 Höhenmeter geklettert werden. Wer das schalten nicht beherrscht muß mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Rad. Der Asphalt biegt auf der ersten Kuppe nach links und geht in eine Betonplattenstraße über. Nach einer kurzen Hohle erfolgt der letzte Anstieg auf den Burzelberg (221m). Der erste Scharfrichter ist geschafft. Hier steht die Pumpstation der Fernwasserleitung Torgau – Leipzig, mit Eigengefälle läuft das kostbare Nass nun bis in die Messestadt. In der Abfahrt ist mit Wild und Autos im Gegenverkehr zu rechnen. Runter ohne zu bremsen auf der Betonplattenstraße, rechts abbiegen. Lenker festhalten, auf dem Asphalt sind große Huckel. Am Baumdreieck rechts abbiegen und schon wird Zwochau (151m) erreicht. Ortsdurchfahrt und dann die verlängerte Dorfstraße geradeaus in den Wald. Auf den nächsten Kilometern wird nur auf Waldwegen gefahren. Steinmännel führen nach Kobershain (156m), jedoch am Waldausgang sieht man schon das nächste Ziel. Der Schildberg mit seinem Turm. Circa 500 Meter auf Asphalt und dann geht es auf Steinsand weiter. Die Waldwege sind gut ausgeschildert. Auf der direkten Auffahrt zum Schildberg (217m) muß die Kette auf jeden Fall auf dem Rettungsring sein. Große Querwurzeln, Längs-und Querrinnen fordern dem Pedaleur einiges ab. Ist das Plateau erreicht, steht auch schon der Turm (25m hoch) vor einem. Dieser Aussichtsturm dient im Sommer ab Waldbrandwarnstufe II als Feuerwachturm und ist somit besetzt. Eine Besteigung an diesen Tagen ist möglich. An diesem Tag war ich allerdings erst der zweite Besucher auf dem Turm sagte mir der Forstarbeiter. Bei schönem Wetter hat man eine gute Fernsicht. Am Turm ist auch eine kleine Schutzhütte und saubere Rastmöglichkeiten. Eine große Schautafel mit Wanderkarte zeigt den weiteren Weg. Verlängerte Linie der Auffahrt weiter fahren, Steinsand in der Gefällepassage. Am Ende des Weges nach rechts abbiegen und dann bis Wittes Steinbruch rollen. An diesem Querweg links abbiegen in Richtung Ochsensaal. Vorbei an der Baumschule, am Ortseingang Ochsensaal straff rechts abbiegen und gleich weiter nach Frauwalde. Einfach auf der Hauptstraße bleiben und der Ort Börln ist erreicht. Lacht nicht, der nächste Ort heißt Schwarzer Kater. Im Kreisverkehr Ausfahrt drei nehmen und weiter nach Dahlen. Wer Ausfahrt zwei nimmt kommt nach Dahlen an den Bahnhof. Über einige Nebenstraßen Richtung Bundesstraße 6 fahren, „Fernziel“ ist Calbitz (132m). Von weitem kann man sich schon am Collm orientieren. Das Wahrzeichen, der große Betonturm, wird allerdings zur Zeit abgerissen. Ein Hoher Gitterturm und der Vermessungsturm aus dem vorletzten Jahrhundert sind aber weiterhin sichtbar. Der lange Anstieg von Calbitz zum Parkplatz Collmberg war nicht nur vor zwei Jahren beim Mannschaftszeitfahren bei der Friedensfahrt Scharfrichter, mich erwischte es auch. Michael Schiffner, der sportliche Leiter vom Leipziger Team Wiesenhof und auch Bahnradolympiasieger Jens Lehmann erzählten mir ihre Erlebnisse über diesen Berg. Am Parkplatz rechts zum Collmberg rauf treten. Das Kopfsteinpflaster fährt sich gut. Übrigens ist in der Gallerie ein Bild wie Eric den Collm mit dem Rennrad erklimmt. Endlich, der Collmberg (312m) ist erreicht. Auch dieser Aussichtsturm kann bestiegen werden. Bei guter Sicht kann der Inselsberg in Thüringen erspäht werden. Die Abfahrt erfolgt nun bis Calbitz und dann weiter auf der Bundesstraße 6 in Richtung Leipzig. Von Calbitz wird weiter nach Luppa getreten. Hinter Luppa kommt wieder langsam ansteigendes Kopfsteinpflaster was einen zur Verzweiflung treibt. Im Kührener Wald ist wieder etwas Schatten. Wer Ruhe sucht und eine längere Rast plant ist gut beraten wenn er vor der Milchhalle links die Bundesstraße verläßt. Nach einem Kilometer Waldweg kommen mehrere Teiche (Reiherteich, Doktorteich, Kirchenteich und andere). Es ist alles sehr gut ausgeschildert. Sehenswert sind die Hügelgräber aus der Bronzezeit. Zurück zur B6. Wer einkehren will findet auf der rechten Straßenseite die „Milchhalle“, ein bekanntes Ausflugslokal im Wald. Für Kinder ist ein schöner Spielplatz angelegt. Achtung, das ist die letzte Tränke vor Wurzen, denn in Kühren hat der Dorfkonsum zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr geschlossen. Weiter auf der B6, vorbei am Ort Birkenhof, die Türme der Wurzener Mühle sind schon sichtbar. Es wird die Brücke der ersten deutschen Ferneisenbahnlinie von Leipzig nach Dresden (1988 oder 1989 Jubiläum 150 Jahre, da rollte erstmals wieder der Nachbau der Saxonia) unterquert. Vorbei an Kornhain, ein letzter Anstieg, durch Roitzsch und endlich ist Wurzen erreicht.
Jetzt kann ich es euch verraten, wie immer bin ich ohne Trinkflasche und Verpflegung gefahren. Ein Hungerast und großer Durst überraschte mich, an der Milchhalle war ich zu geizig und der Dorfkonsum in Kühren hatte geschlossen. Ich war froh das Ziel erreicht zu haben. Es war mein härtester Ritt.
Übrigens, Eric ist wenige Wochen später diese Runde in etwas abgeänderter Form (ohne Schildberg), aber noch über Eilenburg, mit dem Rennrad gefahren.
Ich hoffe ihr kommt mit der Streckenbeschreibung einigermaßen klar, wenn nicht, Hinweisschilder, Wegweiser und Steinmännel helfen ausgezeichnet zur Orientierung.

Viel Spaß