Radrennen „Rund ums Muldental“ 19,5 km

Strecke: Asphaltstraßen, Kopfsteinpflaster, Rennrad möglich

Länge: 19,5 km
Aufstieg gesamt: 183 m
Abstieg gesamt: 193 m
HF-Durchschnitt: 168 S/min
Maximalpuls: 190 S/min (Zielsprint), 188 S/min (Hohnstädter Berg)
TF-Durchschnitt: 84 U/min
Zeit: 33:35 Minuten

Die Grimmaer und Nerchauer Radsportler feierten am 12. Juni 2005 ihre Jubiläumsveranstaltung
„50 Jahre Rund ums Muldental“, das Straßenrennen wurde als 16. Rund ums Muldental ausgetragen.
Erinnern wir uns an die ehemaligen Starter Berhard Eckstein, Egon Adler, Dieter Zuchold und den populärsten Sportler der DDR, Gustav Adolf „Täve“ Schur, die auf dem legendären Kurs starteten. Die Austragung der Junioren Weltmeisterschaft im Jahr 1981 zählte sicherlich zu den Höhepunkten auf dieser Runde. Später starteten Erik Zabel und Jan Ullrich bei diesem Rennen.
Es sollte ein Fest des Radsports werden. Über 700 Aktive aus ganz Deutschland hatten sich in die Startlisten eingeschrieben. Auf dem Markt herrschte bunter Trubel – Festbühne, Radsport Dietz und der Stand des Friedensfahrtmuseums zogen nicht nur Radsportverrückte sondern auch über 2000 Gäste an. Ich kaufte mir ein T-Shirt mit dem Symbol der Friedensfahrt, der Friedenstaube von Picasso. Der Auftritt der legendären Kartoffelkäferbande auf ihren heißen Feuerstühlen mit ihrem gehißten Wimpel am Führungskrad übertraf alles. Die Streckenabsicherung von Helfern aus den Vereinen und Einatzkräften von Feuerwehr, DRK und Polizei war auch diesmal ausgezeichnet. Vollsperrung für andere Verkehrsteilnehmer, die Radsportler hatten freie Fahrt. Rennarzt Dr.Zeidler war wie so oft zu Scherzen aufgelegt.

Nun endlich zum Rennen. Da Eric als Skilangläufer keine Lizenz für den Radsport hatte startete er erneut im Hobbyrennen unter 18 Jahren.
Der Start erfolgte an der Ostkante des Marktes in Nerchau (144m). Leicht aufsteigend wird losgestrampelt. Am Ende dieser kleinen Muldestadt wird nach rechts abgebogen. Schmorditz (162m, km 1) ist erreicht. In der Gefällepassage mit Linkskurve, Rechtskurve und langgezogener Linkskurve wurden 57,9 km/h gefahren. Der Streckenverlauf ist parallel zur Mulde und führt an der Ostkante dieses
„Stromes“ entlang. Es geht unter der Autobahnbrücke der A14 durch und die Ortsdurchfahrt Golzern wird passiert. Nach 3,7 Kilometern geht es scharf links bei 40,4 km/h, der erste Scharfrichter die Kohlenstraße mit 8,5 Prozent Steigung ist erreicht. Schnell trennt sich die Spreu vom Weizen, im steilsten Stück werden 18,8 km/h gekurbelt. Gleichmäßiges treten zahlt sich aus. Auf der Kuppe war nun nur noch ein Pärchen zusammen was gemeinsam schnell Döben erreichte. Wenig später ist Neunitz erreicht, nach rechts abbiegen und vorbei an der Hospitalschänke mit hoher Geschwindigkeit rein nach Grimma. Es regnet wie verrückt, die Pedaleure werden eingeseift und sind klitschnass. In der Abfahrt kommt eine Rechtskurve aber die Straße ist breit, somit muß nur der Lenker fest gehalten werden.
Bis zum Jahr 2002 ging es an dieser Stelle links rum, eine Spitzkehre und der Belag wechselte vom Asphalt auf Kopfsteinpflaster. Ganz heimtückisch nicht nur bei Regen die Anfahrt auf die wenige Jahre zuvor rekonstruierte Pöppelmannbrücke. Das Hochwasser zerstörte die Brücke und somit gibt es eine neue Streckenführung über die kurz zuvor errichtete Muldenbrücke.
Wir fahren diesmal auch auf der breiten Hauptstraße weiter, biegen nach links ab und überqueren die Muldenbrücke. An der Ampel vor dem Stadion in Grimma (126m, km 9,3) eine scharfe Rechtskurve und der Aufstieg zum Hohnstädter Berg der 5,5 Prozent Steigung hat, beginnt. Attacken werden geritten, keiner der beiden Ausreißer wird den anderen los. Im steilsten Stück wird 27,3 km/h gefahren, Eric sein Puls erreicht 188 S/min. In Hohnstädt, einem Ortsteil von Grimma, geht die Strecke vor der Fußgängerampel an der Bäckerei rechts weg. Ein kurzer Abschnitt auf Kopfsteinpflaster muß passiert werden. 183 Höhenmeter stehen auf der Puluhr. Eine kurze Schlängelfahrt und die hintere Brücke über die Autobahn 14 wird überquert, auf der Hauptstraße bleiben. An der nächsten Kreuzung, die Bundesstraße 107 ist erreicht, rechts halten in Richtung Trebsen und Wurzen. Einige Höhenmeter müssen gefressen werden bis die Passage westlich vom Trebsener Collm (170m) bewältigt ist. Auf der breiten Abfahrt mit einer Rechtskurve und einer Linkskurve wird sich nun nach Trebsen gestürzt. Das Vorausfahrzeug der Polizei ist eingeholt, der Sheriff hatte wohl die Pedaleure unterschätzt. Achtung, am Gewerbegebiet nach rechts abbiegen, bei Nässe unbedingt Geschwindigkeit drosseln. Auf der Hauptstraße durch das Gewerbegebiet und am Ende links abbiegen und vorbei an der alten Papierfabrik. Am sogenannten Kinoberg, hier war bis zur Wende ein kleines Kino, sind wieder einige hundert Meter auf dem Kopfsteinpflaster zu reiten. Ab der Kuppe ist wieder asphaltiert und mit Schwung rein in die schmale Abfahrt. Unten, am alten Postamt (119m), rechts halten aber vorher das bremsen nicht vergessen. Erneut wird eine Muldenbrücke überquert, diesmal jene zwischen Trebsen und Neichen. Auf der Brücke sollte jeder Fahrt aufholen, denn nach einer kurzen Senke geht es über die Brücke über das Mutzschener Wasser (kleiner Bach) und es müssen einige Höhenmeter bewältigt werden. Dort wo meist der frische Landduft herrscht, am großen Schweinestall, muß rechts in Richtung Neichen abgebogen werden. Leichtes Gefälle und eine Linkskurve bescheren den Fahrern wieder eine kurze Kopfsteinpflaster Passage. Dort wo das „Gleis“ der ehemaligen Muldentalbahn, am neuen Wirtshaus „Zum roten Hahn“, dem Feuerwehrgerätehaus, auf der Hauptstraße bleiben und nach rechts abbiegen in Richtung Nerchau. Auch bei diesem Rennen herrschte wie so oft auf dieser Geraden Gegenwind und die Ausreiser fingen an zu taktieren, drosselten das Tempo sogar unter 30 km/h. Kurz hinter dem Ortseingang Nerchau, am Abzweig Fremdiswalde sind es noch 500 Meter bis zum Ziel. Auch in der Häuserzeile wehte noch eine steife Briese und so wurde ganz schön taktiert. Von da an ist die Zielgeraden leicht ansteigend. Circa 300 Meter vor dem Zielstrich nahm Eric sein Herz in die Hände, spurtete und steigerte die Geschwindigkeit bis auf 54,0 km/h. Der Puls raste bis auf 190 S/min. Nach 33:35 Minuten geht ein schönes und hervorragend organisiertes Radrennen zu Ende.

Viel Spaß bei eurer Tour