Muldentalbahn - Radweg

Dehnitz bei Wurzen - Grimma: Asphaltiert, Skiroller, Rollstuhl und Rennrad möglich, 17 km

Auf der Strecke der ehemaligen Muldentalbahn von Wurzen nach Grimma, dort wo früher Dampfrösser schnauften, strampeln heute Radfahrer. Auch Sportler mit Skirollern und Inlinern sind des öfteren zu sichten.
Ich bin erstmals auf dieser schwarzen Asphaltloipe am 7. Januar 2005 bei außerordentlich milden Temperaturen (+10 Grad) im Winter gefahren und war sofort begeistert. Gleich zwei Tage später nahm ich meine Frau mit zu dieser Tour und wie das so ist, manch einer bekommt nie genug, mein Kumpel und mein Sohn begeisterte ich ebenfalls.
Die Umsetzung und Ausführung ist den Initiatoren um Wurzens Bürgermeister Gerald Lehne und den Erbauern prächtig gelungen. Die offizielle Eröffnung erfolgte im Rahmen einer Sternfahrt am 1. Mai 2005.

Aber nun endlich auf die Piste, der Einstieg erfolgt im Ortskern von Dehnitz oberhalb des Naturschutzhofes. Irgendwann sollen Hinweisschilder mit einer Dampflok den Weg weisen. Auf der ganzen Strecke kann mit Skirollern gelaufen werden, für kleine Rollen gibt es keine Probleme, der Asphalt ist glatt und kein bißchen wellig. In den Gefällepassagen müssen Skiroller nicht bremsen, es kommen keine unübersichtlichen Kurven. Achtung, überall wo Straßen den Weg kreuzen stehen Poller. An einigen Stellen muß vorher die hohe Geschwindigkeit gedrosselt werden da die Übergänge etwas unübersichtlich sind. Aber dafür haben Roller und Radfahrer eine lange autofreie „Piste“. Hinter Dehnitz auf der rechten Seite passieren wir den alten Stall, es folgt eine kleine Abfahrt, links steht das alte Wasserwerk und vor uns der erste Poller. Parallel zum Radweg schlängelt sich die Mulde (Vereinigte Mulde), wir fahren gegen den Strom. Erstmals ist straffes Arbeiten angesagt, erneut Gefälle und dann eine Linkskurve. Achtung bevor die Fuhre abgeht, hier liegt oft ausgespülter Sand. Den Schwung ausnutzen und den Huckel hoch. Rechts eine kleine Schutzhütte, eine scharfe Rechtskurve dann steht schon ein weiterer Poller. Jetzt ist das „Gleis“ der ehemaligen Muldentalbahn erreicht. Windgeschützt fahren wir nun durch Felslandschaften mit Baumbewuchs. Bald kommt die erste Straßenquerung in Höhe der Oelschützer Lorelei, Vorsicht ist geboten. Vorbei an Tümpeln taucht bald die nächste Straßenquerung und linker Hand ein liebevoll restauriertes Bahnwärterhäuschen auf. Flach rollt`s auf den nächsten Kilometern, bevor wir den Landduft des großen Schweinestalles von Neichen wahrnehmen. Es folgen drei Straßenquerungen. Das „Spritzenhaus“ von Neichen ist neu gebaut und an den Feiertagen immer etwas los. Kurz dahinter steht links der ehemalige Bahnhof. Und weiter wird getreten, wir erreichen Nerchau, eine kleine Holzbrücke (ca. 6m lang) und dann der ehemalige Güterboden und Bahnhof. Das Rad rollt fast von selbst, über uns die mächtige Autobahnbrücke (A14) welche an dieser Stelle die Mulde überquert und schnell erreichen wir den ehemaligen Bahnhof von Golzern.
Wer schnell mal paar knackige Höhenmeter machen will, der kann das im Ort, so wie auch die Pedaleure vom Radrennen der UCI „Rund um die Braunkohle“ die hier am 5. Mai 2005 eine Bergwertung gefahren haben. 1000m vom Bahnhof bis auf den höchsten Punkt im Ort, ihr werdet schon sehen. Noch knackiger geht es Richtung Grimma links hoch, auf der Strecke des jährlich stattfindenden Radrennens „Rund ums Muldental“ lauert hier der Anstieg Kohlenbergstraße. Übrigens, Eric konnte sich als Skilangläufer schon den Siegerpokal 2002 für Hobbyfahrer sichern. Aber das ist ein andere Beschreibung.
Zurück auf den Radweg, Bahnhof Golzern, rechts die Silos vom Futtermittelwerk und dann ist etwas Vorsicht geboten, wir müssen eine Straße queren. Von hier an wird es sehr schnell, rechts wieder die Mulde, links neben uns die Leitplanke und dahinter die Straße. Schnell sind wir am Muldenbogen zwischen Döben und Dorna, von hier aus können wir einen weiteren Felsen sehen der ebenfalls als Lorelei bezeichnet wird. Wer aufmerksam entlang des Weges schaut sieht die alten Kilometersteine der Eisenbahnlinie. Ein weiteres Bahnwärterhäuschen taucht rechts auf, kurz danach erscheint das offizielle Ende dieses wunderschön angelegten Radweges. Es kann aber noch weiter gefahren werden bis nach Grimma zur Pöppelmannbrücke die nach dem Hochwasser 2002 gesprengt werden mußte. Wer diese Tour absolviert hat wird beeindruckt von diesem schönen Radweg sein und mir recht geben, diesen als kinderfreundlich einzustufen. Gegen die zahlreich auftretenden Insektenschwärme kann man sich durch eine Brille schützen.
Auch die Rollis, egal ob Rennrollstuhl oder normales Behindertengefährt sind auf dem Radweg herzlich willkommen. Mit etwas Kondition und Armkraft ist auch für unsere gehandikapten Sportler und Mitmenschen diese Tour zu meistern. Ich persönlich habe mit meinem Sohn im Jahr 2000 das Schweizer Team für die Paralympics kennengelernt, Hut ab. Den Schweizer Heinz Frei, den mehrfachen Sieger der Paralympics und ich glaube dem erfolgreichsten und bekanntesten Athleten im Rollstuhl, haben wir mal beim Training im Davoser Dischmatal im eidgenössischen Graubünden hoch zum Dürrboden getroffen – ich glaube der würde auch jederzeit auf der Asphaltloipe trainieren.
Mittlerweile fand auch am 3. April 2005 der erste Halbmarathon (21,1km) von Wurzen nach Grimma auf dem Radweg statt.
Seit 1999 findet jährlich im August die Mulde-Regatta, ein Wassersportfest vom Rennkanuten bis zur Schlauchbootbesatzung in fröhlicher Runde, von Grimma nach Wurzen statt. Auf dem Radweg kann nun eine gute Begleitung stattfinden.

Anschlußgebiete:
In Grimma hinter der Pöpelmannbrücke kann weiter durch den Stadtwald auf Naturwegen bis zur Schiffsmühle nach Höfgen gestrampelt werden. Die Besteigung des Turmes im Juttapark, ein Besuch des Museums im Ort oder eine Einkehr im Wirtshaus (schöner Spielplatz vorhanden), bringen nicht nur für Kinder etwas Abwechslung.
Wer von Wurzen aus weiter radeln möchte, tritt von Dehnitz in Richtung Wurzen in die Pedalen. Vorbei gerollt an der Wasserglasfabrik, biegt man die dritte Straße links (300m hinter Wasserglas), in die Damaschkestraße ein. Auf der Promenade durch die Eisenbahnbrücke und vorbei am Dreibrückenbad. Infolge des Brückenneubaus wird voraussichtlich bis Ende 2006 eine Umleitung auch für Radfahrer ausgeschildert sein, derzeitig (05/2005) ist es so. Hinter der alten Brücke kommt man aber wieder auf die Promenade, einfach weiter fahren auf dem Hauptweg und nach ca. 500 Metern erscheint eine Schautafel mit Radwegen und Hinweisschilder zum Radweg nach Eilenburg (ca. 17km). Zwei Wege führen nach Eilenburg. Einer auf dem asphaltierten Radweg von Nischwitz bis Thallwitz und dann weiter auf der Straße und ein anderer durch die Natur auf dem neu ausgebautem Radweg mit Steinsand. Ich erkläre den durch die Natur. Entsprechend der Schilder weiter fahren bis zur Mühlgrabenbrücke, hier auf ausgebautem Weg durch die Felder und an der Kanalbrücke geradeaus Richtung Nischwitz. In der Ortsmitte Nischwitz links halten, dann kommt ein privates Wildgehege genau richtig für eine Rast. Hinter dem Wildgehege führt die Tour durch die Brunnenanlage des Wasserwerkes Canitz. Nach circa einem Kilometer liegt links das alte Wasserkraftwerk. Kurze Zeit später kann rechts das Wasserwerk bestaunt werden. Die Muldenbrücke, für Fußgänger und Radfahrer, ist auf keiner Karte verzeichnet, aber nicht zu übersehen. Über der Brücke kommt man durch die Muldenaue nach Püchau. Im Ort Canitz ist ein Kräutergarten und ein Rastplatz für Radwanderer. Der weitere Radweg verläuft südlich am Örtchen Wasewitz und führt weiter zum Schloßpark nach Thallwitz. Von Thallwitz wird weiter nach Kollau, einem kleinen Dorf, geradelt. Wer sich links hält kommt am Muldenwehr, dem Bobritzscher Damm, vorbei. Das ist eine gute Stelle um seine Füße zu wässern. Auf diesem Weg, Traktorspuren und Schotterpiste, ist es recht beschwerlich. Wer sich in der Ortsmitte von Kollau rechts hält fährt durch eine Allee von Pflaumenbäumen zwischen denen auch saftige Mirabellenbäume stehen. Diese laden immer zu einer kleinen Rast ein. Am Ende der Allee kommen beide Wege von Kollau wieder zusammen, auch hier steht eine große Schautafel mit Radwanderwegen.

Viel Spaß bei eurer Tour.