Pouch Muldestausee (110m) – Burgkemnitz (92m) – Zschornewitz (85m) – Gräfenhainichen – Ferropolis (105m) – Zschornewitz (85m) – Hochkippe (144m) – Gröbern – Burgkemnitz (92m) – Pouch Muldestausee (110m)

Strecke:                  Asphalt, Kopfsteinpflaster, Naturwege, Sand, MTB möglich

Gesamt

Länge gesamt:         65 km

Aufstieg gesamt:      177 m

Abstieg gesamt:       165 m

Temperatur:            27 Grad am Start, 23 Grad am Ziel

Zeit:                        4:43:24 Stunden

Hinfahrt

Länge:                     34 km

Aufstieg gesamt:       86 m

Abstieg gesamt:        99 m

HF-Durchschnitt:     93 S/min

Maximalpuls:           163 S/min

Zeit:                        2:24:52 Stunden

Rückfahrt

Länge:                     31 km

Aufstieg gesamt:       91 m

Abstieg gesamt:        66 m

HF-Durchschnitt:     96 S/min

Maximalpuls:           135 S/min

Zeit:                        2:18:32 Stunden

Wir wollten unsere Radtour am Muldestausee bei Pouch im Naturpark Dübener Heide beginnen und mußten schon beim ausladen der MTB aus dem Auto uns das lachen verkneifen. Kerstin hatte sich wohl tags zuvor einen Platten im Hinterrad eingefahren. Ein Stück Glas war die Ursache. Also begann der Tag mit Schlauchwechsel.

Die Sonne stand zum Start 11.02 Uhr schon ganz schön hoch und so begannen wir bei herrlichem Wetter an der südlichen Spitze des Muldestausees unsere Tour. Der Höhenmesser muß auf 110 Meter programmiert werden. Mit maximalen Wasservorräten und Traubenzucker wurde los gerollt. Entlang des Ostufers wurde auf Waldwegen durch eine herrliche Natur gekurbelt. Wir hatten uns den Weg Kohle – Dampf – Licht ausgewählt. Unterwegs waren allerdings die Wegmarkierungen teilweise schlecht angebracht, oftmals waren es viel zu viele Wegweiser und so mußte immer wieder die Karte gezückt werden. Im Ort Burgkemnitz (92m) verfuhren wir uns dann völlig und kamen in Gröbern raus. Kehrt Marsch und zurück, endlich eine Menschenseele gesichtet die man fragen konnte. Von da an mußten einige Kilometer auf der Straße nach Zschornewitz (85m) gekurbelt werden. Zu unserer Zeit war nur teilweise ein Radweg vorhanden. Das Wasser aus den Trinkflaschen wurde auch immer weniger und der Traubenzucker schmeckte vorzüglich. Weiter nach Gräfenhainichen und die letzten Kilometer um den renaturierten Tagebau nach Ferropolis, der Stadt aus Eisen (105m). Nach 2:24:52 Stunden angekommen wurden erst einmal die rießigen Tagebaugroßgeräte bestaunt. In der Aufregung drücke Frank den verkehrten Knopf an seiner Pulsuhr und schloss die Einheit ab, das ist auch der Grund das zwei geteilte Höhendiagramme bei dieser Tour dargestellt sind.

Kerstin genoss die Ruhe und den Ausblick über den See, Frank interessierte wie so oft die Technik. Sein Weg führte unter anderem über einen Absetzer der als Museumsstück begehbar ist, alles wurde bestaunt, erkundet und abgelichtet. Die technischen Parameter waren schon beeindruckend, vor allem wieviel Leute damit ihr Brot verdient haben. Der Platz zwischen den Großgeräten ist terrassenartig angelegt und so finden eine Vielzahl von Kulturveranstaltungen statt. Im Tagebau gibt es sogar einen Triathlon. An der Ausflugsgaststätte lockte dann ein Schild mit Bockwurst, ihr wisst ja, wenn man einmal sitzt ... und so wurde eine zweite Bockwurst nachgestopft. Die Zeit war ran und es wurde zum Aufbruch geblasen.

Diesmal führte uns der markierte Radweg direkt nach Zschornewitz (85m) zum alten Kraftwerk. Im Ortszentrum bildete ein altes Transformatorhäuschen wie so oft ein sehr schönes Fotomotiv. Die Wegmarkierungen bis hierher alle gefunden, waren wir sehr optimistisch. Doch die Vorfreude war zu groß, irgendwann wurden wir verkehrt gelotst und kurbelten wie richtige Speichenschinder über die Hochkippe (144m) nördlich von Burgkemnitz. Durch das Eisenbahngleis erreicht man von da aus diesen Ort jedoch nicht. Auf dem Asphalt bis nach Gröbern und über den Gesundbrunnen, davon gibt es mehrere in der Dübener Heide, bis an den Ortsrand von Burgkemnitz (92m). Auf Kopfsteinpflaster kräftig durchgerüttelt, endlich wieder auf Waldwegen unterwegs. Zwischen dem Blauen See und Roten See führt der Radweg durch das Naturschutzgebiet Schlauch Burgkemnitz. Entlang der Tiefkippe Schlaitz waren wir nun wieder am Ostufer des Muldestausees angelangt, erwischten jedoch einen anderen Weg als auf der Hinfahrt oberhalb des Ufers. Man könnte meinen, zum Glück, denn dort standen an einem Datschenstandort zwei sehr seltene Lokomotiven und ein uralter Mähdrescher E175 aus dem Jahr 1966 (Diese Mähdrescher sind sehr selten, für mich wurden Kindheitserinnerungen wach.), sowie andere Landwirtschaftsgeräte. Nach einem kurzen Fotohalt wurde weiter gekurbelt und da es wie schon den ganzen Tag gut rollte, machte es auch weiterhin Spaß. 2:18:32 Stunden benötigten wir für den Rückweg bis zum Aussichtspunkt an der Südspitze des Muldestausees bei Pouch. Insgesamt waren wir 4:43 Stunden im Sattel unterwegs. Die ausgedehnte Mittagspause und die Fotohalte nicht mitgerechnet.

Sofort die Räder verstaut, Renovierung (waschen) und dann noch ein kurzes Picknick. Anschließend fuhren wir mit dem Auto nochmals zu dem Mähdrescher und machten einen Spaziergang zum Strand und zur Bootsanlegestelle. Was wir jedoch dort sahen war wirklich nicht einladend.

Wer nach so einer Tour den Tag noch etwas abrunden möchte, sei das Wahrzeichen von Pouch, der Rote Turm, empfohlen. Aber auch im benachbarten Bücherdorf Mühlbeck können Leseratten auf ihre Kosten kommen. 

Als Kartenmaterial werden empfohlen?

Wir waren mit einer alten Topographischen Karte aus dem Jahr 1987 im Maßstab 1:50.000 unterwegs, die Abkürzung ISBN steht zwar darauf, jedoch keine Nummer. Es gibt sicherlich entsprechend neuere Radwanderkarten. Über regionale Tourismusämter werden auch Faltblätter zum Radwegenetz angeboten.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour