Breithorn 4165m - 3 Tage von Zermatt zur Gandegg auf das Breithorn



Gesamt

Strecke: wenig Asphalt, Naturwege, Geröll, Schneefelder, Gletscher
Länge: 40,3 km
Aufstieg gesamt: 2587 m
Abstieg gesamt:   2617 m
Zeit:      17:00:25 Stunden

1. Etappe

Strecke: Zermatt (1605m) – Gandegghütte (3030m)
Länge: 10,7 km
Aufstieg gesamt: 1412m
Abstieg gesamt:   57 m
Zeit:      4:14:50 Stunden

2. Etappe

Strecke: Gandegghütte (3030m) – Breithorn (4165m) – Gandegghütte (3030m)
Länge: 17,8 km
Aufstieg gesamt: 1112 m
Abstieg gesamt:   1143 m
Zeit:      8:19:10 Stunden

3. Etappe

Strecke: Gandegghütte (3030m) – Hängebrücke – Zermatt (1605m)  
Länge: 11,8 km
Aufstieg gesamt: 63 m
Abstieg gesamt:   1417m
Zeit:      4:26:25 Stunden


Es war Frank sein großes Ziel mit Sohn Eric gemeinsam einen Viertausender zu besteigen. Natürlich nur mit Muskelkraft und unter den realen Bedingungen in der Natur, dem Wetter im Hochgebirge ausgesetzt. So wurde gemeinsam beschlossen das Breithorn (4165m) in der Schweiz unweit von Zermatt (1605m) zu erklimmen. Einige denken nun sofort an einen Altweiber Viertausender, doch diese Bezeichnung bezieht sich auf die Anfahrt mit den Seilbahnen. Wir hatten jedoch alles zu Fuß geplant. Als Termin für diese „Dreitagestour“ war der 6. Bis 8. August 2012 langfristig geplant, die Hüttenübernachtungen schon Monate zuvor bestellt. Eric trainierte wie so oft auf Skirollern (bis zu 65km je Einheit), in Laufschuhen, auf dem MTB und dem Rennrad täglich mindestens zwei Stunden. Frank der nun schon einige Jahre älter ist, durch den Leistungssport kaputte Beine hat, seit einigen Jahren schwerbehindert und Rentner ist, ging die ganze Sache etwas gemäßigter an. Training mit dem alten Damenrad und dem MTB, Wanderungen um und in die vielen Steinbrüche nördlich von Wurzen. Kilometer geschrubbt und manche Halde mehrfach je Trainingseinheit erklimmt. Einheiten mit den Steigeisen an der Halde, denn auch das muß klappen. Es war zu den Oster –oder Pfingstfeiertagen 2012, da zogen Eric und Frank gemeinsam eine große Runde im Zinkenberg. Dabei wurde auch durch das Geröll hoch und runter, Wanderung mit Steigeisen am Seil, Überquerung von Gletscherspalten (auf dem oberen Plateau sind durch Wasser viele ausgespülte Rinnen die Gletscherspalten ähneln) geübt. Der Abschluß bildete dann der gemeinsame Aufstieg mit Steigeisen, Pickel und Seil auf die Halde.

Wochen zuvor wurde das Wetter im Internet für Zermatt beobachtet. Eine Woche vor der Anreise wurden für den 5. Und 6. August für die gesamte Schweiz starke Gewitter und Regen mit bis zu 35 l/m² angesagt. Sollte der Erfolg der Tour in Frage gestellt sein? Eines hatten wir uns allerdings gesagt: Trotz des hohen Preises in der Hütte, es kann jeder so viel trinken wie er will, bei der Besteigung wird nichts riskiert, aber auch nicht wegen Kleinigkeiten abgebrochen. Der Vater trägt für seinen Sohn Verantwortung und ich glaube umgedreht hat Eric auch auf seinen Vater große Rücksicht genommen.

Wir reisten bereits am Samstag den 4. August nach Täsch in die Schweiz an und bezogen unsere Ferienwohnung. Am Sonntag, einen Tag vor der Wanderung machten wir bereits einen Ausflug mit dem Zug nach Zermatt (Hin-und Rückfahrt kosten je Person 15 CHF) und erkundeten den richtigen Weg aus dem Nobelort um am Wandertag mit voller Ausrüstung nicht durch diesen Ort zu irren. Wie vorhergesagt schüttete es wie aus Kannen, wir nutzten diese Zeit und besorgten uns eine weitere detaillierte Wanderkarte. Schauten uns einige Geschäfte an. Plötzlich war das Wasser von Oben abgestellt und wir setzten unsere Erkundung des Weges fort. Vom Bahnhof aus durch das Zentrum in Richtung Seilbahn zum Kleinmatterhorn gegangen. An dem kleinen Platz kurz vor dem Gebäude der Seilbahnstation (Seilbahnstation links liegen lassen) weiter gerade aus wandern. Dann gabelt sich der Weg, der Weg nach links sollte genommen werden. Als wir so in die Berge schauen, sieht Eric über den letzten Häusern von Zermatt ein Reh was sich weit ins Tal gewagt hat. Am Nachmittag werden dann die Rucksäcke laut der vorbereiteten Liste gepackt.

1. Etappe, Wandertag. Frank steht bereits am Montag den 6. August gegen 06.30 Uhr auf. Eine Suppenküche über den Dächern von Täsch, wieder ab ins warme Bett. 07.30 Uhr ist dann Wecken, die Wolken ziehen höher. Anschließend gemütliches Frühstück usw.. Beim anlegen von Frank seiner Pulsuhr reist die Lasche des Armbandes, Scheibenkleister. Zum Glück haben wir Eric seine alte Pulsuhr mit und wechseln die Lasche. Kerstin unsere Frau und Mutter begleitet uns zum Bahnhof Täsch. Mit dem Zug fahren wir nach Zermatt rüber und nun beginnt endlich unsere Wanderung.  

Frank sein Höhenmesser muß zum Beginn der Wanderung auf 1605 Meter auf dem Bahnhofsvorplatz Zermatt programmiert werden. Eric hat mit seiner GPS Uhr solche Probleme nicht mehr. Auf dem Bahnhofsvorplatz steht ein Wanderwegweiser mit der Höhenangabe und den vielen Wanderrouten. Es ist etwa 10.00 Uhr, trocken aber sehr bewölkt, nun geht es auf Schusters Rappen los. Locker legen wir die etwa ersten 10 bis 15 Minuten durch den Nobelort Zermatt auf Asphalt zurück. Ab dem Platz neben der Seilbahnstation beginnt nun der Naturweg der sich wenig später gabelt, wir nehmen wie besprochen den linken Abzweig. Bereits nach einigen hundert Metern kommt eine Gefällepassage, wir überqueren eine Holzbrücke über die Gornera und schlagartig müssen Höhenmeter gefressen werden. Der Anstieg hat es in sich. Uns kommt eine Gruppe russischer Wintersportler im Laufschritt entgegen. Die Jungs schnauften nicht so wie ich. Wir wandern auf dem Weg unterhalb der Seile der Seilbahn und passieren dann irgendwann Furi. Wieder einige Meter auf Asphalt und nun Richtung Gletschergarten. Vorbei an einem schönen Wirtshaus und einigen Chalets in Plattelen. Wir sind nun wieder in der herrlichen Natur und das Wetter meint es gut mit uns. Es ist bewölkt, aber es regnet zum Glück nicht. Es wandert sich ganz gut, links sehen wir durch die Bäume eine große Hängebrücke, jene überspannt die Gornera. Ständig knattert ein Hubschrauber über uns der Baumaterialien fliegt, bei so einer Suppe, nicht schlecht. Mit der Zeit wirkt das wirklich störend. Aber wir hören auch schon die Murmeltiere pfeifen, erspähen die Burschen aber nicht. Den Blick nach vorn oben gerichtet sehen wir unsere nächste Wanderpassage und entschließen uns kurz hinter dem Landeplatz des Hubschraubers eine erste Rast einzulegen. Frank empfindet seinen Rucksack sehr schwer, beim wiegen hat er 16,5 kg gewogen. Aber es mußte ja alles mit da es benötigt wird. Plötzlich ist Ruhe, der Hubschrauber hat abgedreht, die Suppe ist zu stark, hoffentlich hält das Wetter durch. Weiter geht’s, jetzt aber richtig hoch. Auf einer Alpinskiabfahrt die aus Holz wie eine Hühnerstiege am Hang gebaut ist, ist die Steigung fast unerträglich, die getankte Kraft bei der Rast vor einigen Metern fast schon verflogen. Auf dem kurzen Stück haben wir Höhenmeter gefressen. Rechts neben uns rauscht im Tal der Furggbach. Etwas weiter oben, abseits von unserem Weg, erspähen wir die Seilbahnstation Furgg (2427m). Wir sind nun schon mitten im Geröll, unser Etappenziel Gandegghütte (3030m) ist nur noch durch Farbmarkierungen auf den Steinen ausgezeichnet. Der schmale Weg ist aber ausgetreten und läßt sich gut wandern, gleichmäßig werden Höhenmeter gemacht. Irgendwann müssen wir halten, es ist mittlerweile ganz schön stürmig und kalt gewurden, Handschuhe und Mütze sollen uns vor diesem miserablen Wetter schützen. Als wir die nächste Höhe erklommen haben lockt eine Bank zum verweilen. Genau richtig um den schweren Rucksack abzusetzen. Graupel setzt ein. Nach wenigen Minuten muß es weiter gehen. Die Suppe wird immer größer und es wird jetzt dazu auch noch feucht. Der Weg schlängelt sich durch die Lichenbretter. Wir sehen nun auch schon abseits weiter oben rechts die Seilbahnstation Trockener Steg (2939m). Im Geröll kommt uns in der Suppe eine vierköpfige Familie, Vati und Mutti etwa 30 Jahre alt und zwei Knirpse etwa 7, 8 Jahre alt in Turnschuhen und kurzen Hosen bzw. kurzärmlich entgegen. Ohne größeren Rucksack, ohne Jacken, Mützen, Handschuhe. Sie fragen uns in gebrochenem deutsch, vermutlich Niederländer, nach dem Weg nach Zermatt. Ich erkläre es ihnen, daß es noch einige Stunden bis Zermatt geht, viel Geröll und auf Grund der Kälte und des Wetters, rate ich ihnen dringend ab und empfehle zurück zur Seilbahnstation zu gehen. Unverantwortlich, der Vater geht mit seiner Familie weiter. An einer Weggablung (2869m) endlich wieder mal ein Hinweisschild zur Gandeggütte (3030m) unserem Etappenziel. Nun sind wir schon so lange unterwegs, da motiviert es natürlich wenn man weiß, daß es nicht mehr weit sein kann. Da kommt uns wieder ein Tourist in Halbschuhen und mit Umhängetasche im Geröll entgegen, freundlich grüßen wir, er meint das es nichts für ihn ist. Von weitem hören wir nun schon Gewitter, die Zeit wird knapp. Die Sicht ist gegen Null gegangen wir finden nur noch mühsam die Wegmarkierungen im Geröll (an einen ausgetretenen Weg ist schon lange nicht mehr zu denken). Das Gewitter kommt näher und es rumpelt ganz schön. Ringsherum liegt viel Schnee und für uns geht es über das erste Schneefeld. Da es nur kurz ist und berghoch geht legen wir keine Steigeisen an. Die Sicht ist immer noch gegen Null, das Gewitter kommt schnell näher. Die Hütte muß nicht mehr weit sein, wir riechen bereits die Holzfeuerung. Hinter einer Nase ein weiteres Schneefeld und darüber sehen wir die Hütte. Nach 4:14.50 Stunden ist die Gandegghütte (3030m) unser Etappenziel des 1. Tages erreicht. Wir haben es geschafft vor dem großen Unwetter in eine sichere Hütte zu kommen. Im Vorraum die Regale voll Wanderschuhe, wir packen unsere Badelatschen aus und melden uns bei der Hüttenwirtin. Sie hat schon auf uns gewartet und ist froh das wir es noch halbwegs im trockenen und vor dem Gewitter geschafft haben. Sie zeigt uns unser Matratzenlager, Frank fallen die Augen raus. Matratzenlager mit Federbett in einer 2 Mann Kajüte, herrlich. An der Wand sind einige Bretter zur Ablage angebracht, dazu eine kleine Lampe. Die Schiebetür zu, da können wir heute Nacht gemütlich schlafen. Aber vermutlich hört man das grunzen auch durch die Holzwand. Auf einmal fängt es an zu rumpeln, das Gewitter entfaltet seine ganze Kraft. Wir haben trockene Bekleidung angezogen und unsere Sachen verstaut gehen nun in den Aufenthaltsraum/ Wirtsraum der Hütte. Eine herrliche Wärme und ein großes Hallo, die anderen begrüßen uns und sagen das wir ja noch großes Glück hatten die Hütte erreicht zu haben. Sie haben uns über das Schneefeld kommen sehen. Draußen ist großes Unwetter, bereits nur eine Minute im Freien hätte das Wandererlebnis voll zur Sau gemacht. Ob es nun wirklich 35 l/m² sind oder nicht, es kommt viel Wasser runter. Da haben wir ja großes Glück, ja Schwein, gehabt. Die Hüttenwirtin hat ihre Plätze im Gastraum gut reserviert, so können die Gruppen zusammen sitzen. Meinem gegenüber fällt sofort mein Brustbeutel auf. Ein Strich – kein Strich von der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) der eigentlich für das Parteidokument der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) ausgegeben wurde. Wir lächeln, er hat nicht gedient. Wenn wir`s nüchtern betrachten, es ist nicht notwendig. In der Hütte ist es warm und nach so einer Wanderung hat man auch Durst. 0,5 Liter Cola für 7 CHF, wir hatten ja vor der Wanderung eine Absprache getroffen, egal wie teuer, getrunken werden muß. Ach ja, wer trinkt muß auch einmal .... Das WC ist in der anderen Hüttenseite, ist nur von außen zu begehen. Ein Keramikbecken mit Loch nach unten, ein Papierkorb für das benutzte WC Papier, Wasserspülung mit reichlichem Druck und eine Konsole auf der eine Büchse mit Feuchtigkeitstüchern zum reinigen der Hände steht. Dort steht auch ein Papierkorb. Zwei Klos, eins für Weiblein und eins für Männlein gibt es, doch das ist egal. Alles ist sehr sauber. Wie ein Schnitt, das Sauwetter hat aufgehört und es zieht auf, uns zieht es natürlich an die frische Luft in der Hoffnung die Gipfel zu sehen. Herrlich die Natur. Unser Ziel für den kommenden Tag, das Breithorn (4165m) entfaltet sich vor unseren Augen in voller Pracht. Frank erkundet noch etwas die Gegend um einen guten Weg für den Aufstieg bzw. Übergang zum Gletscher zu sichten. 18.30 Uhr gibt es Abendessen. Vorsuppe, Grünes, das Hauptgericht und schließlich noch was leckeres, herrlich. Eine Truppe am Tisch bekommt was anderes, die Jungs und das Mädel sind schon den dritten Tag auf der Hütte. Abwechslung zum Abendessen. Sie haben wegen Schneefall festgesessen. Zwischendurch wird der Rucksack für den Aufstieg gepackt. Am Abend wird sich ausgetauscht wer am nächsten Tag wohin wandert, Kartenblätter werden begutachtet, die Wanderstrecken nochmals verinnerlicht. Dabei stellt sich heraus, die anderen nehmen alle die Seilbahn vom Trockener Steg (2939m) bis zum Kleinen Matterhorn (3817m). Da sind wir eben alleine unterwegs bis hoch. Am Abend wird sich noch viel ausgetauscht, Cola getrunken und unabhängig das zur Hüttenruhe geblasen wird, werden die Augen auch schon kleiner. Die Hüttenwirtin kassiert noch ab. Für Übernachtung im gut ausgestatteten Matratzenlager mit Halbpension, also Frühstück und Abendessen, bezahlen wir 76 CHF. Das klingt erst einmal viel, ist aber in Ordnung. Dazu noch die Getränke vom Abend, je Nase 3x 0,5 Liter + Marschgetränke für den nächsten Tag, Eric und Frank schlafen gut.

