Ospizio Bernina (2304m) zu den Gletschermühlen Cavaglia (1693m)

Strecke:

Naturwege

Länge:

ca. 12 km

Aufstieg gesamt:

ca. 80 m

Abstieg gesamt:

ca. 700m

Zeit:   

3:30:00 Stunden


Diese Wanderung ist für Kinder geeignet.

Diese einfache aber schöne Wandertour im Land der Eidgenossen hat ihren Beginn im Kanton Graubünden. Auf dem Berninapass (2323m) begannen Kerstin und Frank ihre Wanderung entlang der Berninastrecke in Richtung Süden. Das Tagesziel waren die Gletschermühlen in Cavaglia (1693m) im Puschlav. Auch an diesem Tag wurde ohne Pulsuhr und Höhenmesser gewandert. Im Wandergebiet stehen viele Wanderwegweiser, man kommt ohne Orientierungsprobleme gut vorwärts. Das Wasser des Lago Bianco ruht den ganzen Tag. Vorbei an der altertümlich anmutenden Staumauer wird im Schatten der Bahngleise gewandert. Es dauert auch nicht lange da kommt ein Berninaexpress angerollt. Wenige Minuten später ziehen zwei alte Triebwagen einen Zug in die Gegenrichtung. Wir wandern gemütlich durch die hochalpine Zone. Über kleinere grüne Huckel geht es bald in eine Zone die nur von Steinen gespickt ist. Das Wetter ist hochsommerlich, wir sind gut unterwegs und haben viel Spaß in der Natur. In Blickrichtung Südwesten erspähen wir das Berggasthaus Sassal Massone (2355m). Kurz danach erscheint ebenfalls in dieser Richtung der gewaltige Palü Gletscher. Der Blick zum Piz Palü (3905m) ist frei. Wir genießen das gigantische Panorama und die gute Sicht, erfreuen uns an der schönen Natur. Weiter geht´s auf Schusters Rappen. Über einen grünen Gürtel gelangen wir oberhalb auf die Alp Grüm (2091m). Hier genehmigen wir uns ein längere Pause zur Beobachtung des Piz Palü (3905m), des Palü Gletschers, des Palüsees (1924m) und der Schleife der Berninabahn an der Alp Grüm (2091m). Es werden wie so oft einige Bilder geknipst. Kekse und Wasser schmecken köstlich. Auch hier ist der Gletscher in den letzten 100 Jahren rasant geschmolzen. Beim Bau der Eisenbahnlinie reichte er noch bis zur Alp Grüm (2091m) heran. Nachdem einige Züge die Schleife passiert haben wandern wir weiter. Wir überqueren die Gleise an der Alp Grüm (2091m). Das Gebäude dient nach wie vor als Bahnstation und Hotel sowie Matratzenlager. Danach geht der Wanderweg mit großem Gefälle bergabwärts. Wir überholen eine Troika, die Frau ist mit einfachen Badelatschen unterwegs und hat ihre Probleme. Da kann man nur den Kopf schütteln. Wir sind mitten im Wald, das wandern macht immer noch großen Spaß. Irgendwann werden die Gleise erneut überquert, an dieser Stelle steht ein altes Unterkunftshaus. Hier überholt uns wieder ein Pärchen der alten schön gestalteten Triebwagen der Rhätischen Bahn (RhB). Frank muß wieder etwas rennen um einen geeigneten Fotostandpunkt zu erreichen. Mittlerweile haben wir das Gefühl das der Weg kein Ende nimmt und es immer wärmer wird. Cavagla (1693m) ist erreicht, wir sind im Puschlav in der alpinen Zone angelangt. Diese alte kleine Kraftwerkssiedlung ist schmuck. Wie in jedem der alpenländischen Orte steht auch hier ein Brunnen. Frank matscht erst einmal tüchtig herum bevor er das köstliche Gebirgswasser trinkt. Weiter geht´s in Richtung Gletschermühlen. Vorbei an der Bahnstation die einem Pferdestall ähnelt sind es nur noch wenige Hundert Meter bis in den Gletschergarten. Schon nach wenigen Minuten sind wir verzaubert was die Natur in den Jahren geschaffen hat. Obwohl der Gletschergarten gut gesichert ist sollten Kleinkinder unbedingt an die Hand genommen werden. Das Gletscherwasser hat mit Hilfe von Steinen den Fels gemahlen und einzigartige Gebilde geschaffen. Die Natur und ihre Kräfte, einfach herrlich. Auch hier verweilen wir einige Zeit und schauen uns den Gletschergarten sehr genau an. Abgelenkt wird Frank erneut durch ein vorbeifahrendes Pärchen alter Triebwagen. Ein Besuch des Gletschergartens mit Kindern empfiehlt sich. Die letzten Meter unserer Wanderung führen uns zur Station Cavaglia (1693m). Hier kaufen wir uns am Fahrkartenautomaten zwei Fahrkarten und warten bis der nächste Zug kommt. Mit der Eisenbahn fahren wir nun von Cavaglia (1693m) durch die Alp Grüm (2091m) hinauf zum Ospizio Bernina (2304m). Ohne Zahnstange bewältigt der Zug den immensen Höhenunterschied über zahlreiche Kehren und Brücken, Eisenbahnfreunde kennen sich bestens über diesen Schienenstrang aus.

Nachdem wir uns kurz renoviert haben fahren wir mit dem Auto wieder in das Puschlav nach Poschiavo (1014m). An diesem Tag wollen wir noch den Markt, die Kirchen und das Gebeinehaus in diesem Ort besuchen. Natürlich geht es auch an die Bahnanlagen und einige Zeit für einen kurzen Museumsbesuch bleibt auch noch. An einem Laden neben dem Bahnhof beschaffen wir uns Proviant, die Versorgung der nächsten Tage unserer Reise sind gesichert. Überall begegnen uns auf unserer Tour freundliche Leute. Da wir nun schon einige Tage mit und im Auto unterwegs sind gehen wir entsprechend der Planungsunterlage im Schwimmbad ausgiebig duschen – herrlich diese Wässerung.          

Übrigens, bei uns schien die Sonne unerbittlich, Kopftuch und Sonnencreme waren unverzichtbare Begleiter.

Teleskopwanderstöcke bewährten sich auch bei dieser Tour.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Bernina-Sondrio“ im M 1:50.000,

ISBN 3-85491-100-9, aus dem Kompass Verlag. Notwendig ist eine Karte für diese Tour allerdings nicht. Als Wanderführer für diese und weitere Touren entlang der Albula-und Berninalinie ist zu empfehlen „Via Albula / Bernina“, 10 Wanderungen durch das UNESCO Welterbe – Rhätische Bahn in der Landschaft Albula / Bernina aus dem Verlag Terra Grischuna. ISBN 372981170.

Viel Spaß bei eurer Tour