Erstfeld – Baustellenpfad am Nordportal des Gotthard-Basistunnel

Strecke:                  Holztreppen, Naturweg

Aufstieg gesamt:      48 m

Abstieg gesamt:       48 m

Zeit:                       30:16 Minuten


Rollis können diesen Pfad infolge der beidseitigen Treppenkonstruktionen nicht befahren.

Wir begannen unseren Spaziergang im eidgenössischen Erstfeld am Informationsgebäude der AlpTransit des Gotthard-Basistunnel, dem zukünftig längsten Eisenbahntunnel der Welt. Eisenbahnfans können sich hier vom Fortgang der Bauarbeiten an diesem gigantischen Projekt informieren. Hinweisschilder und Schautafeln ermöglichen eine gute Orientierung und umfassende Information. Unmittelbar nach dem Informationsgebäude wird über eine hölzerne Treppenkonstruktion die Bauselle mit ihren beiden nördlichen Eingangsportalen überquert. Gute Sicht nach Norden und Süden über die mir scheinbar gut organisierte Baustelle. Etwa parallel zur zukünftigen Gleisanlage kann nun eine Besichtigung der Baustelle von außen erfolgen. Wer denkt, da ist nur Beton und Dreck, der wird eines besseren belehrt. Ob Teich oder lebendiges Grün, bei unseren Besuchen in den Jahren 2008 und 2009 war noch Leben neben der Baustelle. Nach einem etwa 15-minütigen Spaziergang ist die nördliche Querung erreicht. Auch diese Treppenkonstruktion ist aus Holz. Auf dem Quergang befindet sich eine Metallkassette mit einem „Gipfel-/ Besucherbuch“. Neben dem fotografieren habe ich bei beiden Besuchen einen Eintrag allerdings vergessen, Scheibenkleister. Von der Brücke hat man gute Sicht auf den ausgebohrten Stollen, zwischen beiden Eingängen befindet sich eine kleine beleuchtete Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute. Als Rückweg wird ebenfalls der Weg östlich der Baustelle empfohlen. Wenn man einmal an diesem Eisenbahnprojekt verweilt, empfiehlt sich ein Besuch der Informationsstelle des Projektes. Wer wissbegierig ist muß etwa 90 Minuten für den kostenlosen Rundgang mit Filmvorführung einplanen. Souvenirjäger kommen auf ihre Kosten. Mit etwas Glück und für 50 CHF kann einmal wöchentlich mit der Grubenbahn in den Stollen eingefahren werden. Verständlicherweise gibt es nur geringe Kapazitäten (einige Monate vorher muß eine Reservierung erfolgen). Frank bekam im August 2008 spontan das Angebot hautnah ins erdinnere zu gelangen, da gab es natürlich keine längere Überlegung, eine Zusage erfolgte sofort. 15 Minuten später komplette Einkleidung mit Arbeitsschutzbekleidung und Selbstretter, einstündige Informationsveranstaltung und Arbeitsschutzbelehrung im Beratungsraum. Dann wird mit einer Grubenbahn eingefahren. Die letzten Meter bis zum Bohrkopf geht`s zu Fuß. Einfach gigantisch die Arbeitsmaschinen. Sage und schreibe 500 Meter lang ist die Tunnelbohrmaschine, daran schließt sich die Bandförderanlage an. Diese wurde übrigens in meiner Heimatstadt Wurzen von der Firma Baggerbau H. Aug. Schmidt, 1837 in die Gewerberolle der Stadt eingetragen, gebaut. Für so eine Exkursion  müssen aber etwa drei Stunden eingeplant werden. Trotz der harten Arbeitsbedingungen sind die Mineure gut drauf und freuen sich über den Besuch im Berg. Aber schaut selbst vorbei, es lohnt sich auf jeden Fall.

In Erstfeld kann auch das Betriebswerk der SBB besucht werden. Ein Krokodil steht als Denkmal auf dem Sockel. Auf einem extra gebauten 18 Meter hohen Panoramaturm mit überdachter Aussichtsplattform erhält man ausgezeichnete Einblicke in das Bahnbetriebswesen dieses bedeutenden Bahnhofes. Übrigens, seit Jahren werden jeden ersten Samstag im Monat Bewegungsfahrten mit historischen Lokomotiven durchgeführt. Den Höhepunkt bildet die Fahrt eines Krokodils, Ce 6/8``, einfach herrlich. Eine Elektrolok mit seinen sich bewegenden klappernden Stangen. Unmittelbar neben dem Panoramaturm befindet sich eine kleine Baracke. In dieser hat der regionale Modellbahnclub seine wundervoll gestaltete Anlage.     

Kartenmaterial wird nicht benötigt, der Baustellenpad ist ausgeschildert

Trotz der Baustelle fanden wir eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Viel Spaß  bei eurer Tour