Straßenläufe

... sind eine Trainings-und Wettkampfform die hohe Belastungen an die Gelenke, Muskulatur und den Willen des Sportlers stellt. Ein guter Trainingszustand ist notwendig um effektiv einen Straßenlauf absolvieren zu können. Hinzu kommt, bei langen Geraden spielt der Willen eine sehr große Rolle. Werden Straßenläufe außerhalb von Ortschaften durchgeführt, spielt der Wind eine nicht unerhebliche Rolle. Wenn es schiebt wird es meist zu schnell, bei Gegen-oder Seitenwind verringert sich schnell die Laufgeschwindigkeit. Hier sollte unbedingt in einer Gruppe gelaufen werden. Fair ist wenn die Führungspositionen in gewisssen Abständen getauscht werden um gleichmäßig Kraft zu verbrauchen oder auch zu sparen. Läuft man in einem Wettkampf als Führender vor den Verfolgern ist man meistens im Blickfeld und muß sich seiner Sache schon sehr sicher sein diesen Lauf zu gewinnen. Die geringste Schwäche, dazu zählt auch das kurze umschauen zu den Verfolgern wird schnell zum Verhängnis und der Grundstein zum Mißerfolg. Also gilt: laufen, laufen weiter laufen.

Bei Straßenläufen werden gut gedämpfte Laufschuhe mit einer wenig profilierten und kippelunanfälligen Laufsohle benötigt. Die DDR-Marathonschuhe von ZEHA aus Känguruhleder hatten eine ganz dünne Sohle, waren sehr leicht, aber man merkte jeden kleinen Stein unter dem Schuh. Ende der siebziger Jahre wurden von ZEHA Nobbenschuhe entwickelt die spitze/ kegelförmige Nobben hatten. Die wenigen Läufer die ein solches Modell hatten, haben damit bei glatten Asphalt und Regen unangenehme Erfahrungen gemacht. Man rutschte und es wurde spiegelglatt wie auf Eis. Ab Anfang der achtziger Jahre gab es Schuhe mit Geflecht am Oberleder, der warme Fußschweiß konnte etwas besser entweichen. Trotzdem wird es während eines langen Laufes warm und feucht im Laufschuh sein. Es ist auch so eine Sache mit oder ohne Socken im Schuh zu laufen. Ich habe egal wie, immer große und viele Blasen bekommen.  Der „Rekord“ waren mal nach einer 20 Kilometer 11 mittlere und große Blasen unter einem Fuß, der behandelnde Arzt hat nur den Kopf geschüttelt. Von da an bin ich Sommer wie auch im Winter ständig ohne Socken in den Schuhen gelaufen. Blasen habe ich trotzdem bekommen. Niemals frische, feuchte oder knüppelharte Socken anziehen. Socken am besten schon einmal vorher bei einer kurzen Einheit anziehen und dann den linken und rechten Socken markieren. Mittlerweile gibt es Laufsocken mit einer Antirutschbeschichtung an der Sohle, diese sind teuer und relativ warm. Es funktioniert auch nicht 100 prozentig. Nach mehrmaligen tragen und waschen ist die Antirutschspirale fast weg. Am besten alle Varianten selbst für sich ausprobieren. Kurze Wettkampfhosen können bei starken Oberschenkeln innen scheuern. Als sehr gut empfehle ich kurze Radhosen ohne Polsterung. Oft kommt es bei langen Läufen vor das am Trägerhemd oder T-Shirt, wenn diese nassgeschwitzt sind, die Brustwarzen scheuern. Eine einfache Lösung, vor dem Start mit Heftpflaster die Brustwarzen abkleben. 

Bei Straßenläufen werden Startnummern bei den Wettkämpfen getragen, es ist notwendig mindestens fünf Sicherheitsnadeln in der Wettkampftasche zu haben. 4 Nadeln für die Startnummer, die Nadel 5 zur eventuellen Fixierung der Wettkampfkarte/ Wertungskarte am Wettkampfhemd hinter der Startnummer. Karte unbedingt hinter die Startnummer befestigen, so wird sie durch Armbewegungen oder Wind nicht unabsichtlich abgerissen. Sind die Startnummern noch so groß, die Werbung darf nicht abgeschnitten werden, das kann zur Disqualifikation führen. Seit einigen Jahren erfolgt die Zeitmessung bei größeren Läufen mit einem Chip. Dieser ist meist im Laufschuh in den Schnürsenkeln eingebunden. Chip ganz unten einbinden und Schnürsenkel nicht zu fest ziehen. Am günstigsten ist sein eigener Chip, denn der bleibt dann immer in den Wettkampfschuhen. Funktioniert allerdings nicht überall da es verschiedene Chipsysteme gibt. In Wettkämpfen sollte vermieden werden durch Pfützen zu laufen. Zum einen ist ungewiss ob darunter ein Loch ist und man eventuell umknickt. Aber auch die nasse Schuhsohle wirft meistens kleine Steine hoch die mitunter dann in den Schuh fallen und drücken oder reiben. Verpflegungs-und Wasserstände sind etwa aller 5 Kilometer zu nutzen. Ein kleiner Schluck Flüssigkeit reicht sonst fängt es später im Bauch an zu gulgern. Bei Tee oder Haferschleim nicht zu gierig trinken, es darf nicht heiß sein, aber es könnte. Aus Erfahrungen anderer wird man schlau. Auch wenn man sich doch einen Becher Wasser ins Gesicht schütten möchte, vorher schauen das es kein Tee oder Haferschleim ist. Bei den DDR-Meisterschaften 1979 habe ich mir versehentlich mal einen Becher Haferschleim anstelle von Wasser ins Gesicht geschüttet und sah anschließend die letzten 5 Kilometer  aus wie der Sandmann. Unmöglich. Auch die Versorgung kann man im Training schon einmal probieren. Für Brillenträger sind wasserspendende Anlagen, so zum Beispiel einfache Beregner oder Gartenschläuche am Straßenrand unbedingt zu vermeiden, der Blick durch die Brille verschlechtert sich schlagartig. Man versucht die Brille zu säubern was bei einem durchschwitzten Trainings-oder Wettkampfhemd erfolglos ist. Meist tritt man dann noch dabei in ein Loch oder die Spitze läuft davon. Als sehr gut erweisen sich vom Wettkampfveranstalter an der Seite stehende Schüsseln mit Schwämmen die im kalten Wasser liegen. Nachdem man sich so einen Schwamm gegriffen hat kann man zielstrebig Kopf und andere Körperpartien abwischen. Man kann dies auch mehrmals machen. Ich kenne viele Läufer die dann den Schwamm noch auszutschen um noch etwas Flüssigkeit aufzunehmen. Später wirft man den Schwamm weg, die fleißigen Helfer des Organisationsteams werden ihn einsammeln. Als günstig erweist es sich auch eine kleines Wickel WC-Papier als absolute Reserve in der Gesäßtasche zu haben. Günstig wäre dieses in Folie einzuwickeln da es ansonsten durch die nassgeschwitzte Sporthose unbrauchbar wird.

Bei Straßenläufen in der Sonne sollte man unbedingt dieser schnellstmöglich ausweichen. Also im Schatten von Bäumen oder Häusern laufen. Eine Schildmütze oder ein Kopftuch sind ebenfalls sehr hilfreich. Ein weiterer Vorteil hierbei ist, wenn der Schweiß vom Kopf abtropft wird er durch die Mütze, das Tuch oder das Stirnband aufgefangen. Nicht zu unterschätzen ist die Auskühlung bei Straßenläufen. Kurze oder lange Sportkleidung ist wichtig. Ich war und bin ein großer Freund von dünnen Handschuhen und einer Mütze (ohne baumelnde Bummel). Bei Kälte und Wind ist es immer hilfreich eine Zeitung unter dem Hemd zu haben. Wenn sich die ganze Sache beruhigt hat kann man diese problemlos entsorgen.       

Das sollen einige hilfreiche Hinweise sein um sein eigenes Läufchen gestalten zu können.

Viel Spaß