Crossläufe

... sind nicht nur als Wettkampf sehr interessant. Das laufen im Training auf weichem zum Teil schlammigen Boden im hügeligen Terrain, meist in der Natur, ist sehr abwechslungsreich und schonend für die Gelenke. Die Füße werden dabei regelrecht durchmassiert.

Gut konditionierte Läufer legen dabei den Grundstein zum Erfolg mit dem optimalen Schuhwerk. Das hängt natürlich von der Streckenbeschaffenheit ab, ob nur auf Naturboden oder auch Asphalt-oder Betonpassagen gelaufen wird. Teilweise führen die Strecken auch über Holzbrücken. Aber maßgeblich bestimmt die Beschaffenheit des Bodens die Schuhwahl. Ist der Boden trocken oder schlammig, sind schon mehrere Läufe an diesem Tag auf der Wettkampfstrecke veranstaltet wurden. Besteht der Untergrund aus Kieswegen, Naturpassagen mit Wurzeln gespickt oder rutschigen Streckenabschnitten. Wie steil sind die Anstiege. Laufschuhe mit griffiger, gut profilierter, Sohle eignen sich für trockene profilierte Laufstrecken mit Abschnitten aus Beton und Asphalt. Sollte über lange Holzbrücken gelaufen werden muß unbedingt abgewägt werden, wie ist die Beschaffenheit des Holzes. Meistens kommt man in normalen Laufschuhen besser weg. Sollten Spikes getragen werden, die Spikes/ Schraubdornen im weiteren als Nägel bezeichnet, in maximal 7mm Länge verwenden! Wer sich für Laufschuhe in Form von Spikes entscheidet muß die richtige Wahl des Schuhmodells treffen. Für kürzere und längere Crossläufe sollten jedenfalls keine Sprintspikes angezogen werden! Spikes für Mittel-und Langstreckenläufe haben im hinteren Sohlenteil eine kleine Dämpfung in Form eines Sohlenkeiles eingearbeitet und laufen sich auch auf Strecken bis etwa 15 Kilometer ganz angenehm. Bei der Auswahl/ dem Kauf des Schuhmodells entscheidet aber auch die Anzahl der eingearbeiteten Nägel. Gab es früher nur 4 Nägel pro Sohle (alle vorn), so sind es seit dem Jahr 1980 7 Nägel pro Sohle (alle vorn). Original sind 6 Nägel und ein Blindkopf eingeschraubt. Der Blindkopf ist so zu wählen das er für einen optimal sitzt. Eric und auch ich haben ihn jeweils mittig im hinteren Teil des Nagelblockes eingeschraubt. Sollte man im Wettkampf mit voller Wucht mittig auf einen Stein oder anderen Fremdkörper treten, verhindert das ein kippeln oder gar umknicken, ja stürzen. An den vorderen Außenkanten bieten einige Sportschuhhersteller bereits aus Plaste eingearbeitete „Krokodilszähne“ an. Wir können diese Schuhe nur empfehlen. Zur Wahl der Nägel. Auf trockenem nicht rutschigem Boden eignen sich 7 mm lange Nägel. Bei nassem rutschigen Naturboden oder Rasenabschnitten, teilweise schlammig, eignen sich 11 mm lange Nägel. Bei absoluten Schlammlöchern hilft nur noch die „letzte Ölung“, Nägel mit 17 mm Länge. Hier darf aber kein Stückchen Beton oder Asphalt überquert werden. Ein Hinweis noch zum Umgang mit den Schuhen und den einzuschraubenden Nägeln. Zum Wettkampf sollten nur gerade (unverbogene oder gar schon mit Widerhacken versehene) Nägel eingeschraubt werden. Es ist darauf zu achten das der Sechskant nicht beschädigt ist, ansonsten bekommt man den Nagel nach dem einlaufen vor dem Wettkampf und einer mitunter erforderlichen Änderung – kürzere oder längere Nägel - oder nach dem Wettkampf nicht ohne weitere Hilfsmittel herausgeschraubt. (Neue Schuhe mit Nägeln die keinen Sechskant haben, nur zwischen Gewinde und Spitze für einen Schlüssel abgeflacht sind, sind nicht zu empfehlen. Hier sollten unbedingt die Nägel durch welche mit Sechskant ausgetauscht werden!) Es empfiehlt sich immer im Schuhbeutel der Spikes oder der Spiketasche einen kleinen Beutel mit Material mitzuführen. Darin sollten seine Spikes/ Schraubdornen/ Nägel in verschiedener Länge und mehr als benötigt, Schlüssel für Wechsel der Nägel + Reserveschlüssel + Kombizange wenn der Sechskant rund ist. Eine kleine harte Reinigungsbürste für eine erforderliche Schnellreinigung nach dem Wettkampf muß auf jeden Fall dabei sein. (Da nicht der ganze Haushalt mitgeschleppt werden kann, eine etwas härtere Haushaltbürste in eine handliche Größe sägen. Nach Möglichkeit Holzbürste verwenden um auch schon ausgehärteten Schlamm abschlagen zu können.) Bei der Nachbereitung und richtigen Reinigung der Schuhe im Quartier empfiehlt es sich auch mal einen Tropfen Öl in die eingearbeiteten Gewinde für die Nägel zu tropfen. Ihr werdet sehen es wirkt wunder. Und natürlich gehört ein Putzlappen dazu, wer schon mal einen richtigen Crosslauf durch schlammiges Geläuf absolviert hat staunt über so viel Schlamm den er durch die Gegend getragen hat.

Ein wichtiger Hinweis zum Transport der Schuhe und des Zubehöres während des Fluges. Die meisten Sportler nehmen ihre Wettkampfschuhe mit ins Handgepäck um möglichem Trödel aus dem Weg zu gehen. Überlegt ob die Kombizange dazu notwendig ist, die Sicherheitsleute sind hart.

Nun gibt es immer wieder die Frage ob in Spikes mit oder ohne Strümpfe gelaufen werden sollte. Das muß jeder selbst für sich entscheiden. Wir haben über Jahrzehnte die Erfahrung gemacht das man ohne Strümpfe viel fester und damit besser im Schuh läuft.

Bevor man einen Spikes zum Wettkampf anzieht macht es sich erforderlich diesen erst einmal im Training zu testen, das richtige Laufgefühl für diesen neuen Schuh zu bekommen. Je nach Abdruck und Laufstiel eines jeden einzelnen fällt das anders aus. Erschreckt nicht über Schmutz oder kleine Kratzer an der Wadeninnenseite.

Jede Crossstrecke hat ihr eigenes Gesicht und stellt an den Aktiven hohe Anforderungen. Es macht sich erforderlich vor dem Wettkampf die Runde abzugehen oder abzulaufen. So sieht man wo es lang führt und erkennt auch Hindernisse wie Wurzeln, Betonreste und Steine. Es ist auch von Vorteil das man weiss wie man die eine oder andere Kurve anlaufen muß. Durch eigene negative Erfahrungen, bei einem Crosslauf muß sich das gesamte Rennen voll konzentriert werden. Bodenunebenheiten wie Löcher oder Wasserrinnen, Gräben, abgebrochene Äste oder in die Laufstrecke hineinragendes Gestrüpp (z.B. Brombeeren) bergen eine hohe Verletzungsgefahr. Berghoch mit kleineren Schritten, bergab die Füße laufen lassen aber nur so schnell wie man sie auch steuern kann.

Crossläufe haben eine lange Tradition. In der DDR gab es hier sehr viele Veranstaltungen. Schul-, Kreis-, Bezirks-und DDR Meisterschaften. Dazu die Wettkämpfe um den Pionier-und FDJ Pokal, Cross der Jugend auf Kreis-, Bezirksebene mit dem Höhepunkt dem DDR Ausscheid. Aber auch allerlei regionale und DDR-offene Crossläufe waren im Wettkampfkalender zu finden. Die Elite konnte sich noch bei Europa-und Weltmeisterschaften bewähren.

So erinnere ich mich an die Kreismeisterschaften im Crosslauf des ehemaligen Kreises Wurzen. Austragungsorte waren unter anderem Bennewitz, Hohburg, Kühnitzsch, Machern, Röcknitz, Thallwitz, Wurzen. Die Bezirksmeisterschaften des ehemaligen Bezirkes Leipzig fanden jedes Jahr in einem anderen Landkreis statt. So in den Orten Delitzsch, Grimma, Hohburg, Leipzig, Machern, Kohren-Sahlis. Der DTSB (Deutscher Turn und Sportbund) organisierte Busse das die Schüler auch aus den entferntesten Orten zu den Wettkämpfen anreisen konnten. Das war noch Organisation. 

Am 20. April 1980 siegte die Kreisauswahl Wurzen (Jörg Möbius, Frank Thomas, Frank Hohmann) beim Finale des Bezirkes Leipzig um den Pionier-und FDJ Pokal (FDJ – Freie Deutsche Jugend) in Delitzsch. Zu Pokal, Medaille und Urkunde gab es als Naturalpreis eine Torte. Jene wurde aber schon im Bus auf der Heimreise verspeist. Die FDJ Medaillen waren sehr begehrt.

Beim Bezirksfinale des Pionier-und FDJ Pokales im Jahr 1981 war Frank vom Pech verfolgt. Auf der Leipziger Pferderennbahn Scheibenholz die zwar flach war, einige Löcher hatte, verlief sich Frank kurz vor dem Ziel. Wie war es geschehen. Ganz gut gelaufen ging es in die letzte Kurve vor dem Sprechergebäude gegenüber der Tribüne. Dort waren hohe Hecken angepflanzt da ja Pferde bekanntlich etwas größer sind. An zweiter Stelle laufend zu zeitig an einer Hecke abgebogen, zurück und als achter ins Ziel, Scheibenkleister. (Mittlerweile wurde auch eine Cross WM auf der Pferderennbahn in Lausanne/ Schweiz ausgetragen.)

Aber da gab es auch die DVfL- Crossserie der DDR (DVfL - Deutscher Verband für Leichtathletik, DDR – Deutsche Demokratische Republik) die jedes Jahr im Herbst an drei aufeinander folgenden Wochenenden an verschiedenen Orten stattfand. Das waren oft Wittenberg, Leipzig und Berlin. Je Altersklasse waren meist Starterfelder zwischen 180 und 250 Aktiven unterwegs. Bei der Nationalen Volksarmee (NVA) fanden die Meisterschaften der Teilstreitkräfte und die Armeemeisterschaften statt. Das Niveau war sehr hoch.

DDR offene und regionale Crossläufe zog die Meute in den Laufschuhen magisch an. Ob in Wäldern, Parkanlagen oder Tagebauhalten, gelaufen wurde überall. Gut organisierte Wettkämpfe gab es unter anderem in Bautzen, Freithal am Windberg, Lengefeld, Profen, Weimar und Wittenberg. Für die Männer gab es immer eine kurze (ca. 3 – 4 km) und eine lange (ca. 10 –14 km) Strecke.

Jährlicher Höhepunkt war die DDR-Meisterschaft. Im Jahr 1984 wurde diese in Bad Düben ausgetragen. Frank war damals mit der Startnummer 279 unterwegs.

Unter den reiferen und gestandenen Läufern war der längste Crosslauf Europas, der GutsMuths Rennsteiglauf, eine feste Größe. Die limitierten Startplätze damals und auch heute waren und sind sehr begehrt. Mittlerweile gibt es zum langen Kanten, 75 Kilometer, auch eine Marathon und Halbmarathonstrecke, Juniorcross und Wandertouren. Eine Reise lohnt sich allemal, die Strecke ist sehr abwechslungsreich und die Stimmung im Thüringer Wald prächtig. 1997 kam Frank auf der Marathondistanz auf Platz 97 ins Ziel. Im Jahr 2000 erreichte Eric auf Rang 2 beim Juniorcross das Ziel. Zur Medaille gab es einen sehr schönen Teddybär mit Stimme und alter Läufermütze. Der „Bursche“ hat einen Ehrenplatz in der Ecke bei den Brettern mit den Pokalen erhalten.