2.Etappe. Wir stehen beizeiten auf machen in aller Ruhe Frühstück. Auch das Frühstück in der Hütte ist voll in Ordnung. Die ersten sind bereits 06.00 Uhr aufgebrochen, jetzt ist Ruhe, alle mumpeln. Als Eric seine Wanderschuhe im Vorraum der Hütte nehmen will, sind diese plötzlich vom Standplatz aus dem Schuhregal verschwunden. Die Schuhregale durchgeschaut, da hatte einer die verkehrten Schuhe genommen, das glücklicherweise gemerkt und Eric seine Schuhe dann wo anders abgestellt. Glück gehabt. Die Temperatur ist im Minusbereich. 07.38 Uhr wandern wir von der Gandegghütte (3030m) weiter in Richtung unseres Tageszieles Breithorn (4165m). Nach einigen Minuten durch Fels und Geröll sind wir bereits auf dem oberen Theodulgletscher angekommen. Wir bestaunen das ewige Eis, die rauhe Natur, schauen nach Gletscherspalten und legen die Steigeisen an. Es wird angeseilt auch wenn wir nur zu zweit sind. Wir begehen den Gletscher erst einmal in westliche Richtung und wollen dann Richtung Süden weiter. Irgendwie hat Frank ein Problem mit seinem rechten Steigeisen. Es nützt nichts, die Steigeisen werden abgemacht und geschaut. Rechts und links vertauscht, ohne Worte. Weiter geht`s, doch das rechte Steigeisen wird erneut locker, noch zweimal gehalten und fest gezogen, dann klappte es endlich. Wir haben durch diese sinnlose Aktion etwa 30 Minuten eingebüßt. Gleichmäßig marschieren wir nun weiter, machen Höhenmeter, rechts steht das Theodulhorn und auch in Sichtweite die Refugio del Teodulo des CAI (3317m). Hier begegnen wir einer Gruppe von 5 Männern die vermutlich über die italienische Seite mit der Seilbahn hochgefahren ist, sie gehen talwärts. Das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen, das wandern macht Spaß, was soll da noch schief gehen? Die Tour führt über den Theodulpass. Eine gigantische Landschaft, abgesehen von den paar Gletscherspalten die wir überqueren ganz angenehm. Auf dem östlichen Teil des Theodulgletschers sind sehr viele Gletscherspalten. Mittlerweile müßten wir auf italienischem Gebiet sein,  westlich von uns steht die Testa Grigia (3479m). Auch hier ziehen wir vorbei. Weiter wird gleichmäßig gewandert. Wir überqueren den Passo di Ventina Nord und kurze Zeit später den Passo di Ventina Sud. Der Rucksack läßt sich tragen, Frank ist optimistisch das seiner runterwärts leichter ist, Eric stört sein Rucksack nicht. Unser italienischer Quartiervater behauptete von Eric immer das er ein schneidiger Bursche wäre. Hier in diesem Abschnitt stehen drei Liftanlagen, wir müssen die Abfahrten überqueren um auf unserem „Weg“ zu bleiben. Die meisten Alpinisten fahren ordentlich, so ein Blödmann kommt 20cm vor Frank provozierend angebrettert. Etwas oberhalb von 3800 Metern ziehen wir unsere Spuren in nordöstliche Richtung, sind wir an einem großen Gletschertopf vorbei gekommen der schon ganz schön zum nachdenken angeregt hat. Wir bewegen uns mittlerweile südlich vom Kleinen Matterhorn. Auch hier ist ein Lift und unser Weg führt durch eine kurze Tunnelröhre. Wir sehen schon unser Tagesziel, das Breithorn (4165m) haben aber noch etwa 90 Minuten vor uns bis wir auf dem Gipfel stehen können. Viele Seilschaften sind im Auf-und Abstieg unterwegs, auch unten tummeln sich Leute über Leute. Wir sind aber bereits auf dem Breithornplateau, machen die erste kleine Rast und kontrollieren unsere Ausrüstung. Ich glaube hier seilen wir uns frisch an. Frisch gestärkt wird zum Weitermarsch geblasen. Gleichmäßig wird über den Breithornpass (3824m) gewandert, wir sind nun am unmittelbaren Anstieg angelangt. So viele Seilschaften, Wahnsinn. Aber jeder hat auf das schöne Wetter gewartet. Eine Truppe aus der Hütte kommt uns entgegen und strahlt. (Sie haben allerdings wie alle anderen auch die Abkürzung mit der Seilbahn bis zum Kleinen Matterhorn genommen.) Frank führt uns und ordnet sich hinter einer Seilschaft ein, zügig aber gleichmäßig wird gegangen, gestiegen. Die Truppe macht allerdings den Eindruck das sie immer Vorfahrt hat, ja rücksichtslos ist und das Tempo ist auch nicht ohne. Im Abstieg je eine Seilschaft und im Aufstieg mittlerweile drei Seilschaften nebeneinander, also teilweise 4 Seilschaften, das kann nicht gut gehen. Frank entschließt sich hinter einer anderen Seilschaft weiter zu gehen. Eric stört das Tempo nicht, er ist wie immer gut drauf. Alles funktioniert bestens, die Seilschaft vor uns geht nicht zu schnell und sehr gleichmäßig, rücksichtsvoller als die anderen Gipfelstürmer. Es ist eine spanische Seilschaft. Irgendwann kommt eine enge Stelle, aber alle sind sehr vorsichtig und rücksichtsvoll, auch wir passieren diese Schlüsselstelle ohne Probleme. Ein Stück weiter wird es ganz schön stürmisch, wir sind wohl nun schon ein Stück um das Breithorn gelaufen, befinden uns an der westlichen Flanke. Und ehe wir uns versehen stehen wir auf dem Gipfel des Breithorn (4165m), wir haben es geschafft, sind den Göttern etwas näher. Frank und Eric umarmen sich. Frank bedankt sich bei seinem Sohn Eric für die tolle Unterstützung, die schöne Tour, das Erlebnis, die Erreichung eines großartigen Zieles. Eric bedankt sich auch bei seinem Vater Frank für das tolle Erlebnis. Man kann das Glück garnicht in Worten ausdrücken. Bei aller Freude gilt es aber sehr wachsam zu sein, orkanartiger Sturm hält alle auf dem Gipfel in Schach. Wir genießen das 360 Grad Panorama in alle Himmelsrichtungen, die Sicht ist prächtig. Es werden einige Fotos gemacht, aber bei dem Sturm muß alles fest gehalten werden. Für den Aufstieg ab der Gandegghütte haben wir 1088 Meter bzw. 5:06 Stunden benötigt. Zieht man die verschenkten 30 bis 45 Minuten für die Steigeisenpanne ab, aber das ist Lehrgeld. Nach etwa 20 Minuten auf dem Gipfel wird zum Abstieg aufgebrochen. Nun haben wir die Sonne von vorn, der große Gipfelsturm scheint vorbei zu sein, denn es kommen nur noch wenige Seilschaften hoch. Damit klappt auch im Abstieg alles unkomplizierter. Als wir die Westflanke passiert haben ist es auch nicht mehr so stürmisch. Die Schlüsselstelle klappt erneut sehr gut, alles ist bestens. Irgendwann spricht uns eine französische Seilschaft an wie weit es noch bis auf den Gipfel ist. Freundliche Jungs die aber wohl auch schon im Grenzbereich sind, Eric erklärt es ihnen und muntert die Truppe auf. Etwas später kommt ein Pärchen aus Asien entgegen, volle Wandermontur und gut gesichert schleppen sie eine große Fotoausrüstung hoch. Jeder hat sein Hobby. Etwas erleichtert stehen wir nun wieder auf dem Breithornpass (3824m) und dem Breithornplateau, hier wird nochmals kurz gerastet. Der Schnee hier ist durch die Sonne ganz schön weich gewurden. Ab und an sinkt Frank ein. Nun müssen wir nur noch bis zur Gandegghütte (3030m) kommen. Gleichmäßig wird gewandert und um so tiefer wir kommen erscheint es uns immer wärmer zu werden. Trotzdem ist es im ewigen Eis nicht ungefährlich. Wir sehen mehr Gletscherspalten und-töpfe als beim Aufstieg. Hier ist keiner mehr unterwegs, alle anderen nehmen wieder die Seilbahn. Die Skialpinisten sind auch alle weg, der Schnee ist eben zu weich. Die Sonne prasselt unaufhörlich. Egal wie, es geht über den Passo di Ventina Sud und den Passo di Ventina Nord. Ursprünglich hatten wir geplant beim Abstieg in Italien die Testa Grigia (3479m) zu besuchen und dort zum rasten. Die Hütte grüßt schon von weitem, es wäre nur ein kleiner Umweg, Abstecher. Irgendwie werden wir uns schnell einig, vielleicht sind wir beide auch zu faul die Steigeisen abzumachen und wieder anzulegen, wir wollen weiter absteigen bis zu unserem Ausgangspunkt an diesem Tag. Auf dem oberen Theodulgletscher zieht es sich unwahrscheinlich, Frank wird langsamer und vielleicht auch unaufmerksamer. Wir sind von Süden nach Norden auf dem Gletscher unterwegs. Hier ist es aber sehr gefährlich durch die vielen Gletscherspalten. Uns kommt ein Mann und ein etwa  zehnjähriger Steppke entgegen. Wir grüßen freundlich, der Mann spricht uns mit polnischem Dialekt an und fragt wie weit es bis zur nächsten Hütte ist. Frank antwortet teils auf polnisch und russisch, warnt den Vater jedoch als er sieht das sie ohne Steigeisen und Seil unterwegs sind. Zeigt ihm mehrere Gletscherspalten, dem Vater schläft plötzlich das Gesicht ein. Weiter geht’s in Richtung Hütte, teilweise läuft das getaute Gletscherwasser trotz des ewigen Eises wie in Bächen talwärts und wir müssen uns immer mühsamer, aber vor allem vorsichtiger, Übergänge suchen. Eric beweist einen guten Orientierungssinn. Wir überqueren mittlerweile den oberen Thedulgletscher von West nach Nordost. Wir haben es geschafft und sind über den Gletscher wieder am Fels bzw. Geröll angelangt. Nach etwa siebeneinhalb Stunden legen wir die Steigeisen ab. Machen eine kurze Rast, also Schluck aus der Trinkflasche, ziehen unseren Weg weiter. Es kann ja nicht mehr weit sein, doch dann müssen wir über ein kleines Schneefeld, das machen wir ohne Steigeisen. Immer noch keine Ende in Sicht, doch einige Minuten später stehen wir oberhalb der Gandegghütte (3030m). Noch ein paar Meter und wir sind an unserem Ausgangspunkt der Etappe angelangt. 3:13 Stunden haben wir für den Abstieg benötigt. Insgesamt waren wir 8:19 Stunden bzw. 17,8 Kilometer unterwegs. Auf der Terrasse sitzen einige Tagesgäste und Kletterer und erfreuen sich der herrlichen Aussicht. Eric ist noch frisch, Frank der schon von den Jahren her etwas reifer ist freut sich die Tour geschafft zu haben aber ist ganz schön grau. Endlich raus aus den Wanderschuhen. Wir breiten erst einmal unsere Ausrüstung zum trocknen aus. Nun wollen wir uns erst einmal etwas renovieren und trockene Sachen anziehen. Frank denkt an die Dusche was die Hüttenwirtin gesagt hat. Eric macht als erster los und wird zum alten Klo, umfunktioniert zur Dusche, auf einer Felsnase geschickt. Der Bursche beweist Mut für den Oberkörper mit frischem kalten Gebirgswasser. Frank kommt gleich in der kurzen Hose und macht dann Frei Körper Kultur (FKK) auf dem Felsen und ab in die Dusche. Das Wasser ist nicht nur sehr erfrischend sondern außergewöhnlich kalt. Viele kennen ja den Spruch: Wie kalt war es, und dann zeigt der gegenüber mit dem Finger so kalt. Frisch renoviert und gut gelaunt suchen wir uns auf einer Bank auf der Terrasse mit Blick zum Breithorn (4165m) unsere Plätze. Staunen was wir heute geschafft haben und bestellen uns dann etwas abkühlendes. Für Sohnemann Eric ein Bierchen und für Frank eine lauwarme Coca Cola, wir sitzen noch einige Zeit, tauschen uns über die heutigen Erlebnisse aber auch Schwachstellen aus. Problem waren die vertauschten Steigeisen, aber auch unterwegs zu wenig getrunken und gegessen. Eric hat sich von Coca Cola, Riegeln und Traubenzucker verpflegt. Frank hat etwa nur 0,5 Liter Coca Cola und Traubenzucker zu sich genommen, viel zu wenig. Jetzt kommt für Frank der Mann mit dem Hammer, der Platz auf der Terrasse wird mit dem im Lager getauscht. Am Abend wieder fit, wird zum Abendessen geblasen. Auch heute ist die Hütte wieder gut geheizt. Da wir nun schon den zweiten Abend da sind bekommen wir etwas neues als die anderen Gäste. Da hat sich die Hüttenwirtin ein gutes System einfallen lassen. Ein herrliches Essen. Dann wird wieder geplaudert. Eine Seilschaft eines Wanderveranstalters war auch auf dem Gipfel, hat allerdings mit der Seilbahn abgekürzt. Als sie vom Gipfel abstiegen waren, waren wir noch im Aufstieg, abwärts waren sie allerdings in der Testa Grigia (3479m) in Italien eingekehrt und haben uns dann beobachtet wie wir schnurstracks abgestiegen sind. Die eine Bergsteigerin war so fertig das sie sich auf dem Gipfel übergeben hat und festgehalten werden mußte. Aber das sind eben die Geschichten die das Leben schreibt. Alle die an diesem Tag aufgestiegen sind, sind glücklich das Bergerlebnis gehabt zu haben. Unsere heutigen Tischnachbarn sind Niederländer und schmöckern für ihre Tour am nächsten Tag. Irgendwann ist die Zeit rann zur Hüttenruhe, aber die meisten liegen sowieso schon auf ihrer Matte.

3. Etappe. Der Abstieg von der Gandegghütte (3030m) zum Ausgangspunkt unserer Tour nach Zermatt (1605m). Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir 08:05 Uhr talwärts. Wir hatten uns schon im Vorfeld besprochen das wir die zwei Schneefelder trotz einigen Gefälles ohne Steigeisen begehen. Wir sind schon einige Zeit im Geröll unterwegs, die Sonne meint es an diesem Tag ebenfalls wieder gut zu uns, da sieht Frank ein Edelweiß. Einige Minuten später, Vater schau mal. Da stehen rechts einige Meter oberhalb von uns zwei Steinböcke und genießen ihr Vormittagsmahl und die Sonne. Eric hatte seinen kleinen Fotoapparat griffbereit und macht die ersten Bilder. Wir sind dann etwas weiter entfernt gegangen und Frank hat erst einmal die große Spiegelreflexkamera aus dem Rucksack geholt. Die Steinböcke hat das nicht gestört, wir hatten alle Zeit der Welt diese Begegnung zu genießen. Herrlich. Nach gut einer Viertelstunde Pause ging es weiter auf Schusters Rappen. Wir schauen hinüber zum Gornergrat, dem Observatorium und Bahnhof, schauen aber auch noch einmal zurück zum Matterhorn und die anderen Gipfel dieser wunderschönen Hochgebirgswelt. An der Bank gegenüber der Seilbahnstation Furgg, an der wir hoch zu bereits gerastet hatten, legten wir erneut eine kleine Rast ein. In der Sonne haben sich auch die schönen Alpenblumen heraus gewagt. Von nun an ging es etwas steiler abwärts. Als wir schon etwas weiter unten parallel zum Furggbach wandern steht auf der gegenüberliegenden Talseite ein Reh und frühstückt gemütlich. Dort stehen schon Bäume und Sträucher, bei uns sieht es noch sehr karg aus. Nun müssen wir wieder über die steilabfallenden Behelfskonstruktionen kombiniert als Alpinabfahrt und Wanderweg. Eric erspäht die Hängebrücke über die Gornera, sein Wunsch ist mir nicht nur Befehl, auch ich möchte über diese Hängebrücke wandern. Nach der Überwindung dieser steilen Behelfskonstruktion finden wir auch die große Klamotte (Stein) auf der Frank schon beim Aufstieg eine kleine Pause gemacht hat. Rucksack runter, die Cola schmeckt köstlich. Freundlich, sichtlich begeistert in der Natur unterwegs zu sein kommen 4 oder 5 Juden, ein Vater und seine Söhne, angewandert. Jeder hat eine Wasserflasche in der Hand, trotz der Strapaze sind sie fröhlich und grüßen natürlich. Das ist nicht meine erste Begegnung dieser Art gewesen, ich hatte immer einen guten Eindruck. In dieser Zeit schweift Eric sein Blick über die Gornerschlucht, die Murmeltiere pfeifen und Eric erspäht so einen Burschen. Er will ihn mir zeigen, ich sehe ihn nicht. Schließlich holt er das Fernglas raus, deutlicher geht es nicht. Das Murmeltier hatte graues Fell, war gut getarnt. Wir wandern nun runter dort wo die kleine Staustufe bzw. die Steinbrücke über die Gornera führt. Auf einem breiten Weg geht es weiter ins Tal. Schon im Bergwald befindet sich links ein schöner großer Kinderspielplatz der viele kleine und große Freunde angezogen hat. Etwa 100 Meter weiter sind wir an der Hängebrücke die die Gornerschlucht überspannt. Gigantisch diese Brücke. Es braucht keiner bei der Überquerung Angst haben. Einige Daten zu der Brücke. Montiert wurde sie am 8. Juni 2011, Länge 100m, Breite 0,70m, Höhe 90m, Seilspannung 35 Tonnen, Durchmesser Seil 42mm. Wenn das nichts ist. Wir sind nun wieder auf der anderen Seite der Schlucht und wandern weiter. Vorbei am Gletschergarten, einigen Chalets und der Seilbahnstation Furi (1867m). Hier wandern wir wieder einige Meter auf Asphalt. An der Seilbahnstation kann man sich scheinbar Roller ausleihen, eine Familie gönnt sich das sportliche Vergnügen. Die größten Probleme hat der Familienvater. Wieder einmal Abwechslung bei unserer Tour. Hier muß man etwas aufpassen, hinter der Seilbahnstation führt der Weg links ab. Wieder vorbei an einigen Chalets hat der Weg nun erneut sehr großes Gefälle. Am tiefsten Punkt in diesem Abschnitt überqueren wir erneut die Gornera über eine kleine Holzbrücke, jetzt geht es auf dem Naturweg einige Höhenmeter hinauf. Nach wenigen Minuten sind wir an dem kleinen Platz neben der Seilbahnstation in Zermatt. Die letzten Schritte, auch wenn es noch einige Hundert sind, legen wir nun auf dem Asphalt des Nobelortes Zermatt zurück. In einem kleinen Chalet werden besondere Andenken verkauft. Frank geht hinein und kauft eine Kette mit tibetischen Gebetsfahnen zur Erinnerung. Die letzten Meter bis zum Bahnhofsvorplatz genießen wir beide. Frank stehen vor Freude die Tränen in den Augen. Der Ausgangspunkt, Bahnhofsvorplatz Zermatt (1605m), unserer Dreitagestour ist erreicht, Frank läßt einen Brüller los. Vater Frank bedankt sich innig gerührt von Freudentränen und Tränen der Wertschätzung bei seinem Sohn Eric für die tolle Tour, ein Bergerlebnis aller erster Güte. Beim Abstieg waren wir nun 11,8 Kilometer in 4:26 Stunden unterwegs, also nicht schneller als beim Aufstieg, der kleine Umweg über die Hängebrücke war unwesentlich.

Auf den 3 Etappen waren wir gesamt 40,3 Kilometer in 17:00:25 Stunden unterwegs. Auf eines waren und sind wir besonders stolz, innerhalb dieser drei Tage waren wir die einzige Seilschaft die komplett von Zermatt (1605m) über die Gandegghütte (3030m) hinauf zum Breithorn (4165m) und zurück gegangen ist. Ohne Seilbahnunterstützung. Eric holte sich einen Cappuccino und genoss die Sonne. Ich schrieb schnell noch eine Ansichtskarte an meine Frau, unsere Mutti Kerstin. Sie hatte während unserer Tour in einer Ferienwohnung in Täsch uns die Daumen gedrückt. Im Quartier teile ich die gekaufte Kette mit tibetischen Gebetsfahnen und überreiche Eric den einen Teil davon.

In Zermatt gibt es im Tourismusbüro einen Wanderpass den man sich allerdings vor Beginn der Wanderungen in den 3 Wandergebieten holen sollte. In der jeweiligen Hütte gibt es dann den passenden Stempel und bei Vorlage im Tourismusbüro Zermatt winkt das Wanderabzeichen.

Sammler von Stocknägeln kommen in und um Zermatt voll auf ihre Kosten.

Als Wanderkarten sind für diese Tour zu empfehlen: „Viege-Zermatt, Saas Fee-Grächen“ im M 1:60.000, aus dem Kümmerly + Frey Verlag, ISBN 3-259-00822-6 oder die Karte „Zermatt“ Blatt 1348 im M 1:25.000 von swisstopo, ISBN 978-3-302-01348-0.

Das Vorwort fast zum Ende.

Wir bestellten unsere Hüttenübernachtungen in der Gandegghütte (3030m) bereits Ende Februar für unsere Tour vom 6. bis 8. August 2012. Für 76 CHF im Matratzenlager mit Halbpension je Person, die Hütte mit WC und Dusche, das sollte klappen. Die Hüttenwirtin sagte für euch habe ich ein Lager in einem Raum für 2 Mann? Monate, Wochen und Tage zuvor bangten wir um das Wetter.

Bei einer 3-Tagestour im hochalpinen Gelände darf nichts fehlen. Persönliche Bekleidung Je Mann, großer Rucksack (wir haben unsere mit Foliesäcken ausgekleidet), Schlafsack (Frank mit Schlafanzug für etwas Kultur) im Foliesack, Ausweis, Brustbeutel, Kompass, Fernglas, Brille, Sonnenbrille (wir haben als Reserve für uns beide eine Reservesonnenbrille mitgenommen), Nasenleder, Handy mit Ladegerät, Zettel mit Tel.Nr der Hütte (die Hüttenwirtin hatte auch unsere Tel.Nr. falls doch etwas schief geht), viel Geld in bar (CHF + €, in vielen Hütten wird keine Geldkarte genommen), jeder hatte seinen eigenen Brustbeutel mit einem Teil des Geldes falls doch etwas passiert, Fotoapparat(e) mit Reserveakkus, WC Pappier, Tabletten wie z.B. Immodium, Panthenolstift, Sonnenöl, Blasenpflaster, Nähzeug, Pulsuhr, Stifte, Steigeisen mit Schutzhülle, Wanderstöcke, Eispickel (mit Schutz), Gamaschen, Klettergurt, Karabiner, imprägniertes 30 Meter Seil, lange Reservespannbänder falls ein Rucksackträger reist, Riegel, Traubenzucker, Trinkflasche 1,5 Liter, Waschzeug für eine Katzenwäsche, kleines Handtuch, Wechselwäsche (Wandersocken, Unterwäsche, T-Shirt, kurze Hose, was jeder benötigt), Kopftuch, Mütze (Reservemütze), Oma, Handschuhe dünn (Reservehandschuhe dick), Stirnlampe (für beide gemeinsam eine Reservestirnlampe), Turnschuhe, Badelatschen. In der Gandegghütte standen jedoch Hüttenschuhe bereit. Manch einer bevorzugt auch Ohrenstöpsel im Schlafsaal.

Nachbetrachtung.

Eigentlich war die Tour Monate zuvor etwas anders geplant wurden. Drei Viertausender sollten am Stück bestiegen werden. Zermatt (1605m) – Gandegghütte (3030m) – Breithorn (4165m) – Pollux (4092m) – Castor (4223m) – Breithornpass (3824m) – Gandegghütte (3030m) – Zermatt (1605m). Frank kamen dann Wochen zuvor schon Zweifel das zeitlich in der 2. Etappe zu schaffen. Aber es wäre fast noch schlimmer gekommen. Drei Tage vor Beginn der Wandertour bekam Frank auf einmal eine große Hämoride und sehr starke Schmerzen. Spezialsalbe aus der Apotheke besorgt und täglich eingeschmiert. Das waren Schmerzen beim laufen und vor allem steigen. Egal wie, unsere Tour durfte nicht ausfallen. Auch in der Berghütte wurde gesalbt. Eric beschwerte sich dann nur über den Gestank des geronnenen Blutes, zum Glück hatten wir unser kleines Abteil. Am Ende der Tour war alles vorbei. Mit der Gesundheit ist eben so eine Sache.

Trinken und Essen ist das A und O, am Gipfeltag hat Frank das zu sehr vernachlässigt.

Diese Tour hätte ich ohne unseren Sohn Eric alleine nicht geschafft. Mein großer Dank und ungeschminkte Achtung für einen jungen Mann der seinen schwerbehinderten Vater auf einen Viertausender sicher hinauf und wieder herunter geführt hat. Das zeichnet nicht nur einen guten Sportler und Menschen aus. Viele sagten, wenn der Vater mit dem Sohne, bei uns ist es heute umgekehrt. Für mich, Frank, ging damit ein großer Traum in Erfüllung. Danke Eric.

Als Dankeschön hat Frank sein schönstes Foto vom Breithorn als Ansichtskarte an Eric nach München geschickt. Eric war gerührt, er hat es sich eingerahmt und seine tibetischen Gebetsfahnen davor gelegt. Auch bei Frank und Kerstin in Wurzen hängt ein großes Foto vom Breithorn und darunter die tibetischen Gebetsfahnen im Wohnzimmer. Mittlerweile hat Eric auch ein großes Bild vom Breithorn, eins was uns verbindet.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour