Bergwerkslauf in der Tiefe von minus 474m im Brügman-Schacht

Länge: 10 km
Zeit: 43:25 Minuten (21:50, 21:35)
HF-Durchschnitt: 186S/min
HF maximal: 198S/min
Temperatur: 27 Grad
Aufstieg gesamt: 259m
Abstieg gesamt: 273m
Tiefster Punkt: -483m
Höchster Punkt: -386m

Ein Lauferlebnis der besonderen Art erwartet einen unweit vom Kyffhäuser Denkmal bei Rotbart Barbarossa. Die Gegend um Sondershausen ist vom Kalibergbau geprägt. Pfiffige Leute organisierten im Jahr 1998 erstmals einen Lauf in circa 700 Meter Tiefe. Natürlich absolvierten Eric und Frank die zweite Auflage über 10 Kilometer. Die Wettkampfstrecke am Wasserturm oder der Wasserkuppe war damals allerdings wesentlich schwerer als jetzt. Leider gab es damals noch keine verläßliche Pulsuhr von Polar mit Höhenmesser, so das kein Höhendiagramm erstellt werden konnte.
Das erste Erlebnis war schon in der Kaue, dem Umkleideraum der Bergmänner. Nach dem Eric seine Sportsachen ausgezogen hatte zog er seine Wegsachen an einem Drahtseil und einer Kette unter die Decke der Kaue. Für den Burschen tolles ein Erlebnis. Auch er nutzte über Tage nochmals den Kübel, wie das Bergvolk sagt.
Die Einfahrt in den Brügman-Schacht erfolgte in Sondershausen aus 200m NN. Der Ausstieg aus dem Korb erfolgte bei minus 474m NN nach genau drei Minuten Fahrt. Der Aufenthaltsort somit rund 700 Meter unter Tage. Im fast dunkeln wurden einige Sportler im Korb ganz schön ruhig. Unter Tage angekommen kam es einen ganz schön warm vor, immerhin herrschte eine konstante Temperatur von 27 Grad. Neben der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, begrüßte ein Bergmannsorchester die Läufer. Vor dem Start gab es noch die Möglichkeit der Besichtigung des Bergwerkes. Rasante Fahrt auf einem kleinem LKW durch den Stollen mit all seinen verzweigten Gängen. Bohrgestänge, Meißel, Hund, Fördergeräte, Kraftfahrzeuge und allerlei bergmännisches Gerät bis zu Meßgeräten und verschiedenen geförderten Kristallen zierten die Ausstellung.
Der Höhenmesser in der Pulsuhr ist vor dem Start unter Tage auf minus 474 Meter zu programmieren.
Ein Radhelm ist bei dem Lauf Pflicht, aber nach wenigen Metern spürt man diesen nicht mehr.
Mittlerweile erfolgte der Start zum Lauf über 10 Kilometer der auf zwei 5 Kilometer langen Runden ausgetragen wird. 180 Aktive verschwinden im Dunkel. Auf mäßig beleuchteten Gängen läuft man stellenweise wie auf Eiern, denn ein Teil der Wege sind ziemlich glatt. Aber es dauert nur 30 Sekunden dann geht es schon die ersten 30 Höhenmeter hinauf. Es bleibt wenig Zeit zur Erholung, bereits nach 3 Minuten (minus 459m) Laufzeit geht’s richtig in den Anstieg. Bis zur Zeit von 7:10 Minuten werden 127 Höhenmeter auf minus 386m geklettert. Für einige ist das schon mächtig heftig. Das Tempo ist längst nicht mehr so hoch wie zu Beginn des Laufes. Nach circa 2,5 Kilometern erscheint der erste Getränkestand. Dieser muß unbedingt angenommen werden. Aber ihr werdet selbst erleben wie ihr nach Flüssigkeit lechzt. Immer wieder Kurven und der Wechsel vom halbwegs hellen ins dunkle machen die Sache nicht ungefährlich. Eric läuft bereits in der auf drei Läufer geschrumpften Spitzengruppe und rutscht aus. Kleine Schürfwunden an einer Hand und dem Knie verheilen später schnell. Bereits bei 5 Kilometern, dem Durchlauf bei Start und Ziel, hängt ein weiterer Kontrahent hinterher. Durch Unaufmerksamkeit verpaßt Eric die Getränkestelle. Scheibenkleister, denn die Kehle ist trocken. Auch auf der zweiten Runde wird ordentlich im Duo gekeult, der Anstieg erweist sich als Scharfrichter. Eric läuft sicher nach 43:25 Minuten ins Ziel und holt sich den Gesamtsieg.
Reservesachen für nach dem Lauf und mindestens zwei Trinkflaschen sollten mit in den Berg genommen werden. Mittlerweile gibt es auch im Berg schon ordentliche Toiletten.
Für die Erinnerungsfotos sollte man einen digitalen Fotoapparat, oder einen herkömmlichen mit einem 400er Film einstecken. Da ständig mit Blitzlicht gearbeitet werden muß sind mehrere Reserveakkus notwendig. Die Familie kann bei diesem Tripp nach Anmeldung mit in den Berg einfahren. Wer einmal in Sondershausen ist kann noch einen Ausflug zum Kyffhäuser Denkmal zum Rotbart Barbarossa oder dem Bauernkriegsdenkmal machen.
Wir ernteten neben dem Pokal und den Urkunden und Blumen noch einige anständige Sach-und Naturalpreise. Ansonsten sind 30 Euro Startgeld für 10 Kilometer ganz schön viel Geld auch wenn man in den Berg einfährt. Als Vergleich, im Jahr 1999 waren es 30 Mark und jeder bekam einen Erinnerungspokal.
Übrigens, in diesem Schacht wo einst 3500 Kumpel tätig waren gibt es auch ein MTB Rennen.
Aber ihr werdet sehen, es ist ein tolles Lauferlebnis. Nicht nur Alpenpässe sind eine Reise wert.

Viel Spaß