Route des Heiligen Thomas

Rovinj (29m) – Aussichtpunkt am Limski Kanal/ Lim Fjord (161m) –

Rovinjsko selo (150m) – Rovinj (29m) – Route blau

Strecke:                   Asphalt, Naturwege, Schotter, MTB möglich

Länge:                     33,6 km

Aufstieg gesamt:       335 m

Abstieg gesamt:        342 m

HF-Durchschnitt:      96 S/min

Maximalpuls:            133 S/min

Temperatur:             30 Grad

Zeit:                        2:26:11 Stunden

Der blau markierte Radwanderweg wird an diesem Tag abgefahren.

Wir, Kerstin und Frank, begannen unsere Tour in Rovinj (29m). Rovinj befindet sich auf Meereshöhe auf einer Halbinsel am Mittelmeer in der Region Istrien in Kroatien.

Am östlichen Ortsausgang von Rovinj an unserem Quartier sattelten wir unsere MTB´S und stellten die Höhenmesser auf 29 m ein.

Die Tour beginnt mit einer Gefällepassage in die Stadt Rovinj bis auf Meereshöhe. Von da aus die ersten Höhenmeter bis zum ehemaligen Bahnhof der Strecke Rovinj – Kanfanar (dieser wird seit einigen Jahren als Sporttempel genutzt) gekurbelt. Von der viel befahrenen Straße biegen wir in eine Siedlung ab, müssen aber nach ca. einem Kilometer wieder auf der stark befahrenen Straße kurbeln. Dann hinunter zum Campingplatz Monsena ans Meer um kurz darauf wieder einige Höhenmeter zu erklimmen. Am Ferienpark mit Campingplatz Namens Valalta steht am Rondell eine dieser schönen großen Radwanderkarten die eine gute Orientierung ermöglichen. Hier muß nach rechts abgebogen werden und nach wenigen Metern befindet man sich inmitten der schönen Weinanbaugebiete, sozusagen in der Natur. Vorbei am alten Steinbruch und der Kirche des Heiligen Thomas. Wir fahren unbeirrt unser etwas verhaltenes Tempo und klettern langsam die rund 160 Höhenmeter. An einem Wegweiser der zum Limski Kanal/ Lim Fjord zeigt, verlassen wir die blaue ausgeschilderte Radroute. Etwa 1,5 Kilometer fahren wir nun in Richtung dieses einzigartigen Kanals am Mittelmeer. Als es im Wald nicht mehr weiter geht, legen wir unsere Räder ab und wandern die letzten etwa 300 – 400 Meter zu Fuß durch ausgetretenes Buschwerk. Der erste Versuch landet mitten im Gestrüpp, zurück und weiter oben durch den Busch. Wir können es kaum glauben, so eine herrliche Aussicht über den Limski Kanal/ Lim Fjord (161m). Zur Belohnung verteilt Frank Traubenzucker mit Zitronengeschmack, köstlich. Auf dem Fjord tuckern hinter den Muschelfarmen in etwas Entfernung kleine Ausflugsschiffe mit den vermutlich unsportlichen Passagieren an Bord. Wir selbst sind etwas stolz uns so ein schönes Erlebnis in der Natur selbst organisiert zu haben. Nach etwa 30 Minuten wandern wir zu unseren Fahrrädern zurück. Auf dem breiten Naturweg kommt uns ein Auto entgegen, gelenkt wird es von einem etwa 7 Jahre alten Jungen, ein Mann, vermutlich sein Vater sitzt daneben. Kurz dahinter kommt ein Traktor ebenfalls von einem Kind gesteuert – sind wir in der Kinderfahrschule gelandet. Wir erreichen wieder den blau markierten Radweg. Über Schotter führt der Weg erneut nach Rovinjsko selo (150m). Auf die Kreuzung muß gerade über die Asphaltstraße gefahren werden. Irgendwann im Dorf steht an einer alten Schmiede etwas unübersichtlich ein Wegweiser für die blaue Tour, nach rechts abbiegen. Etwas hüglig über Schotter-, Natur –und Sandwege führt die Piste. Große Haine mit urigen Olivenbäumen säumen immer öfter den Weg. Irgendwann erspähen wir ein altes Kirchengebäude welches ebenfalls nur noch als Ruine sein Dasein fristet. Als Speichenschinder sind wir an diesem Tag wieder gut drauf gewesen und haben vor dem Strandnachmittag eine erlebnisreiche Radtour absolviert. Rund zweieinhalb Stunden gekurbelt, das ist doch was. Wie schon angedeutet, nach einer kurzen Verschnaufpause im Quartier ging es an den Strand und wie so oft mit der Luftmatratze auf´s Meer in kühle Nass. Schließlich hatten wir an diesem Tag einige Kalorien verbrannt und gönnten uns am Abend einen großen Eisbecher.

Um diese Tour erfolgreich pannenfrei bestreiten zu können macht sich neuwertige Bereifung erforderlich, die Schotterpassagen, das machen 33 Prozent der Strecke aus, sind immens. Werkzeug und Reserveschlauch sind auf jeden Fall mitzuführen. Es wird auf Grund der großen Hitze empfohlen, nehmt zwei Trinkflaschen und Traubenzucker mit. Sonnenschutz ist erforderlich. Der Planet drückt im Sommer dermaßen das man ohne Kopftuch sowieso chancenlos ist.

Als Alternativen zu dieser Tour gibt es noch andere abwechslungsreiche Radtouren. Aber auch der Badeurlaub am Strand der Adria, die Besichtigung des Stadtkerns von Rovinj oder des Limski Kanal (Lim Fjord) sind sehr abwechslungsreich. Bis nach Pula, der größten Stadt Istriens, sind es 36 Kilometer auf der Landstraße. Viele Sehenswürdigkeiten beherbergt diese über 7000 Jahre alte Stadt, am bekanntesten sind das Amphitheater, der Tempel und die Triumphbögen. Im kleinen Ort Festini, etwa 25 km entfernt, ist eine Tropfsteinhöhle unter einem Weinberg zu besichtigen.

Eisenbahnfans müssen für ihre Erlebnisse im ehemaligen Reich des Marshall Josip Proz Tito, im einstigen Jugoslawien, einige Kilometer bewältigen. Die Fahrten in den Triebwagen sind Spitze. Wer noch mehr sehen möchte muß bis nach Rijeka, 102 km entfernt, fahren. Die wenigen legendären elektrischen Doppellokomotiven entschädigen dann auf jeden Fall. Bis in die kroatische Hauptstadt Zagreb sind es 260 Kilometer, ein Tagesausflug auf der Spur der Eisenbahn und anderer Kulturgüter der sich zu 100 Prozent lohnt. Es empfiehlt sich aber vor Antritt der Reise eine schriftliche Fotogenehmigung in der Hauptverwaltung der Hrvatske željeznice (HZ) zu beantragen. Das geht unproblematisch und schnell. Es gibt nach wie vor Sicherheitskontrollen (wie auch in anderen Staaten), bei Vorlage dieser Bescheinigung ist alles frei zugänglich und ihr werdet eure Freude bei der Besichtigung und beim knipsen haben. Auf fast allen Bahnhöfen stehen Dampflokomotiven als Denkmal.

Egal ob auf den Dörfern oder in den Großstädten, wir haben überall freundliche Menschen getroffen obwohl wir die Landessprache nicht beherrschten. Mit deutsch, russisch und englisch hat alles sehr gut geklappt. Viele alte und auch junge Menschen sind nach wie vor von den Ideen Titos und seiner Kampfgefährten überzeugt. Wie auf den meisten Reisen kaufte ich mir als Andenken ein T-Shirt, nun ratet mal was für ein Konterfei darauf ist. Da ich mich nicht entscheiden konnte wurden es diesmal zwei, wer kyrillisch lesen kann ist klar im Vorteil. Nicht verschwiegen werden soll allerdings auch die negative Erfahrung beim Kauf eines Stadtplanes an einer Tankstelle in Rijeka. Ich wurde tüchtig besch ..., aber schwarze Schafe gibt es überall. 

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Radkarte Rovinj von der örtlichen Tourismusverwaltung. Topographische Radkarte Istrien, Blatt 4, im Maßstab 1:30.000, ISBN 978-953-7588-02-1 aus dem Verlag Mateus.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour