Gemonio (230m) – Orino – Fort Orino (407m) – Rifugio Alpino – u.z.

Strecke:                  Asphalt, Naturwege, Geröll

Aufstieg gesamt:      358 m

Abstieg gesamt:       361 m

HF-Durchschnitt:     85 S/min

Maximalpuls:           122 S/min

Zeit:                        2:57:02 Stunden

Hatten wir uns zwei Tage am Lago Maggiore bei sommerlichen Temperaturen geaalt, gebräunt und die prächtige Natur – die Berggipfel mit ihren Schneeresten – betrachtet, war die Zeit reif für Bewegung.

Eine Tour führte uns durch die Umgebung um Gemonio (230m). Dieser reizvolle Ort unweit des Ostufers vom Lago Maggiore befindet sich in Italien im Piemont.

Wir begannen unsere Tour am Bahnhof des Ortes Gemonio und programmierten den Höhenmesser auf 230 Meter. Gleich erst einmal urige Treppen steigen. Die ersten Meter führten auf einer schmalen Asphaltstraße durch den Ort bergauf. Palmen und rießiger Bambus säumten den Weg. Unweit vom Marktplatz geht es in eine Gefällepassage, nach etwa 200 Metern ist eine Kreuzung mit der Hauptstraße erreicht. Hier wird am Postamt nach links abgebogen und am Straßenrand entgegen der rücksichtslosen Autofahrer weiter marschiert. Nach etwa einem Kilometer kommt ein Parkplatz mit Schutzhütte und Informationstafel. Wir haben den Weg über die Straße in den Wald gewählt. Endlich lärmfrei in der Natur, das wandern macht richtig Spaß. Auf einem schmalen abschüssigen Weg erreichen wir einen kleinen Bach an dem ein Turbinenhaus steht. Um nicht nasse Füße zu bekommen, suchen wir uns einen Weg über Steine und springen von Stein zu Stein. Wir vernehmen großes knattern und wenig später überholt uns ein Jüngling auf einer Crossmaschine, der Bursche ist freundlich und fährt an uns rücksichtsvoll vorbei. Wir fressen mittlerweile Höhenmeter. Kastanienbäume säumen den Weg und rechts erscheint eine kniehohe Mauer, auf der Wegegabelung biegen wir nach links ab. Von hier aus kann man immer mal Wege-/ Wandermarkierungen erspähen. Auf Asphalt wird weiter marschiert. Eifrige Hunde begleiten uns in den anliegenden Grundstücken, sie springen verdammt hoch, Kerstin wird immer schneller. Geschafft, wir sind in einer hundefreien Zone in Orino. Ein kleiner Ortsplatz mit Brunnen, Wirtshaus und Postamt ist erreicht. Wir wandern weiter geradeaus, an der nächsten Hauptstraße nach rechts abbiegen. Nach etwa 100 Metern auf der Hauptstraße wird entsprechend einer Wegmarkierung nach links abgebogen und es werden wieder Höhenmeter gemacht. Immer weiter auf Schusters Rappen, Höhenmeter, einfache Häuser und plötzlich sind wir im Fort Orino (407m). Alte dicht aneinander gefügte Gebäude mit allerlei schönen Requisiten, verwitterten Bildern und vor allem gut sichtbaren Wegmarkierungen. Mittlerweile wandern wir auf einem Waldweg, Jungs auf den MTB´s und Läufer begegnen uns immer mal wieder. Auf einer großen Lichtung stehen eingezäunt Esel, eine Sitzgruppe lädt zum rasten ein, aber es soll erst einmal bis zum Ziel gehen, wir wandern also ohne Pause weiter. Aus einer Wegmarkierung sind mittlerweile drei verschiedene geworden. Das Laub ist inzwischen Kniehoch, Geröll macht die Sache nicht ungefährlich. Laub über Laub, wir versinken regelrecht bis zu den Hüften, eine Wegmarkierung ist schon längst nicht mehr zu sichten. Also kommt es, wie es kommen mußte, wir entschließen uns zur Rückkehr. Die Höhenmesser zeigen an dieser Stelle 540 Meter nach 1:35:39 Stunden Wanderzeit an. Schade, die Rifugio Alpino haben wir nicht erreicht.

Den Rückweg wählen wir genauso wie den Aufstieg. An der Sitzgruppe erhalten wir Gesellschaft durch die Esel. Wieviele Esel nun dort verweilten ist etwas unklar. Zurück durch das Fort Orino, den Ort Orino und dann bis zu der Wegegablung an der die kniehohe Mauer steht. Hier wandern wir diesmal jedoch gerade aus. Nun verläuft ein Teil der Tour auf einer fast autofreien Straße die wieder in einen schmalen Weg mündet. In einem Grundstück tummeln sich Straußenvögel mit ihrem Nachwuchs. Frühzeitig vernehmen wir das rauschen eines Baches. Links des Weges steht eine alte Wassermühle die als Denkmal „museo Salvini“ gekennzeichnet ist. Leider hat sie geschlossen und schnurstracks wandern wir nach wenigen neugierigen Blicken weiter. (Ein Besuch erfolgte aber wenige Tage später.) Über einige Hügel erreichen wir die Kreuzung am Ortseingang von Gemonio an der das örtliche Postamt steht. Die letzten paar hundert Meter wieder vorbei an den Palmen und Bambus, der Ausgangspunkt am Bahnhof Gemonio (230m) ist erreicht. Bis zu unserer Ferienwohnung ist es nur noch ein Katzensprung. Auch wenn wir unser Tagesziel nicht gefunden haben, aber dennoch hatten wir eine schöne Wanderung durch die herrliche Natur und waren drei Stunden an der frischen Luft. Es war gut so, denn die folgenden 4 Tage und 3 Nächte schüttete es durchweg wie aus Kannen, solch einen Dauerregen haben wir bisher nicht erlebt. An eine nächste Wanderung war danach erst einmal nicht zu denken.

Ich kann es euch ja jetzt verraten, wir waren ohne Wanderkarte unterwegs. An einem einzigen Kiosk hatte ich eine gesehen, aber sage und schreibe 30 € waren mir doch zu fett für drei Wanderungen. Die ISBN habe ich mir leider nicht notiert.

Wanderstöcke sind bei dieser Tour sinnvoll, aufrechtes gehen beschert eine bessere Atmung.

Auch wenn diese Gegend kein ausgesprochenes Wandergebiet ist, eine neue Tour ist immer reizvoll.

Weitere Ausflugstipps sind der Lago Maggiore mit seinem gigantischen Panorama. Für Eisenbahn-und Technikliebhaber ein Geheimtipp, der Besuch einer privaten Sammlung in dem Örtchen Ranco. Ein älterer Herr hat Jahrzehnte lang Schätze zusammen getragen. Von der Lochzange, über Eisenbahneruniformen aus aller Herren Länder, Wagen, Lokomotiven, Stellwerkstechnik und alles was zum Fahrbetrieb – von der Ölkanne bis zum Signal – gehört. Die Gestaltung ist einzigartig. Hier sollten schon zwei Stunden Besuchszeit eingeplant werden, der Eintritt ist frei, wer ehrlich ist legt was hin.

Schlechtwettervariante wenn es mal wieder viert Tage hintereinander regnet. Ein Ausflug nach Mendrisio in der Schweiz zu einer privaten Galerie neben dem Bahnhof. Wie sollte es anders sein, natürlich Eisenbahnmodelle vorwiegend im Maßstab 1:87. Aber auch alle anderen Nenngrößen sind vorhanden. In der Sammlung befinden sich auch mehrere Modellbahnanlagen. Als Besuchszeit sollten 2,5 bis 3 Stunden eingeplant werden. Gegenüber der Galerie sind ein Schweizer Krokodil und andere Lokomotiven und Wagen im M 1:1 abgestellt. Aber seht selbst.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour