Bergün / Bravougn (1367m) – Sertigpass (2739m) - Sertig Dörfli (1861m) – Clavadel (1664m) – Davos (1560m)

Auf den Spuren des Sertiglauf über 29,6 km


Länge:                         29,6 km

Aufstieg gesamt:           1400m

Abstieg gesamt:            1300m

Laufstrecke (Turnschuhe ausreichend), Anfang Juli meist noch mehrere kleine Schneefelder am Sertigpass

Diese Streckenbeschreibung bezieht sich auf die „Urstrecke“ des SwissAlpine Postmarathon wie sie bis 1997 als Wettkampf gelaufen werden konnte.

13,1 Kilometer, von Bergün / Bravougn (1367m) bis auf dem Sertigpass (2739m), muß berghoch gelaufen werden. Ab Bergün sofort in Richtung Chants laufen. In der Siedlung Chants (1822m) muß sich unbedingt links gehalten werden. Achtung, die Ausschilderung der Wegweiser des SwissAlpine Marathon bezieht sich auf die neue Strecke über den Scalettapass !!! Der harte Aufstieg zum Sertigpass (2739m) beginnt. Am Bergsee mit dem Namen Lai da Ravais-ch-Suot sind schon 2505 Höhenmeter erreicht. Auch Ende Juli muß hier noch mit mehreren Schneefeldern gerechnet werden. Südlich des Sees befindet sich der Piz Murtelet mit 3018m. Es wird zwischen den beiden Seen durchgelaufen. Steil steigt nun das Gelände bis zum Sertigpass (2739m) an. Die meisten Läufer müssen nun gehen. Der höchste Punkt der Strecke, der Sertigpass (2739m), ist erreicht. Ein wichtiger Kontroll-und Verpflegungspunkt, der Rennarzt befragt jeden. Antworten ist Pflicht. Die wärmenden Getränke auf dem Pass wirken Wunder und wie gut Banane schmecken kann müßt ihr selbst erfahren. Es empfiehlt sich in einer Gürteltasche einen Foliesack oder eine dünne Wetterjacke mitzunehmen. Das laufen bergabwärts gestaltet sich nicht ungefährlich, Schneefelder und Geröll machen diese Aktion nicht ganz einfach. Aber wer es bis auf den Pass geschafft hat bewältigt auch das, es muß sich bis Sertig Dörfli (1861m) höllisch konzentriert werden. Rechtzeitig sollte kürzer getreten werden. Wer denkt es geht nun bis Davos durchweg bergab, der hat sich getäuscht. In Sertig Dörfli rechts den Wanderweg in Richtung Waldkante hoch laufen. Kleine Huckel machen es fast jedem Läufer wieder schwer. Auch ich habe große Probleme, einer meiner Hacken ist aufgescheuert und blutet, „luftbereift“ bin ich auch. Aber wenn dann Clavadel (1664m) erreicht ist, läuft es leichter. Entlang am Landwasser wird nun in den Nobelort Davos gelaufen. Wer das Stadion in Davos (1560m) erreicht hat nicht nur eine große Schinderei hinter sich, sondern hat hundertprozentig ein unvergessliches Erlebnis. Er hat einen Teil des ehemals höchsten Ultralanglaufes der Welt absolviert. Hut ab. Ein großes Dankeschön gebührt auch den unzähligen fleissigen Helfern und freundlichen Zuschauern die wirklich jeden anfeuerten.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon  (Davos 1560m – Monstein 1626m – Filisur 1080m – Bergün 1367m – Sertigpass 2739m – Davos 1560m) über 66 km gelaufen. Nachmessungen des Veranstalters ergaben jedoch ein Jahr später das die Strecke sogar 72 Kilometer lang war. Seit 1998 führt die Strecke des SwissAlpine Marathon ab Bergün / Bravougn (1367m) geändert über die Keschhütte (2632m), den Scalettapass (2606m) weiter zum Dürrboden (2006m) und von da nach Davos (1560m). Von Bergün / Bravougn (1367m) wird diese auch als K42 bezeichnet. Auch hier war ich gemeinsam mit Eric in den Jahren 1998, 1999 und 2000 unterwegs.

In dieser Davoser Sportwoche kann noch bei allerhand anderen Läufchen gestartet werden. Davoser Nachtlauf (Samstag), Seelauf (Dienstag), Bergsprint (Freitag) und als Höhepunkt der SwissAlpin Marathon. Die Sportwoche wird durch Vorträge, besondere Filme im Kino und eine Marathonmesse abgerundet.

Wer noch andere Unternehmungen in dieser herrlichen Gegend tätigen möchte benötigt sehr viel Zeit. Laufstrecken gibt es genügend. Wer von A nach B läuft kann gut mit der Eisenbahn zum Ausgangspunkt fahren. Mit dem Rennrad, MTB oder Skirollern hat man die Qual der Wahl. Viele Pässe und herausfordernde Anstiege verlangen ganz einfach bezwungen zu werden. Mit dem Rad auf den Albulapass (2312m) ist schon eine Herausforderung. Die Wege sind alle ausgezeichnet mit Wanderwegweisern ausgeschildert, auch ohne Karte kommt man gut zum Ziel.

Freunde der Eisenbahn kommen hundertprozentig auf ihre Kosten. In Bergün am Bahnhof steht eine G 6/6`, also ein Krokodil der Rätischen Bahn (RhB). Das Schienennetz der Rhätischen Bahn (RhB) ist das größte europäische Schmalspurnetz (Meterspurnetz). Ob rollendes Material oder Bauwerke, ich wurde mächtig verzaubert. Egal ob Wanderung oder Fahrt mit einem der roten Züge, es wird keiner enttäuscht. Zu nennen ist auch der Eisenbahnlehrpfad von Bergün nach Preda. Schautafeln entlang der Albulalinie bieten viel Abwechslung. Mehrmals unterquert man bei dieser Wanderung die Eisenbahnstrecke und bekommt Orientierungsschwierigkeiten. Von Preda zurück zum Ausgangspunkt empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Zug durch die Kehrtunnel. Im Winter ist die Straße auf den Albulapass (2312m) gesperrt. Auf der Straße führt von Preda (1789m) bis Bergün / Bravougn (1367m) eine sechs Kilometer lange Rodelbahn, sicherlich eine tolle Sache. Jedoch hat die Fahrt mit dem Pendelzug ihren Preis. 

Freunde des Gerstensaftes können in Monstein ihr eigenes Bier brauen.

Auch in den Hütten kann der Hüttenstempel in den Wanderpass für das Wanderabzeichen dieser Region gedrückt werden. Stocknägel gibt es für die Sammler ebenfalls.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im

M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag.

Eisenbahnfans sei das Buch, Rhätische Bahn – Eisenbahnerlebnis in Graubünden von Bernhard Studer mit der ISBN 3-905404-23-0, wärmstens empfohlen. Ein ausgezeichnetes Werk zur Planung der Touren und der Erläuterung des Eisenbahnerlebnisses in und um Graubünden.

Um Kindern die Pflanzen-und Tierwelt zu erklären und etwas Abwechslung in die Tour zu bringen gibt es kleine Taschenbücher aus dem Kompass Verlag.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour