Vom Zauberberg, Steinböcken und Alphörnern

Davos/ Schatzalp (1862m) – Strela Alp (1921m) – Strelapass (2350m) –

Weissfluhjoch (2663m) – Davos (1560m)

Strecke:                         Naturwege, Geröll, Schneefelder, MTB möglich

Länge:                           ca. 8 km

Aufstieg gesamt:             753 m

Abstieg gesamt:              5 m

HF-Durchschnitt:           108 S/min

Maximalpuls:                 138 S/min

Temperatur:                  sehr warm, Mittelstation 29,5 Grad

Zeit:                             2:43:45 Stunden


Diese Wanderung ist für Kinder geeignet.

Eine schöne Tour erwartet die Wanderer in der Schweiz. In Europas höchstgelegener Stadt Davos (1560m) im Kanton Graubünden wird die Standseilbahn zur Schatzalp (1862m) bestiegen.

Der Höhenmesser muß zum Beginn auf der Schatzalp auf 1862 Meter programmiert werden.

Dort wo einst Thomas Mann seinen „Zauberberg“ schrieb beginnen Kerstin und Frank ihre Wanderung zum Weissfluhjoch (2663m) unter anderem im Jahr 2010. Die Tagestouristen sind schnell zurück gelassen. Gemächlich führt der Weg zur Strela Alp (1921m) einem kleinen Berggasthaus. Auf gut ausgebauten Naturwegen wird nun durch das Strela Gebiet gewandert bis irgendwann hinter der Waldgrenze der Weg nach rechts verlassen wird. Parallel zur Waldkante werden nun mühsam Höhenmeter gefressen. Die ersten MTB Fahrer kommen uns vorsichtig vom Berg entgegen, den letzten hatte es schon mächtig gebeutelt. Die Kühe sind wie so oft unsere Begleiter. Etwa nach einem Kilometer stand die Wahl, Hauptweg oder Naturweg gehen. Wir entschieden uns schnell für die natürliche und abseits der MTB Piloten verlaufende Variante. Enzian und allerlei Alpenblumen sorgen für Abwechslung. Aber auch eine Holzschnitzerei, Vater mit zwei Kindern am Berg, lenkt vom strapaziösen Aufstieg ab. In der Ferne taucht plötzlich das Berggasthaus Strelapass auf. Auf der Passhöhe vom Strelapass (2350m) angekommen werden erst einmal die vielen Wanderwegweiser zur weiteren Orientierung bestaunt. Frank macht einen Abstecher ins Berggasthaus, aber einen Stocknagel gibt es hier nicht. Kerstin ist zwischenzeitlich weiter gewandert. Auf dem Schanfigger Höhenweg wird nun im Schatten des Schiahorns gewandert. Achtung Steinschlaggefahr! Der Weg führt sehr reizvoll durch ein Felsentor und über einige hölzerne Stege. Kerstin ist immer noch nicht in Sichtweite. Dafür aber in Richtung Norden der Weissfluhgipfel (2834m). Gleichmäßig wird durch das planierte Geröll gewandert. Da erspähe ich Kerstin wie sie ein Schneefeld überquert. Am nächsten kristallinen Übergang habe ich sie eingeholt. Die Sonne prasselt wie verrückt. Die Überquerung der Schneefelder bringt keine Abkühlung, im Gegenteil, die reflektierten Sonnenstrahlen heizen noch mehr ein. Uns kommen immer wieder freundliche MTB Fahrer entgegen, einer hat Pech, der stürzt in den Schnee. Der Weg zieht sich ganz schön, aber es kann nicht mehr weit bis zum Weissfluhjoch (2663m) sein. Die Wanderstöcke erweisen sich wie so oft als gute Stützen. Immer öfter vernimmt Frank das knurren oder kullern von einem Steinbock. Der Bursche hat sich gut getarnt, ist nicht zu sehen. Schließlich ist eine windstille Stelle ausgemacht. Es scheint eine ausgedehnte Pause zu werden. Der Proviant wird zur Nebensache für Frank, das Fernglas ist ihm diesmal lieber. Trotz mehrmaligen Stellungswechsels ist der Steinbock nicht auszumachen. Dafür kommen zwei Wanderer mit ihrem vierbeinigen Gefährten vorbei und bringen hundert Meter weiter ihre Alphörner in Stellung und jagen herrliche Klänge durch die Berge. Den Steinbock scheint das nicht weiter zu beeindrucken, er krakeelt weiter und läßt sich nicht blicken. Schade. Nach 3 Stunden gibt Frank ohne Erfolg auf. Die letzten Meter werden bis zum Weissfluhjoch (2663m), was nach 2:43 Stunden erreicht ist, gewandert. Die Talfahrt erfolgt diesmal mit dem Lift da die Standseilbahn in der oberen Sektion grundlegend erneuert wird. Beim Umstieg an der Mittelstation auf etwa 2219 Meter zeigt das Thermometer 29,5 Grad an. In Davos auf 1560 Meter angekommen geht eine schöne Wanderung bei ausgezeichneten Wetterbedingungen zu Ende.

Tags darauf wird sehr zeitig mit dem ersten Lift zum Weissfluhjoch (2663m) herauf gefahren, natürlich mit der Zielstellung einen Steinbock zu erspähen und abzulichten. Andere Wanderer haben sich ebenfalls mit Fotoapparaten und großen Objektiven auf die Lauer gelegt. Wir wandern auf Geröll und über mehrere Schneefelder hinauf zum Weissfluhgipfel (2834m). Nach 37 Minuten können wir die prächtige Aussicht über und in die Bergketten in alle Himmelsrichtungen genießen. Der Steinbock ist zu hören aber nicht zu sehen. Wir stellen fest, das man von diesem Gipfel in westliche Richtung bis nach Arosa (1725m), einem Wanderziel vorangegangener Tage, schauen kann. Beim Abstieg vernehmen wir die Laute des Steinbockes aus einer anderen Richtung, vom Gotschnagrat, trotz gleichmäßiger Aufklärungsarbeit keine Sichtung. Erneut plazieren wir uns auf der gegenüberliegenden Talseite vom Weissfluhgipfel und starren stundenlang in die Felsen. Erfolglos aber den Tag in der herrlichen Natur verbracht brechen wir in bewohntes Gebiet auf.

Seit 1997 haben wir in Davos nicht so gleichbleibend gutes und warmes Wetter erlebt.

Als Wanderkarten sind für diese Tour zu empfehlen: „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag, ISBN 3 907 57006 5 oder „Davos, Arosa, Prättigau, Klosters“ im M 1:50.000 aus dem Kompassverlag, ISBN 978-3-85491-462-4.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour