Maloja (1797m) - Sils im Engadin / Segl (1799m) – Silvaplana / Silvauplana (1815m) – St.Moritz / S.Murezzan (1779m) – Pontresina / Puntraschigna (1774m) – La Punt (1687m) – Madulain – S-chanf (1657m) 

Engadin Skimarathon

Einer der schönsten Skilangläufe ist der von Maloja nach S-chanf über 42 Kilometer, er wird auch als Engadin Skimarathon bezeichnet, der jährlich im März stattfindet.

Der Lauf ist in der freien Technik ausgeschrieben, doch es sind auch ausgezeichnete Spuren für die Klassiker gelegt. Ich bewältigte den Lauf, der anfangs im Schatten mächtiger Bergketten verläuft, selbst zweimal in der klassischen Technik. Eine Pulsuhr hatte ich zu diesen Zeitpunkten noch nicht, so müsst ihr auf das Höhendiagramm verzichten. Aber der Lauf ist sehr flach über die gesamte Distanz.

Der Start zu diesem Skilanglauf erfolgt am östlichsten Gebäude von Maloja (1797m), unweit des großen Internat oder Hotel. Auf dem zugefrorenen Lej da Segl (1797m), einem See, wird gestartet. Tausende von Skilangläufern hält das Eis aus, es wird in verschiedenen Gruppen gestartet. Aber es kann schon mal passieren, wenn einige Tage vor dem Start eine Tauphase war, sich Wasser auf dem Eis absetzte und es neu gefror, das die obere Eisdecke zu dünn war. Dann bricht man trotz Langlaufski ein und steht plötzlich bis über die Knöchel im eiskalten Wasser. Hier gilt, ja nicht stürzen! Langsam zieht der Tross los. Auf dem Lej da Segl läuft es sich sehr gut, wenig später wird die Siedlung Sils im Engadin / Segl (1799m) passiert. Nach wenigen hundert Metern über Land geht es auf dem nächsten See weiter. Es ist der Lej da Silvauplana (1791m), südlich wird an dem Ort Silvaplana / Silvaplauna vorbei gelaufen. Ohne das man es bemerkt ist man auf dem dritten See, es ist der Lej da Champfer (1791m). Die ersten 12 Kilometer sind auf dem ganz flachen Geläuf, es kann durchweg geschoben werden, bewältigt. Wenige Höhenmeter sind zu meistern, es setzt ein unbeschreibliches Gerammel ein. Jetzt wird weiter durch bewaldetes Gebiet gelaufen, wer nach rechts blickt sieht die Olympiaschanze. Hinter einer kurzen und auch für mich nicht schweren Abfahrt gleitet man durch St.Moritz / S.Murezzan (1779m), es ist der Kilometer 15 erreicht. Zuschauer feuern die Akteure an. Erneut wird in den Wald gelaufen und einige Höhenmeter, etwa 20 bis 30 bewältigt. Durch leichte Hügel läuft es sich gut. Es mag der Kilometer 19 sein wo sich Tausende Zuschauer eingefunden haben. Hier ist eine breite Abfahrt und alle wollen Stürze sehen. Unmittelbar vor der Abfahrt staut es sich, denn fast jeder lässt zu seinen Vordermännern Abstand. Ich versuchte dies auch, kam aber nicht zum stehen. Der oder die vor mir stehende Skiläuferin stand breitbeinig da und so versuchte ich kurzerhand in der Hocke durchzufahren. Das klappte nur zum Teil, ich nahm die Skiläuferin auf den Schultern mit, diese wurde bitterböse. Die Massen tobten. Ohne Sturz meisterte ich diese lange Abfahrt. Als nächster Höhepunkt folgte nun die Überquerung des Bahngleises des Bernina Express. Stundenlang sind die Schienen mit Schnee belegt und es fährt kein Zug auf diesem Abschnitt. Unterhalb des Bahnhofes von Pontresina / Puntraschigna (1753m), Kilometer 21, ist eine Verpflegungsstelle und ein Materialdepot. Weiter wird durch eine kleine Unterführung gelaufen. Südlich vorbei am Flugplatz Samedan und weiter entlang der Waldkante. Der Inn / En begleitet nun den Tross. Die Orte Bever, La Punt, Madulain (KM 35) und Zuoz werden nur angeschnitten. Bei den kleinen Wellen merkt man mittlerweile, das man schon einige Kilometer in den Beinen hat. Alphornbläser machen nicht nur auf die Traditionen dieser traumhaft schönen Landschaft mit ihren unverwechselbaren Kulturen aufmerksam, sie muntern die Skilangläufer auf. S-chanf (1657m, KM 40), es wird nun am Ort vorbei gelaufen und eine kurze Schleife gezogen, eine kurze Abfahrt, bevor man die Ziellinie in dem Militärobjekt überfährt. 42 anstrengende aber schöne und für die meisten unvergessliche Kilometer sind bewältigt. Dieser Lauf gehört zum Worldloppet. Das Abzeichen und die Startnummer erinnern mich womöglich immer an diese schönen Läufe. Wie bei all meinen Marathonläufen oder Ultralangläufen zu Fuß oder auf Ski zählte für mich das Motto „Erlebnis“, den Volvo V70 für den Sieger habe ich nicht gewonnen. Später kauften wir uns dann doch so einen V70, doch das ist eine andere Geschichte. Nach dem Empfang des Kleidersackes, Sachenwechsel und einer Stärkung erfolgt die Fahrt zurück mit dem Zug. Ein Behelfshaltepunkt trägt den treffenden Namen Marathon. Das Schild ist das ganze Jahr montiert. Der Bahn-und Bustransfer zum Start und vom Ziel zurück klappt ausgezeichnet. Die Fahrt mit der Rhätischen Bahn auf 100cm ist für mich wie so oft ein Erlebnis.

Im Sommer ist diese Engadiner Seenplatte auch eine Reise wert.

Leichtathleten können in Silvaplana / Silvaplauna an einem Laufwettkampf jedes Jahr im Sommer teilnehmen. Eric sicherte sich hier im Jahr 2001 beim Maitli-und Buabalauf den Gesamtsieg. Mittlerweile wird dort ähnlich wie in Davos eine ganze Sportwoche durchgeführt.

Radfahrer können in dieser Gegend allerlei Pässe erklimmen. So den Malojapass, Julierpass / Pass dal Güglia, Albulapass / Pass d`Alvra, Flüelapass, Berninapass / Passo del Bernina oder den Forcola di Livigno. Beim letzteren sind Ausweispapiere zum Grenzübertritt von der Schweiz nach Italien notwendig. Sehr wichtig ist auch, der Grenzübergang auf dem Pass und auch am Tunnel hinter Livigno hat nur beschränkt offen. 

Auch Eisenbahnfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. So kann man im Bahnhof von Pontresina in den weltbekannten Bernina Express steigen. Übrigens liegen in diesem Bahnhof auf den Oberleitungen verschiedene Stromarten an, die Loks werden hier umgespannt. Die Fahrt erfolgt dann vorbei am Ospizio Bernina auf dem Berninapass über die Kehrviadukte in Brusio nach Tirano. Aber auch in St.Moritz kann eine weitere Legende auf Schienen bestiegen werden. Der Glacier Express, ist der langsamste Schnellzug der Welt. Übrigens wird extra zum Engadin Skimarathon hinter Samedan der Behelfshaltepunkt Marathon angefahren. 

Freunde der Stocknägel finden in jedem Ort etwas.

Als Kartenmaterial wird aus dem Kompass Verlag die Wanderkarte „Bernina - Sondrio“ im Maßstab 1:50.000, ISBN 3-85491-100-9, empfohlen. Ebenfalls wird der Straßenatlas von Hallwag M 1:250 000 mit der ISBN 3-8283-0048-0 empfohlen. Es läßt sich sehr gut damit arbeiten.

Fotoapparat und Reserveakku´s für die unvergeßlichen Momente nicht vergessen.

Die Unterkunft am Roseggletscher findet ihr im Internet unter: www.roseg-gletscher.ch

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour