Route der Oliven auf Titos Spuren

Rovinj (29m) – Polari – Vestar – Bale (128m)  – Weiter zum Meer bis kurz vor Fazana – Kokuletovica (27m) – Rovinj (29m)

Strecke:                   Asphalt, Naturwege, Schotter, MTB möglich

Länge:                     55,8 km

Aufstieg gesamt:       443 m

Abstieg gesamt:        4451 m

HF-Durchschnitt:      101 S/min

Maximalpuls:            157 S/min

Temperatur:             30 Grad

Zeit:                        3:14:42 Stunden


Wir, Kerstin und Frank, begannen unsere Tour in Rovinj (29m). Rovinj befindet sich auf Meereshöhe auf einer Halbinsel am Mittelmeer in der Region Istrien in Kroatien.

Die MTB´s werden gesattelt und los geht’s. Vom Quartier bis nach Polari wird auf der Asphaltstraße gerollt, doch vor dem Start werden die Höhenmesser auf 29m programmiert.

Vorbei an Polari und dann auf dem Schotterweg ins Gelände. Neben der großen Hitze trägt auch noch der Staub zum guten gelingen der Tour bei. Bei jedem Schluck aus der Trinkflasche wird es stumpf im Mund. An der Bucht und Ferienanlage Vestar wird vorbei gerollt. In Richtung Strand Cisterna entlang des Vogelschutzgebietes wird es wieder sehr einsam, endlich sind wir aber wieder in der fast unberührten Natur, hoffentlich haben wir keine Panne. Große Steine liegen auf dem Weg und die Chance ist groß eine Tretkurbel zu beschädigen. Schotter und roter Staub des vollkommen ausgetrockneten Bodens lassen die große Trockenheit und unberührte Natur nun erahnen. Immer wieder rollen wir durch Olivenhaine mit urigen Bäumen, es entstehen schöne Fotos. Die vor Jahrhunderten alten aufgeschichteten Hütten zum Schutz der Hirten und Bauern gegen die Sonne stehen unberührt in der Natur. Immer wieder befinden sich ganz abgelegen einzelne Grundstücke im Gelände. Jetzt muß auf den mit roten Wegweisern der Route Rubin bis zur Asphaltstraße gefahren werden. Auf dem Asphalt rollt es gut, doch die Autofahrer scheinen V max. zu fahren. Um ein Haar wird Frank wegrasiert. Auf freier Straße kommt von hinten ein vollbesetzter Kleinwagen angerast, macht ein Vollbremsung und rutscht bis kurz hinter Frank sein Hinterrad (die Gegenspur war frei), das war mehr als knapp. Kerstin hat Angst und fährt Anschlag. Wir kurbeln weiter auf der Straße durch Bale (128m), entschließen uns jedoch lieber auf kleinen Straßen unsere Fahrt fortzusetzen. Auf der Straße der Oliven wird nun Richtung Meer auf dem Weg nach Fazana um die Brijunischen Inseln, die Sommerresidenz des einstigen jugoslawischen Staatspräsidenten Marshall Josip Proz Tito zu sehen, weiter gekurbelt. Die Hitze ist immens und der Inhalt der Trinkflaschen schwindet immer mehr. Aber wer will schon sein Wasser spazieren fahren. Unterwegs kommen wir an einem blühenden Lavendelfeld vorbei. Selbstverständlich wird ein Fotohalt eingelegt, doch dann geht alles blitzschnell. Kerstin in ihrem gelben Hemd wird von einem Schwarm Insekten attackiert, schreit und flieht. Es dauert einige Zeit bis ich begreife was los ist, in der Aufregung fotografiere ich eine ganz alte Kutsche nicht. Scheibenkleister. Ein Stück weiter versucht ein Hund sein scheinbar weitläufiges Revier zu verteidigen. Am Meer angelangt, genießen wir die ruhige Natur und den Blick auf die Brijunischen Inseln die ein Nationalpark sind. Wie so oft schmeckt der Traubenzucker mit Zitronengeschmack köstlich. Die Zeit ist ran und es wird der Rückweg begonnen. Uns bleibt nichts anderes übrig als wieder ein Stück auf der Asphaltstraße um Bale (128m) zu fahren. Da es ausgezeichnet rollt und alles gut geht entschließen wir uns bis Rovinj auf dem Asphalt zu fahren. Leider haben wir nicht so einen Segelwagen wie die Digedags und müssen selber kurbeln. Am Ende kommen so 55,8 Kilometer zusammen und eine schöne Radtour ist bewältigt. Wie alle anderen Tage geht’s nach der Radtour ans Mittelmeer zum Sonnenbad und planschen. Auf der Luftmatratze wird die nächste Einheit absolviert.

Um diese Tour erfolgreich pannenfrei bestreiten zu können macht sich neuwertige Bereifung erforderlich, die Schotterpassagen sind immens. Werkzeug und Reserveschlauch sind auf jeden Fall mitzuführen. Es wird auf Grund der großen Hitze empfohlen, nehmt zwei Trinkflaschen und Traubenzucker mit. Sonnenschutz ist erforderlich. Der Planet drückt im Sommer dermaßen das man ohne Kopftuch sowieso chancenlos ist.   

Als Alternativen zu dieser Tour gibt es noch andere abwechslungsreiche Radtouren. Aber auch der Badeurlaub am Strand der Adria, die Besichtigung des Stadtkerns von Rovinj oder des Limski Kanal (Lim Fjord) sind sehr abwechslungsreich. Bis nach Pula, der größten Stadt Istriens, sind es 36 Kilometer auf der Landstraße. Viele Sehenswürdigkeiten beherbergt diese über 7000 Jahre alte Stadt, am bekanntesten sind das Amphitheater, der Tempel und die Triumphbögen. Im kleinen Ort Festini, etwa 25 km entfernt, ist eine Tropfsteinhöhle unter einem Weinberg zu besichtigen.

Eisenbahnfans müssen für ihre Erlebnisse im ehemaligen Reich des Marshall Josip Proz Tito, im einstigen Jugoslawien, einige Kilometer bewältigen. Die Fahrten in den Triebwagen sind Spitze. Wer noch mehr sehen möchte muß bis nach Rijeka, 102 km entfernt, fahren. Die wenigen legendären elektrischen Doppellokomotiven entschädigen dann auf jeden Fall. Bis in die kroatische Hauptstadt Zagreb sind es 260 Kilometer, ein Tagesausflug auf der Spur der Eisenbahn und anderer Kulturgüter der sich zu 100 Prozent lohnt. Es empfiehlt sich aber vor Antritt der Reise eine schriftliche Fotogenehmigung in der Hauptverwaltung der Hrvatske željeznice (HZ) zu beantragen. Das geht unproblematisch und schnell. Es gibt nach wie vor Sicherheitskontrollen (wie auch in anderen Staaten), bei Vorlage dieser Bescheinigung ist alles frei zugänglich und ihr werdet eure Freude bei der Besichtigung und beim knipsen haben. Auf fast allen Bahnhöfen stehen Dampflokomotiven als Denkmal.

Egal ob auf den Dörfern oder in den Großstädten, wir haben überall freundliche Menschen getroffen obwohl wir die Landessprache nicht beherrschten. Mit deutsch, russisch und englisch hat alles sehr gut geklappt. Viele alte und auch junge Menschen sind nach wie vor von den Ideen Titos und seiner Kampfgefährten überzeugt. Wie auf den meisten Reisen kaufte ich mir als Andenken ein T-Shirt, nun ratet mal was für ein Konterfei darauf ist. Da ich mich nicht entscheiden konnte wurden es diesmal zwei, wer kyrillisch lesen kann ist klar im Vorteil. Nicht verschwiegen werden soll allerdings auch die negative Erfahrung beim Kauf eines Stadtplanes an einer Tankstelle in Rijeka. Ich wurde tüchtig besch ..., aber schwarze Schafe gibt es überall. 

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Radkarte Rovinj von der örtlichen Tourismusverwaltung. Topographische Radkarte Istrien, Blatt 4, im Maßstab 1:30.000, ISBN 978-953-7588-02-1 aus dem Verlag Mateus.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour