Karpacz eine Ortsbegehung

Strecke:                  Asphalt (bei uns alles schneebedeckt)

Aufstieg gesamt:      348 m

Abstieg gesamt:       348 m

Temperatur:           -5 Grad

Zeit:                       3:16:20 Stunden

Am nördlichen Fuße der Schneekoppe/ Sniezka (1602m) befindet sich der polnische Ort Karpacz (600 - 900m). Karpacz heißt auf deutsch Krummhübel. Ich bin mir sicher, Rübezahl der Herr der Berge war auch an diesem Tag wachsam. Wir begannen unsere gemäßigte Tour auf schneebedeckten Wegen ab unserer Pension (840m) stetig bergauf mit dem ersten Ziel, Kirche Wang. Die aus Norwegen stammende Wikingerkirche aus Holz ist eines der Aushängeschilder von Karpacz. Eine Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall, die schriftlichen Erläuterungen gibt es auch in deutscher Sprache. Aber auch ohne Erläuterungen werdet ihr begeistert sein, ein schönes Bauwerk. Am Eingang des Kirchengeländes beginnt auch der westliche Wanderweg zur Schneekoppe. Obwohl bei unserer Tour sehr viel Schnee war gaben sich die Leute des Ortes größtmögliche Mühe die Wege begehbar zu halten. Nach unserem Besuch wanderten wir auf Schusters Rappen bis zum tiefsten Punkt des Ortes, wie sollte es anders sein, zum Bahnhof bzw. was davon übrig geblieben ist.

Eisenbahnfreunde finden in diesem Zipfel nördlich der Schneekoppe nur wenige Exponate die an rauschende Zeiten der Bahn erinnern. Auch wenn auf den Atlanten und Karten noch Gleise und Bahnhöfe eingezeichnet sind, es sieht aber meist sehr unschön aus. Am Schienenstrang vor Karpacz säumen noch Telegraphenmasten die Schienenschneise. Der Bahnhof Karpacz war im Jahr 2008 recht verfallen, lediglich gleisseitig war die Front des Bahnhofsgebäudes und ein Güterschuppen in einem einladenden Zustand. Auf den Gleisen stand eine Draisine. Ein Verein führt dort zu unbestimmten Zeiten Fahrten mit diesem Teil durch, seinerseits gibt es wohl Überlegungen eine Schmalspurbahn oder Normalspurbahn zu betreiben. Kehrt Marsch und der Rückweg begann. Die Höhenmeter die es runter ging mußten erst einmal gefressen werden. Aber kein Problem, Abwechslung gibt es genügend und ein Gasthaus zur Einkehr, bei uns war es zum Mittagessen, findet man allemal. Wie so oft fällt es dann schwer wieder hoch zu kommen. Der von weitem einladende Hochseilgarten zum klettern war tief verschneit, sonst bestimmt ein magischer Anziehungspunkt für groß und klein. Der Duft von frisch gebackenem und gebratenem läßt das Wasser im Gaumen tropfen aber auch ich habe bereits ein kulinarisches Gewölbe, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Bauch genannt. Und so waren wir eisern und wanderten bis zum Ausgangspunkt, unserer warmen Pension. Endlich taucht sie auf, die Schneekoppe/ Sniezka (1602m) unser Aufstieg aus Norden infolge des hohen Schnees tags zuvor allerdings gescheitert. Von Süden schon vor vielen Jahren geschafft, wird irgendwann nachgeholt.

Sammler von Stocknägeln und anderen Andenken werden überall ausgezeichnet bedient und kommen voll auf ihre Kosten.

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Stadtplan Karpacz/ Krummhübel im M 1:7.500 mit der ISBN 978-83-60975-13-8 .Ich habe die Wanderkarte „KARKONOSZE I GORY IZERSKIE“ im Maßstab 1:25.000, ISBN 978 83-907810-4-4 vorgezogen. Es gibt aus meiner Sicht noch eine fast genau so gut aufgearbeitete Wanderkarte mit dem Namen „POLSKIE i CZESKIE KARKONOSZE“ ebenfalls im Maßstab 1:25.000 mit der ISBN 978-83-60975-14-5.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour