Morteratschgletscher

Strecke:

Naturwege

Länge:

ca. 5 km

Zeit:

2 Stunden


Diese Wanderung ist für Kinder geeignet.

Rollstuhlfahrer schaffen es mit Unterstützung bis zum Gletscher ohne Probleme.

Diese einfache aber schöne Wandertour im Land der Eidgenossen hat ihren Beginn im Kanton Graubünden. Verschiedene Möglichkeiten gibt es um an den Ausgangspunkt zur Wanderung an den Morteratschgletscher aufzubrechen. Wir sind mit der Rhätischen Bahn von der Station Pontresina/ Puntraschigna (1800m) bis zur Station Morteratsch (1896m) gefahren. Es gibt aber auch die Möglichkeit parallel zum Gleis zu wandern. Von der Station Morteratsch kann man bereits die schöne Aussicht zum Gletscher genießen. Prächtiges Sommerwetter. Für Kerstin und Frank ging es an diesem Tag nur darum in der Natur zu sein, also wurden die Pulsuhren mit Höhenmesser nicht umgeschnallt. Bereits nach einigen Metern das erste Schild bis wohin um die vorletzte Jahrhundertwende der Gletscher ragte. Der Gletscher ist zwischen den Jahren 1900 und 2010 um 2185 Meter geschmolzen. Unterwegs stehen mehrere solche Schilder mit Jahreszahlen und Meterangaben. Der Rückgang des Gletschers in den letzten 10 Jahren ist erschreckend. Nichts desto trotz, wir lassen uns unsere Wandertour in ewige Eis nicht vermiesen. Frank ist immer wieder beeindruckt vom Gletscher und wie sollte es anders kommen, natürlich wurde das ewige Eis betreten. Der Weg durch die Gries über das abschmelzende Gletscherwasser führte über eine kleine stabile Brücke. Nun ging es über das Geröll. War Frank tags zuvor beim Abstieg vom Landwasserviadukt bei Filisur durch Unaufmerksamkeit gestürzt und hatte mehrere großflächige Abschürfungen, war er auf dem Gletscher sehr vorsichtig. Da kein Neuschnee war sah man die Gletscherspalten und Töpfe sehr gut, trotzdem gilt es auf dem Eis immer sehr vorsichtig zu sein. Immer wieder grollte es, Geröll rutschte ab und schoß seitlich auf den Gletscher. Und da war er wieder, der Moment in dem die Vernunft über den Biss siegte. Frank wollte zu einem Gletscherauge, hatte aber nur oben herum warme Bekleidung an und keine Steigeisen mit. So wurden nur einige Gletscherspalten und Töpfe bestaunt. Auf Schusters Rappen machten sich Kerstin und Frank auf den Weg um nun an die Moräne zum Gletscherbach zu wandern. Es wurde sehr schnell kälter und das starke rauschen des abgetauten Gletschers machte die unbändige Natur deutlich. Einige Erinnerungsfotos wurden unter nicht ungefährlichen Bedingungen (Überhänge) gemacht. Schnell ging es wieder aus der Gefahrenzone. Und wie das so ist, geht eine gewisse Mystik von Bergen und Gletschern aus. Etwas aus der Kälte zurück gezogen suchten wir uns ein windgeschütztes aber sonniges Plätzchen auf einem Findling. Als wir gemütlich unsere Schokokekse gegessen haben begann ein großes furchteinflößendes grollen. In der Mitte des Gletschers an einem Gletscherauge brachen mehrere Tonnen Eis ab. Da hat Frank großes Glück gehabt das er nicht bis zu diesem anziehenden Punkt gewandert war. Das ist eben die Natur und ihre unbändigen Kräfte. Nach einiger Zeit, sicherlich haben wir eine Stunde gesessen und in die Berge geschaut, wurde zum Aufbruch geblasen. Der Weg verläuft neben dem Gletscherbach. Wie sollte es anders sein, Frank kostete wieder einmal das frische Wasser des Gletschers. Das war sehr kalt aber schmeckte köstlich. An unserem Ausgangspunkt der Station Morteratsch (1896m) angelangt warteten wir auf einen Zug und rollten talabwärts bis Pontresina/ Puntraschigna (1800m).

An der Station Morteratsch (1896m) steht ein kleines Hotel Morteratsch, hier ist die letzte Toilette vor dem Gletscher. Die Toilette ist sauber und das Entgelt gerechtfertigt.

Bei unserem Besuch im Jahr 2011 war das Lager neben dem Hotel Morteratsch geschlossen.

Übrigens, bei uns schien die Sonne unerbittlich, Kopftuch und Sonnencreme waren unverzichtbare Begleiter bei dieser Tour. Kurz vor dem Gletscher wurde das Kopftuch gegen die Bummelmütze getauscht und auch lange Bekleidung angezogen.

Teleskopwanderstöcke bewährten sich auch bei dieser Tour.

Störend wirkten allerdings Wandergruppen von Busreisen die wie die Ochsen über die gesamte Wegbreite schlenderten.

Aber auch Kerstin hatte etwas Pech. An ihrem neuen Rucksack ging ein Träger ab, von Nähgarn keine Spur. Scheibenkleister. Am Abend machte sie im Schatten der Lagalb mit Nadel, Faden und Zange Nähstunde. Da es ihr wohl Spaß machte, nähte sie den anderen Träger auch noch richtig an.

Auch die kommenden Tage war sehr schönes Sommerwetter in Graubünden, wir haben uns geärgert das wir keine Gletschertour bis zur Bovalhütte (2495m) gemacht haben.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Bernina-Sondrio“ im M 1:50.000,

ISBN 3-85491-100-9, aus dem Kompass Verlag. Notwendig ist eine Karte für diese Tour allerdings nicht.

Viel Spaß bei eurer Tour