Nach der neuen Zeitrechnung bekamen die Wettkämpfe andere Namen. Aus dem Pionier-und FDJ Pokal wurde der Olympiacross, Meisterschaftsläufe im Kreis, Bezirk und auf Landes-und Bundesebene blieben. Große Starterfelder wie einst wurden nicht erreicht. Es erfolgten zwar Kreiszusammenlegungen, dennoch blieben nicht nur die Grenzen im Sport. Im ehemaligen Muldentalkreis gab es sogar zwei Kreismeisterschaften für Schüler. Es gab zwei Kreismeister – peinlich. Bleibt zu bemerken das die Starterfelder sehr klein waren und es in mancher Altersklasse keine oder nur ein, zwei Starter gab. Hier waren die Verantwortlichen sowieso sehr „emsig“. Die letzte Kreismeisterschaft im Crosslauf des Muldentalkreises vor der erneuten Gebietsreform zum Landkreis Leipzig sollte am 15. März 2008 stattfinden. Der Zeitplan wurde veröffentlicht. Für Eric und Frank sollte es noch einmal ein Höhepunkt ihres Sportlebens im Muldentalkreis, waren es doch die letzten Kreismeisterschaften im Cross sein, werden. Eric und Frank waren 90 Minuten vor ihrem Start an der Wettkampfstrecke. Da waren die Männer bereits unterwegs. Eric zog seine Laufschuhe an und startete über eine Minute später aus der Kalten hinterher. In der Zwischenzeit bezahlte Frank noch das Startgeld. Eric siegte zwar trotz späterem Starts mit gehörigem Vorsprung, doch Freude kam nicht auf. Vater und Sohn wollten noch einmal gemeinsam einen Wettkampf bestreiten. Daraus wurde nichts mehr und so beschloss Frank an keinem Wettkampf mehr teilzunehmen. Schließlich kann man seine eigenen Wettkämpfe im Training ohne weitere Kosten durchführen. 

Aber auch in höheren Funktionen versagten die Verantwortlichen von Sport und Schule kläglich. Im Freisstaat Sachsen fanden drei Tage nach den Landesmeisterschaften im Crosslauf die Regionalschulamtsfinale im Crosslauf statt. Eric siegte bei beiden. Das sächsische Kultusministerium schickte je eine Mannschaft der Regionalschulämter Chemnitz, Dresden und Leipzig zum Bundesfinale. Also drei gesplittete und nicht sehr starke Mannschaften, so konnte man keinen Blumentopf gewinnen. Was soll`s, Eric verzichtete auf einen Start in Berlin.

Aber es gibt auch schöne Erfolge „in der neuen Zeitrechnung“. Eric und Frank erkämpften sich mehrere Medaillen bei den Landesmeisterschaften im Crosslauf . Als Kadersportler Deutschlands siegte Eric bei der ZLK des DSV (Zentrale Leistungskontrolle des Deutschen Skiverbandes) der Skilangläufer im Cross über 10 km auf der schweren Strecke am Grenzadler in Oberhof. Die Vier-Strecken-Tests über 4 x 2,5 km in Oberwiesenthal dominierte er souverän. Aber auch in der Schweiz zwischen Silvaplana und Sankt Moritz wurde gesiegt.

Crossstrecken findet man überall, egal ob Wald oder Kiesgrube, das laufen in der Natur macht Spaß.

Wer mal eine andere Form des Crosstrainings sucht kann sich den Orientierungsläufern anschließen. Mit Karte und Kompass wird dann durch den Wald, abseits von Wegen durch das Gestrüpp, zum nächsten Kontrollpunkt mit seiner Zange gelaufen.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour