Königsstuhl (116m) – Sassnitz (0m) – Königsstuhl (116m)

Länge: 16,1 km
Zeit: 47:55 Minuten
HF-Durchschnitt: 139S/min
HF maximal: 158S/min
Temperatur: 4 Grad
Aufstieg gesamt: 225m
Abstieg gesamt: 220m
Tiefster Punkt: 0m
Höchster Punkt: 151m

Ich begann meine Tour auf der größten deutschen Insel, der Insel Rügen in der Ostsee. Gestartet wurde auf der Halbinsel Jasmund am Parkplatz Königsstuhl der auch unter der Bezeichnung Kleine Stubbenkammer und Große Stubbenkammer bekannt ist.

Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß zum Start auf 116m Meter programmiert werden, Frank sattelt sein MTB.

Bei nicht gerade angenehmen 4 Grad Temperatur rolle ich im Nationalpark Jasmund, der in Richtung  Sassnitz führt, los. Anstelle des Kopftuches trage ich diesmal eine Bummelmütze. In dem durch mächtige Bäume bewaldeten Gebiet gilt es immer wieder leichte Huckel zu meistern. Der Autoverkehr an diesem Dezembertag ist sehr gering, im Sommer ist diese Straße sicherlich prall gefüllt. Am Ortseingang von Sassnitz kommt die erste Passage mit Kopfsteinpflaster, links steht die markante Kirche mit ihren roten Backsteinen. Einige Meter auf Asphalt gerollt, jetzt beginnt die „gut“ gepflasterte Straße in Richtung Hafen. Ein durchgängiges vibrieren der Gabel, rütteln am Lenker und rütteln an den Handgelenken, Unter-und Oberarmen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Diese Passage, Mischung aus Kopfsteinpflaster und den so genannten  Katzenköpfen, ist für Rennräder nicht passierbar. Den Rand des Hafenbeckens in Sassnitz (KM 8,08, Höhe 0m) erreicht trete ich den Rückweg an. Die ersten Höhenmeter werden auf dieser „Rüttelpiste“ gemeistert. Ab dem Eingang zum Nationalpark Jasmund ist die Straße wieder asphaltiert. Auch wenn ich etwas schwächle, es rollt gut. Am Kilometer 13,3 passiere ich den höchsten Punkt dieser Route, er ist 151 Meter hoch. Am oberen Abzweig muß rechts abgebogen werden. Ich erreiche meinen Ausgangs-punkt den Parkplatz zum Eingang des Kreidefelsens Königsstuhl (116m). Auf die letzten 200 Meter habe ich verzichtet, da der Eintritt von 6,00 Euro doch unverschämt hoch ist. Selbst Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren bittet man schon mit 3,00 Euro zur Kasse. Als ich 1981 an gleicher Stelle war brauchte ich keinen Eintritt bezahlen, nach 25 Jahren soll sich einiges geändert haben. Trotz des kalten Wetters habe ich ganz schön geschwitzt.  

Nachdem ich trockene Kleidung angezogen habe verstaue ich mein Rad im Auto. Vom Parkplatz aus kann auf einigen Wanderwegen durch den Nationalpark gewandert werden. Ich wähle einen Pfad der mit 412 Stufen und 110 Höhenmetern unterschied auf mich wartet. Sehr gut ausgebaut ist dieser auch für geführte Kleinkinder bestens begehbar. Durch die Bäume schillert schon mal der Königsstuhl. Nach wenigen Minuten stehe ich an einer der wohl bekanntesten Kreideküsten der Welt. Das Wasser der Ostsee ist sehr ruhig. Ich wandere nach links über die blank gespülten „Füße“ der Kreidefelsen. Eingeschlossene Gesteinsschichten lassen gut die Entstehung der Kreidefelsen bestaunen. Vor mir thront nach oben der Königsstuhl, ich fühle mich wie an einem Alpengipfel. Übrigens stelle ich fest, daß es überall sehr sauber ist, kein Bonbonpapier oder Tempotaschentücher. Sollte hier ein Fleck heile Natur sein. Mit meinem digitalen Fotoapparat mache ich einige Erinnerungsfotos. Ich wandere zurück, steige die Treppen hinauf und mache einen Abstecher zur Victoria-Sicht. Von hier aus kann der Königsstuhl aus einer anderen Perspektive bestaunt werden. Zurück zum Parkplatz, zur Erinnerung zwei Stocknägel gekauft.

Übrigens habe ich 1981 mal eine Radtour vom Königsstuhl über die gesamte Insel Rügen, über den Rügendamm, nach Stralsund und zurück unternommen. Es waren an die 110 Kilometer mit meinem 28er Sportrad (5 Gangschaltung) über den Rügendamm. In Stralsund habe ich dann ein doppeltes Kettenblatt erstanden, zu DDR Zeiten war das natürlich Goldstaub. In Stralsund kann auch das Meeresmuseum besichtigt werden, es ist nicht nur für Kinder sehr interessant. Mittlerweile wird ein neuer Rügendamm der ebenfalls den Strelasund überspannt gebaut. Einige Höhenmeter muß da schon ein Pedaleur überwinden. Sollte 2008 die Internationale Friedensfahrt von der Insel starten könnte dort eine mögliche Bergwertung bei 42 Höhenmetern auf der Brücke sein.

Aber auf dieser Insel Rügen gibt es noch weiteres zu besichtigen. So befindet sich in etwa 35 Kilometern Entfernung Kap Arkona der nördlichste Punkt der Deutschen Demokratischen Republik. Hier können Leuchttürme und Leuchtfeuer bestiegen werden. Die elektronische Anzeigetafel des Deutschen Wetterdienstes ist mit ihren jeweiligen Parametern interessant. Eine Ausstellung der Seenotrettung, sowie eine ehemalige Bunkeranlage der Volksmarine stehen ebenfalls zur Besichtigung bereit. Aber wer ein echter Radsportfan ist kennt ja auch „Fischkona“ die 24 Stunden Tour vom Fichtelberg (1214m) dem höchsten Punkt der DDR nach Kap Arkona zum nördlichsten Punkt der DDR. Diese Tour durchquert auch den Muldentalkreis, unsere Heimat, von Süd nach Nord. Für alle Interessierte: www.fichkona-sports.de .An der Straße von Sassnitz nach Binz wird der Fährhafen Mukran passiert. Auf den Gleisen des Güterbahnhofes ist noch großer Betrieb. Hier kann ein Wegweiser mit der Ortsangabe Sankt Petersburg erspäht werden. In Prora können im Museums-komplex verschiedene Ausstellungen besucht werden. Am benachbarten Technikmuseum stand ich allerdings vor verschlossenem Tor, es ist außerhalb der Saison geschlossen. In Binz erwartet einen der Rasende Roland. Seine Schmalspurgleise verbinden Putbus und Göhren. Ich befuhr die Strecke von Binz auf die Halbinsel Mönchgut nach Göhren und zurück. Die Hinfahrt, 30 Minuten auf der Plattform des ersten Wagen mit Sicht zur Rauchkammer der Dampflok. Herrlich der Duft von frischem Dampf und die Geräusche der Loksche. Im Bahnhof Binz ist im ehemaligen Güterboden eine kleine Ausstellung, ein Großteil des rollenden Materials steht in Putbus. Als Ausflugsziel möchte ich das Jagdschloss Granitz nicht vergessen. Der Turm des Schlosses kann ebenfalls bestiegen werden.

Radwege sind zum Teil auf der Insel vorhanden.

Sammler von Stocknägeln werden fast überall gut versorgt.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour