Davos (Stadion 1560m) – Frauenkirch (1505m) – Spina (1598m) – Monstein (1626m) – Station Monstein (1346m) – Zügenschlucht – Station Wiesen (1197m) – Wiesner Viadukt – Filisur (1080m)

Auf den Spuren des Landwasserlauf über 28 Kilometer, jetzt K31 genannt


Länge:                         30 km

Aufstieg gesamt:           380 m

Abstieg gesamt:            840m

Laufstrecke (Turnschuhe ausreichend), MTB möglich, Achtung in der Zügenschlucht Gefahr durch Steinschlag und mehrere kürzere unbeleuchtete Tunnel.

Diese Streckenbeschreibung bezieht sich auf den ersten Teil der „Urstrecke“ des SwissAlpine Postmarathon wie er bis 1997 als Wettkampf gelaufen werden konnte.

Im schweizerischen Kanton Graubünden, in der Landschaft Davos, findet jährlich eines der großen volkssportlichen Ereignisse für Läufer und Wanderer statt. Aber auch außerhalb dieser Veranstaltung kann man sich selbst einige Erlebnisse schaffen.

Der erste Teil der Laufstrecke, also von Davos bis Filisur, ist mit Hinweisschildern für den SwissAlpine Marathon das ganze Jahr sehr gut ausgeschildert.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon gelaufen. Allerdings erlebte ich die ersten 30 Kilometer eher zum einlaufen da ich die komplette Distanz über 72 km unterwegs war. Dieser Streckenabschnitt wird als Landwasserlauf bezeichnet, seit 1998 trägt er auch den Namen K30. Für nicht so konditionell gute Läufer ist er allemal zu schaffen, als Knackpunkt gibt es nur den Anstieg nach Monstein.

Gestartet wird in Davos im Stadion, der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 1560 Meter programmiert werden. Dann wird durch den Ort vorbei am Teich neben der Seilbahnstation gelaufen, auf der oberen Prachtstraße dieses Nobelortes trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Eine langgezogene Gefällepassage gestaltet die Sache etwas leichter, Frauenkirch (1505m) ist erreicht. Hinauf nach Spina werden Höhenmeter gefressen, der Anstieg ist schon gewaltig. Viele der Läufer gehen bereits. Spina (1598m) und wenig später Monstein (1626m) sind erreicht und passiert. Auf Waldwegen mit großem Gefälle wird nun hinunter zur Station Monstein (1346m) der Rhätischen Bahn (RhB) gelaufen. Konzentration ist notwendig um nicht den Waldboden zu küssen. Hundert bis zweihundert Meter auf dem Asphalt und dann vor dem Straßentunnel nach links auf Splitt weiter. Ehe man sich versieht ist man mitten in der Zügenschlucht. Ein gigantisches Panorama in der Schlucht. Mehrfach wird es dunkel, der Grund, es wird durch unbeleuchtete Tunnel gelaufen. Ungewohnt aber mal was anderes. Am Ende der Schlucht gilt es einige Treppenstufen hinunter zu laufen um eine Betonbrücke passieren zu können. Auf verwurzelten Waldwegen geht es nun einige Höhenmeter rauf und runter. Im Gefälle zur Station Wiesen (1197m) der Rhätischen Bahn (RhB) ist große Vorsicht geboten. Die Strecke führt über den Bahnübergang. Vor mir geht die Schranke runter, aber einer der vielen fleissigen Helfer winkt mich vor dem herannahendem Zug noch über die Gleise. Parallel zum Schienenstrang führt die Laufstrecke nun über das weltbekannte Wiesner Eisenbahnviadukt. Zug und Läufer teilen sich die Brücke. Auf dem 89 Meter hohen Viadukt wir die Landwasserschlucht überquert. Zuschauer im gleichzeitig über das Viadukt fahrenden Zuges feuern die Läuferschar kräftig an. Auch ich wage einige Blicke in die Schlucht, herrlich. Infolge des Dauerregens ist hinter der Brücke sehr viel Schlamm, auch ich tapse in ein Loch und habe nun nicht nur glitschnasse, sondern auch schlammige Schuhe. Auf den ungeebneten Waldwegen läuft es sich wieder ausgezeichnet. Da es durch abfallendes Gelände geht laufen die Beine wie fast von alleine. Der Ort Filisur ist in sichtweite. Ehe man sich versieht hat man die Bahnstation in Filisur (1080m) erreicht und ist im Ziel.

Für mich geht es hier allerdings noch über 40 Kilometer auf den Spuren des SwissAlpine Postmarathons weiter, aber das ist eine andere Geschichte. Bemerkt sei allerdings das ich bei dem Läufchen 1997 nicht den Wettergott auf meiner Seite hatte. Vom Start in Davos bis Filisur und weiter nach Bergün schüttete es aus Kannen. Nasse Klamotten und Schlamm waren nicht gerade optimal. Begleiter können im Zug der Rhätischen Bahn (RhB) die Läufer begleiten, funktioniert wunderbar. Die Freundlichkeit an der Strecke in den Orten und auf den Almen ist gigantisch.

In dieser Davoser Sportwoche kann noch bei allerhand anderen Läufchen gestartet werden. Davoser Nachtlauf (Samstag), Seelauf (Dienstag), Bergsprint (Freitag) und als Höhepunkt der SwissAlpin Marathon. Die Sportwoche wird durch Vorträge, besondere Filme im Kino und eine Marathonmesse abgerundet.

Wer noch andere Unternehmungen in dieser herrlichen Gegend tätigen möchte benötigt sehr viel Zeit. Laufstrecken gibt es genügend. Wer von A nach B läuft kann gut mit der Eisenbahn zum Ausgangspunkt fahren. Mit dem Rennrad, MTB oder Skirollern hat man die Qual der Wahl. Viele Pässe und herausfordernde Anstiege verlangen ganz einfach bezwungen zu werden. Die Wege sind alle ausgezeichnet mit Wanderwegweisern ausgeschildert, auch ohne Karte kommt man gut zum Ziel.

Freunde der Eisenbahn kommen hundertprozentig auf ihre Kosten. Das Schienennetz der Rhätischen Bahn (RhB) ist das größte europäische Schmalspurnetz (Meterspurnetz). Ob rollendes Material oder Bauwerke, ich wurde mächtig verzaubert. Egal ob Wanderung oder Fahrt mit einem der roten Züge, es wird keiner enttäuscht. Zu nennen ist auch der Eisenbahnlehrpfad von Bergün nach Preda. Schautafeln entlang der Albulalinie bieten viel Abwechslung.  

Freunde des Gerstensaftes können in Monstein ihr eigenes Bier brauen.

Auch in den Hütten kann der Hüttenstempel in den Wanderpass für das Wanderabzeichen dieser Region gedrückt werden. Stocknägel gibt es für die Sammler ebenfalls.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im

M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag.

Eisenbahnfans sei das Buch, Rhätische Bahn – Eisenbahnerlebnis in Graubünden von Bernhard Studer mit der ISBN 3-905404-23-0, wärmstens empfohlen. Ein ausgezeichnetes Werk zur Planung der Touren und der Erläuterung des Eisenbahnerlebnisses in und um Graubünden.

Um Kindern die Pflanzen-und Tierwelt zu erklären und etwas Abwechslung in die Tour zu bringen gibt es kleine Taschenbücher aus dem Kompass Verlag.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour