Karpacz (PL) (840m) – Kirche Wang (PL) (885m) – Domek Mysliwski (PL) –

Strzecha Akademicka (PL) (1258m) – Slaski Dom (PL) (1400m) –

Lucni Bouda (CZ) (1410m) – Strzecha Akademicka (PL) (1258m) –

Schr. Samotnia (PL) (1195m) – Karpacz (PL) (840m)

Strecke:                   Beton, Kopfsteinpflaster, Naturwege, Geröll, Holzsteg

Länge:                     nicht bekannt

Aufstieg gesamt:       749 m

Abstieg gesamt:        731 m

HF-Durchschnitt:      93 S/min

Maximalpuls:            124 S/min

Temperatur:             Tal 11 Grad, Lucni Bouda 6 Grad, Tal 13 Grad

Zeit:                         6:29:55 Stunden


Wir begannen unsere Tour in Karpacz (840m). Das idyllische Karpacz befindet sich in Polen nördlich der Sniezka/ Schneekoppe (1602m) im Karkonosze/ Riesengebirge.

Unser Wanderziel war an diesem Tag die Lucni Bouda (1410m) in Tschechien, 08.55 Uhr wurden die Wanderschuhe geschnürt und die Höhenmesser in Karpacz auf 840m programmiert. In der Straße Karkonoska, unweit der Straße Kamienna wurde gestartet. Waren wir doch tags zuvor 10 Stunden unterwegs, schienen die Beine fit zu sein. Auf dem städtischen Fußweg führte der Weg stetig bergauf bis zur Wikinger Holzkirche Wang (885m). Unmittelbar danach wird in den Nationalpark Karkonosze eingetreten. An diesem Tag war es bewölkt und es nieselte. Auf der Kopfsteinpflasterstraße wurde gemütlich gewandert. Vorbei an der Schutzhütte Ruiny schr. im. Bronka Czecha unweit des Feuchtgebietes Polana trafen wir auf die ersten Wanderer. Am Zusammenfluss der Bäche Biaty Potok und der Lomnica verließen wir die Straße nach rechts und wanderten nun durch den urigen Wald. Trittsicherheit war gefragt, war Frank doch sehr durch die bemoosten urig anmutenden Tannen abgelenkt. Die Lomnica rauschte parallel zum Weg. Am Domek Mysliwski, einem Gebäude der Nationalparkverwaltung entschieden wir uns den Weg erneut auf der mit Kopfsteinpflaster belegten Straße fortzusetzen und überquerten den Bach Lomnica über eine kleine Brücke. Gleichmäßig wurden Höhenmeter gemacht, die Sicht war fast Null. Da tauchte die Strzecha Akademicka (1258m) aus den Wolken auf, 1:32 Stunden hatten wir bis hierher benötigt. Kurz einen Stocknagel und Stempel organisiert wanderten wir nun in Richtung Slaski Dom das sich auf 1400 Höhenmetern befindet, weiter. Hier hörten wir wieder einen röhrenden Hirsch der in seinem Revier herrschte. Es schien in den Wolken nicht vorwärts zu gehen, war doch die Sicht immer noch Null und es regnete. Nach 2:19 Stunden erreichten wir das Slaski Dom (1400m), strahlt es doch sonst in seiner gelben Farbgebung schon von weitem, standen wir diesmal plötzlich davor. Rein in das schützende warme Haus. Ein Teil der Bekleidung war schon nass. Der heiße Herbata (Tee) schmeckte ausgezeichnet. Nach einiger Zeit setzten wir unsere Wanderung bei nasskaltem Wetter fort. Auch an diesem Tag wurde an der Grenze von Polen nach Tschechien nicht kontrolliert. Entlang der Latschenkiefern und über die langen Holzstege wanderten wir erneut durch die Krkonosska Tundra/ Riesengebirgs Tundra und das Hochmoor. Der Wind pfiff ganz schön auf dem Sattel des Riesengebirges. Nach 2:54 Stunden erreichten wir die Lucni Bouda (1410m). Glücklich die erste Tagesetappe geschafft zu haben, hingen wir unsere Regenbekleidung im Vorraum auf. Der Gastraum war an diesem Tag fast leer, lediglich die Betreiber und Angehörige der Bergwacht hatten es sich im warmen gemütlich gemacht. Wir bestellten uns erst einmal eine Terrine mit Hühnersuppe mit frischem Brot, genau das richtige bei dieser Kälte. Anschließend gibt es frischen Heidelbeerkuchen und einen prächtigen Palatschinken. Frische Riesenhörnchen werden noch im Rucksack verstaut. In der Baude ist es nicht nur schön warm, sondern auch sehr gemütlich. Aber wir müssen irgendwann aufbrechen und ins Tal zurück. Als wir uns wieder warm und regenfest gekleidet haben und die Baude verlassen erleben wir eine böse Überraschung. Rübezahl, der Herr der Berge, tobt sich aus. Wolken, Regen und starker Sturm, die Temperatur ist auf 6 Grad gefallen. Es nützt nichts, wir müssen los. Wir wandern über den Bernsteinweg bis auf den Hauptweg der Spindlerova Dom (CZ) (1198m) und das Slaski Dom (PL) (1400m) verbindet, und biegen nach rechts, also Richtung Osten, ab. Rübezahl kennt keine Gnade. Nach wenigen Hundert Metern wird nach links abgebogen und auf dem Kopfsteinpflaster in Richtung Strzecha Akademicka (PL) (1258m) weiter gewandert. In der Suppe wie wir als Flieger sagten wandern wir nun bis zum Strzecha Akademicka (PL) (1258m), rechts am Haus entlang auf dem unscheinbaren Weg weiter über Wurzeln und Steine bergab bis zur Schr. Samotnia (PL) (1195m). Es schüttet wie aus Kannen und wir können das schöne Panorama, des Bergsees Maly Staw und der Hütte nicht genießen, dennoch entschließt sich Frank die Knipse rauszuholen und einige Fotos zu machen. Die Schr. Samotnia (PL) (1195m) sieht sehr schön aus, wir aber müssen weiter. Auf dem holprigen Weg mit seinen vielen kippligen Steinplatten ist es durch den Regen sehr glatt und große Vorsicht geboten. Einige Burschen überholen uns bergab und springen halsbrecherisch von Stein zu Stein. Ab dem Domek Mysliwski (PL) wandern wir weiter auf der gepflasterten Straße und erreichen wenig später die Schutzhütte Ruiny schr. im. Bronka Czecha. Es ist so unangenehm, das wir auch hier nicht rasten und schnurstracks weiter Richtung Tal wandern. Vorbei an der alten Wikinger Kirche Wang auf 885m am Ortsrand von Karpacz verlassen wir den Nationalpark. Bis zu unserem Quartier sind es nur noch wenige Minuten, nach etwa 6,5 Stunden sind wir wieder auf 840 Höhenmetern im warmen. Auch wenn das Wetter nicht ganz so gut war, danken wir Rübezahl, dem Herr der Berge, ehrfurchtsvoll für diesen schönen Tag.

Unsere topographische Wanderkarte ist nun südlich von Karpacz mit den vielen Stempeln der Hütten bedruckt und wird irgendwann in einem Bilderrahmen in unserer Küche aufgehangen.   

Auf deutschsprachige Bezeichnungen der Hütten und Bauden wird absichtlich verzichtet, denn es gibt Grenzen, souveräne Staaten und eigene Landessprachen die zu akzeptieren sind.

An weiteren Tourenvorschlägen und Sehenswürdigkeiten mangelt es im Raum Karpacz nicht. Für Ruhetage zwei Klettergärten, Wikingerkirche Wang aus Holz oder Westerndorf.

Achtung, der Personalausweis wird an der Grenzkontrolle benötigt. Auch wenn seit der EU-Mitgliedschaft selten Kontrollen stattfinden, aber im Grenzgebiet muß man diesen bei sich tragen. Nicht zu vergessen das es zwei verschiedene Währungen (Polnische Zloty, Tschechische Kronen) zum bezahlen in beiden Ländern gibt.

Sammler von Stocknägeln, kleinen Aufklebern und Stempeln kommen überall auf ihre Kosten, man sollte allerdings seine Gedanken zusammen nehmen.

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Topographische Wanderkarte „Karkonosze i Gory Izerske“ im Maßstab 1:25.000, ISBN 978 83-907810-4-4 (sehr gut). Oder die Wanderkarte „Karkonoze“ ebenfalls im Maßstab 1:25.000, ISBN 978-83-60975-14-5. Als Ausweichvariante kann auch die tschechische Karte „Krkonose/ Riesengebirge“ Blatt 15 im Maßstab 1:50.000, ISBN 80-7011-267-0 genutzt werden. Einen Stadtplan von Karpacz findet man unter der ISBN 978-83-60975-13-8 im Maßstab 1:7500.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour