Leipziger Südraummarathon 2007



Strecke:                  Naturwege, Schotter, Bahngleis, Beton und Asphalt

Länge:                     42,0 km

Aufstieg gesamt:      246 m

Abstieg gesamt:       259 m

HF-Durchschnitt:     142 S/min

Maximalpuls:           167 S/min

Temperatur:            26 Grad

Zeit:                       2:21:03 Stunden

Der Leipziger Südraummarathon durch ehemalige Tagebaulandschaften ist ein Mannschaftswettbewerb. Ein Läufer und zwei Radfahrer je Team bestreiten gleichzeitig die Strecke. Einer muß also immer laufen, der Wechsel zwischen laufen und radeln wird selbst bestimmt.

Den Höhenmesser in der Pulsuhr stellte ich zum Start auf 122 Meter, Frank sattelt sein MTB. Ich absolviere alleine die Strecke mit dem Rad um einmal in den richtigen Genuss zu kommen im Tagebaugelände zu radeln. Der größte Teil der Strecke ist für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich.

Bei Sonnenschein erfolgt der Start auf der Magdeborner Halbinsel. Die Läufer „stürzen“ los, kurz danach werden die Pedaleure auf die Strecke geschickt. Auf einer Betonstraße werden die ersten Meter gelaufen bevor es auf einem Natur-und Sandweg weitergeht. Als Radler hat man es nicht leicht an der Läuferkarawane vorbei zu kommen. Über Naturwege führt die Strecke nun in den ehemaligen Tagebau Espenhain, entlang des jetzigen Störmthaler Sees. Plötzlich taucht ein knackiger Anstieg auf, die Läufer rammeln hoch. Die meisten Radfahrer erkennen die Gefahr zu spät und es klappt nicht mehr mit dem schalten. Mein Puls schnellt hoch. Irgendwann wird es noch verrückter. Die Strecke führt über ein Bahngleis, überall Schotter. Egal ob im Gleis oder daneben, man ist auf Schotter unterwegs. Ein langer Zug mit ehemaligen Kohlewaggons steht auf einem anderen Gleis. Meine Augen als Hobbyeisenbahner beginnen zu leuchten. Nach dem Schotter ist im Geläuf Schlamm. Die Teams bleiben zusammen um optimal zu wechseln. Ich ordne mich irgendwo zwischen den Sportlern ein um keinen bei seinem Wettkampf zu behindern. Endlich ist diese Materialprüfung vorbei. Nur langsam sinkt mein Puls. An der Spitze wird mächtig Druck gemacht, 5 Mannschaften haben sich bereits abgesetzt. Etwa am Kilometer 12,5 hat das führende Team Pech, an einem der MTB bricht die Sattelstütze. Für mich keine Frage, ich stelle mein Rad zur Verfügung. Vor dem Wechsel mache ich noch schnell meine Pulsuhr vom Lenker ab um wenigstens die Höhenkurve und meinen Puls weiter schreiben zu können. Über 10 Minuten fahre ich nun mehr oder weniger im stehen ohne Sattel. Einfach herrlich. Endlich steht bei einem der Absperrposten ein MTB, es wird zurück gewechselt. Erneut führt die Strecke durch das Gleisdreieck. Ich bin fix und alle, erst im stehen fahren und nun erneut über den Gleisschotter. Die Südspitze des Störmthaler Sees ist erreicht. Durch die „Mondlandschaft“ werden nun Kilometer gemacht. Immer wieder kleine kurze aber knackige Anstiege. Auf den staubigen Naturwegen hat sich das führende Team weiter abgesetzt. Von weitem ist in dem geplanten Technikpark Vineta einer der großen Eimerkettenbagger zu erspähen. Zum Glück das die Sonne scheint, das radeln macht mir Spaß. Wie so oft schmeckt mir das Wasser aus der Trinkflasche köstlich. Vorbei am Eimerkettenbagger wurde durch eine Brücke unter der Autobahn A38 unterquert. Unweit der Südspitze des Markkleeberger Sees führt die Strecke nun durch aufgeforstetes Gelände. Hier wird um den Markkleeberger See nun bis an den Ort Markkleeberg heran und vorbei gelaufen. Die Strecke führt mittlerweile auf dem Asphalt um den See. Die Wechsel der führenden Mannschaft erfolgen immer kürzer, am Ende wird etwa aller 200 Meter gewechselt (Zu Beginn wechselten sie aller 1 bis 1,5 Kilometer). Vorbei am Kanupark wird wieder die Autobahn 38 geschnitten. Weiter in Richtung des Störmthaler Sees geht’s jetzt wieder richtig in das Gelände. Unterhalb des Ortes Störmthal muß sich nun wieder durch den Sand gegraben werden. Die Burschen knüppeln was das Zeug hält. Ehe man sich versieht ist man erneut im aufgeforsteten Gelände und bezwingt einige Höhenmeter. Das Ziel auf der Magdeborner Halbinsel ist erreicht. Hut ab vor den Läufern, sie haben einen tollen Wettkampf auf schwierigstem Terrain als Sieger absolviert. Allen anderen gebührt ebenfalls mein Glückwunsch so einen anspruchsvollen Wettkampf gemeistertt zu haben. Ich gestehe ein, obwohl ich nur geradelt bin, war ich auch ganz schön fertig.

Auf dem Rückweg nach Wurzen mache ich noch in Störmthal halt. Am Aussichtspunkt über den ehemaligen Tagebau informiere ich mich über die Renaturierung und genieße den Ausblick über die „Leipziger Seenplatte“. Anschließend besuche ich im Saal des Gasthofes die private untergebrachte Oldtimerausstellung.

Aber auch in Störmthal kann jährlich an einem Laufwettkampf, dem Störmthaler Seenlauf, teilgenommen werden. Unser Eric gewann vor einigen Jahren dort zweimal, allerdings führte die Strecke damals noch durch den ungefluteten Tagebau.

Am südlichen Ostufer des Markkleeberger Sees befindet sich der Kanupark, Rafting ist für alle im Flachland möglich. Voraussetzung man hat die richtige Füllung in der Brieftasche. Wenige hundert Meter oberhalb davon lädt der Modellbaupark Auenhain die Eisenbahnfans ein. Eine überdimensionale Gartenbahn lässt Augen glänzen, natürlich kann auf dieser mitgefahren werden. Ich fühlte mich sehr wohl. Eine zweite Runde auf der Eintrittskarte meiner Frau machte das Erlebnis perfekt.

Für alle die es etwas ruhiger, in Form ohne Bewegung, mögen sei der herrliche Sandstrand am Markkleeberger See empfohlen.       

Als Kartenmaterial wird empfohlen. Die Radwanderkarte Südraum Leipzig im Maßstab 1:50.000 aus dem Verlag Dr.Barthel, ISBN 978-389591-063-0.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour