Samaria-Schlucht – Marsch durch Europas längste begehbare Schlucht

Xyloskalo (1250m) – Agia Roumeli (0m)

Strecke:                        Naturwege

           

Länge:                          16,0 km

Aufstieg gesamt:            21 m

Abstieg gesamt:             1271 m

HF-Durchschnitt:           86 S/min

Temperatur:                  36 Grad im Schatten

Zeit:                              5:29:47 Stunden


Die folgende Wanderung war Bestandteil unseres Sommerurlaubes in Rethymnon (Insel Kreta, Griechenland) 2010. Bereits zu früher Stunde starteten wir mit einem leider mageren Frühstück in den Tag, ehe uns der Bus um 5.45 Uhr am Hotel abholte. Den Ausflug buchten wir bei unseren Reiseveranstalter. Allerdings kann man jedem dazu raten ein externes Angebot von einem der unzähligen Shops an den Promenaden auszuwählen, da die direkten Angebote der Reisegesellschaften erheblich teurer sind. Während der etwa zweistündigen Busfahrt nach Xyloskalo, konnte man bereits die landschaftliche Schönheit der Insel Kreta bestaunen. Die Kulisse wurde aber durch die ebenfalls zweistündige Lautsprecherdurchsage der Reiseleiterin, die Informationen zur Schlucht in vier verschiedenen Sprachen verriet, getrübt. Auch in dieser Hinsicht scheint ein externes Angebot, zumindest für der englischen Sprache mächtigen Touristen, durchaus von Vorteil zu sein.

Auch wenn es auf Kreta im Durchschnitt sehr heiß ist, sollte man die morgendliche Frische in höheren Lagen nicht unbeachtet lassen. So empfiehlt es sich, auch aufgrund der kalten Temperaturen im klimatisierten Bus, ein langes Oberteil mitzunehmen. Auf dem 1250m hohen Plateau angekommen, wurden wir von einem gigantischen Panorama begrüßt. Nach einigen Fotos ging es dann zur Kasse, denn für die Begehung der Schlucht war ein Betrag in Höhe von 5 € fällig. Die Tickets haben neben dem kommerziellen auch noch einen weiteren Grund. Die Betreiber können anhand der verkauften Tickets die Anzahl der sich in der Schlucht befindenden Wanderer ermitteln, um niemanden zurückzulassen. Dementsprechend befindet sich am Ausgang ebenfalls ein Posten, der die ausgehenden Wanderer zählt.

Anschließend ging es endlich los. Die Samaria verfügt über drei Raststellen, die nach jeweils vier Kilometern einen schattigen Sitzplatz, frisches Quellwasser und auch Toiletten bieten. Die ersten Kilometer durch die Schlucht waren relativ steil und man kam nur langsam voran. Nach zirka zwei Kilometern gab es ein Maultier zu bestaunen, das im Notfall für die Rettung von Verletzten genutzt werden soll. Entlang des Weges und an den Rastplätzen waren noch weitere Maultiere und Ranger stationiert. Am ersten Rastplatz angekommen, füllten wir unsere Wasserflaschen mit kühlem Quellwasser. Anschließend wurde das Gefälle ein wenig kleiner und die Flora etwas abwechslungsreicher. Die Piste wurde etwas steiniger und man überquerte das Flussbett etliche Male ehe man kurz vor dem zweiten Rastplatz eine kurze knackige Steigung bewältigen musste. Die zweite Zwischenstation war eine ehemalige Siedlung, die nach zahlreichen Namensänderungen nun Samaria heißt. Hier machten wir zwischen den erhaltenen Siedlungsgebäuden eine etwas längere Rast und erfrischten uns mit dem kühlen Nass. Trinken und ein Kopfschutz sind in der Schlucht sehr wichtig, da sich die Wärme ab Mittag in der Schlucht staut und somit dem Körper kontinuierlich Flüssigkeit entzogen wird. Temperaturen jenseits der 40 Grad Marke sind hier keine Seltenheit. Nach Samaria ist es mit der angenehmen Wanderung auf dem Naturboden schnell vorbei, weil der Pfad durch das Flussbett führt. Hier ist wegen dem lockeren Geröll äußerste Vorsicht geboten. Die Empfehlungen des Veranstalters waren lediglich festes Schuhwerk, aber in meinen Augen ist man hier mit richtigen Wanderschuhen auf der sichereren Seite. Nun wurde die Schlucht auch endlich schmaler und hohe Felsformationen türmten sich zu unserer linken und rechten Seite. Mit der Enge wurde allerdings auch die Masse an Menschen deutlich die, wie wir, diese Wanderung durchführten. Nach den Angaben der Gruppenleiterin sind wohl täglich 1.000 Wanderer unterwegs. Die landschaftliche Idylle des Nationalparks wurde durch diese Massen sehr getrübt, da sich einige „Gäste“ lautstark verhielten und abseits der Wege unterwegs waren. Kurz vor der dritten und letzten Rast bei der wir nochmals Kraft tankten, bewältigten wir die „Eiserne Pforte“. Sie ist mit 3 m die schmalste Stelle der Schlucht. Das letzte Teilstück war wieder recht angenehm zu wandern, weil der Weg breiter und fester wurde. Nach dem Passieren des Ausgangs sind es noch ungefähr zwei Kilometer bis zur Hafenstadt Agia Roumeli, die man ausschließlich per Fähre erreichen und verlassen kann. In der kleinen Hafenstadt stärkten wir uns in einer der zahlreichen Tavernen mit einem kühlen Radler, Oliven, Feta und dem unbedingt zu empfehlenden regionalen Ziegenkäse. Im Anschluss daran erfrischten wir uns im kühlen Nass. Für diesen Strand empfehle ich allerdings Badeschuhe, da dieser sehr steinig ist.

Die erste Strecke der Rückreise geschah mit der Fähre, die nach einem kurzen Zwischenstop in Loutron nach zirka 1:15 Stunden den Ort Sfakia erreichte. Von da aus ging es dann per Bus weiter. Zu Beginn der Fahrt schlängelte sich die Straße ein weiteres Mal den Berg hinauf und abseits der Straße konnte man einige ausgebrannte Autos bestaunen. Zu unserer rechten Seite konnte man eine weitere Schlucht Kretas, die acht Kilometer lange Imbros – Schlucht, sehen. Die Aussicht erstreckte sich aber auch auf das Libysche Meer und die am Horizont sichtbare Insel Gavdos. Das 300 km entfernte Afrika wurde selbst bei guten Sichtverhältnissen noch nie gesehen. Nach der etwas kürzeren Rückfahrt erreichten wir unser Hotel um 20:45 Uhr. Ein langer, aber mit Sicherheit erlebnisreicher Tag ging gemütlich im Hotel zu Ende. Die Wanderung ist in meinen Augen trotz des hohen finanziellen Aufwandes für einen Ausflug in die Natur und der Masse an Touristen zu empfehlen, denn das macht die Vielfalt und Schönheit von Mutter Natur wieder gut.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour