17. Nachtlauf von Davos/ Schweiz (1560m)

Eric Thomas gewinnt UBS-Goldsprint in Davos und wird Gesamtsieger im Lande Wilhelm Tells

Strecke:                       Asphalt

Länge:                          2,678 km

Zeit:                             9:59,3 Minuten

Die Teilnahme am Davoser Nachtlauf sollte für Eric der Wettkampfhöhepunkt im Jahr 2000 werden. In den Hohburger Bergen wurde der Bursche fit gemacht. Lange Berganläufe auf jedem Untergrund sollten Vertrauen schaffen, ja die Rodelbahn im Wald 8 km nördlich von Wurzen hat es schon in sich. Wer dort 10 mal als Steigerungslauf hoch läuft hat nicht nur Kondition, sondern auch mächtig viel Willenskraft abgeliefert.

Mitte Juli 2000 wurde es in der höchst gelegenen Stadt Europas, Davos (1560m) in der Schweiz, ernst. Dieser kleine Ort der auf jeder Weltkarte zu sichten ist befindet sich im Kanton Graubünden dem Land der Steinböcke, das ist der größte Kanton der Schweiz. Bereits eine Woche vorher angereist, sollte die Zeit zur Akklimatisation reichen. Die letzten Tage vor dem Wettkampf wurde auf den bergigen Naturwegen im Dischmatal in Richtung Teufi und im Stadion von Davos unter ausgezeichneten Trainingsbedingungen trainiert. Einige Einheiten auf der Kunststoffbahn absolvierte Eric mit der zu jener Zeit erfolgreichsten Mittel-und Langstrecklerin der Welt. Gabriela Szabo aus Rumänien hatte ihre Zelte auch in Davos aufgeschlagen. Bereits im Training wurde die Wettkampfstrecke mehrfach beim ein-bzw. auslaufen in Augenschein genommen. Den Schwerpunkt bildete dabei der Anstieg hinter der Eishalle.

Der Abend des 22. Juli 2000 war gekommen. 20.30 Uhr schickte der Starter das Feld auf die Strecke durch die Straßen dieses Nobelortes. Die Laufstrecke war komplett für den gesamten Straßenverkehr gesperrt, also ausgezeichnete Bedingungen. Der Start erfolgte kurz vor dem Casino, gelaufen wurde in Richtung Westen (sozusagen wie durch die Einbahnstraße) und auf der hinteren Kreuzung abwärts ins Tal. Auf der langen Gerade war nun nicht nur Kondition gefragt. Vorbei am Bahnhof der Rhätischen Bahn, weiter vorbei am Stadion und dann hinter dem Sportzentrum hinein in den Anstieg. Frank hatte sich mit der Stoppuhr in der letzten Kurve des Anstieges postiert. Der Anstieg war dicht gesäumt von Zuschauern, auf den letzten 1000 Metern standen Leute in mehreren Reihen hinter denn Absperrzäunen. Die Lautsprecherdurchsagen berichteten, das bereits nach einem Kilometer ein Läufer aus Deutschland dem Feld enteilt war und schon großen Vorsprung hat. Hinter der Eishalle tauchte das Führungsfahrzeug dicht gefolgt von Eric „Scaletta“ Thomas auf. Die Uhr wurde eingestoppt. An dieser Stelle war es etwas kühler, wurde doch zwischen den Bergen des abgehobelten Eises der Eishalle durchgelaufen. Eric war gut drauf und schien fast mühelos die 160 Meter des Anstieges hoch zu stürmen. Die Zuschauer machten prächtig Stimmung und trugen ihn regelrecht durch ihre Begeisterung den Anstieg hoch. An jener Stelle hatte der Wurzener Bursche schon 33 Sekunden Vorsprung. Frank war wie so oft aus dem Häuschen, der Plan schien aufzugehen. Frank signalisierte Eric jetzt ruhig bis zum Ziel zu laufen um Kräfte für ein weiteres Rennen ein Woche später ebenfalls in Davos zu sparen. Am Kilometer 2,0 gewann Eric den UBS-Goldsprint. Ohne zu sprinten passierte er diese an der Strecke auf der Promenade stehende Tafel. Eric wurde jetzt schon von den Massen gefeiert und konnte die letzten 500 Meter genießen. Nach 9:59,3 Minuten hatte Eric nicht nur die 2,678 Kilometer bewältigt, ein großes Ziel war für den Burschen in Erfüllung gegangen. Der Asphalt musste sehr schnell gewesen sein. Wie so oft dauerte es bis zur Siegerehrung einige Zeit und so brach die Dunkelheit über diesen eidgenössischen Ort herein. Endlich Siegerehrung. Eric bekam als Sieger des UBS-Goldsprint einen kleinen zertifizierten Goldbarren aus 999er Gold überreicht, die Freude war riesig. Zur Ehrung als Gesamtsieger erhielt er nun die prächtige Medaille und noch einige Naturalpreise. 

Ich kann es euch ja verraten, nicht nur Eric war von diesem Erfolg gerührt, ein Traum ging in Erfüllung.

Für Eric war es der schönste Wettkampf seiner nicht nur durch großartige Erfolge geprägten Laufbahn. Ein gerahmtes Bild von der Siegerehrung steht seit jenem großartigen Sieg auf Frank seinem Schreibtisch.

Mittlerweile gibt es diesen Wettkampf auch infolge von Sponsorenproblemen in der Schweiz nicht mehr. Eigentlich schade.    

Übrigens, auch eine Woche nach diesem Rennen sicherte sich Eric einen weiteren Sieg in Davos, den beim Berglauf am Tag vor dem Swiss AlpineMarathon, aber das ist eine andere Geschichte.

Als Alternativen zu den Wettkämpfen können zahlreiche Wanderungen um Davos und Radtouren auf benachbarte Pässe und durch die herrliche Natur empfohlen werden. Auch die Fans der Eisenbahn kommen an und auf den Gleisen der Rhätischen Bahn, dem längsten Meterspurnetz der Welt, auf ihre Kosten.

Schwimmhalle und Freibad laden auch zu einer etwas ruhigeren Minute ein.

Viel Spaß  bei eurer Tour