Spartakiade

... war schon ein großes Ziel für die Sportler der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Egal ob Zwerg oder Jugendlicher, jeder wollte eine der begehrten Medaillen bei einer der Spartakiaden erkämpfen. Spartakiadewettkämpfe gab es in allen Sportarten und Disziplinen. Für Frank waren die Mittel –und Langstreckenläufe sehr interessant. Aber auch „Ausflüge“ zum Volleyball und Radsport waren für den Läufer sehr medaillenträchtig. Jährlich gab es die Kreisspartakiade. Tausende von Kindern und Jugendlichen stellten sich den Kampfrichtern und wetteiferten drei Tage um die Medaillen. Eine Ausnahme gab es, die Straßenläufe fanden jedes Jahr etwa vier Wochen vorher statt, die Siegerehrungen wurden aber dann während der drei tollen Tage als erstes durchgeführt. (1980, AK16/17, 20 km Straßenlauf 1:15:27 h, Silber). Die Eröffnung dieser Veranstaltung erfolgte mit einem Fackellauf und der Entzündung des Spartakiadefeuers im Stadion. Es war schon eine Ehre mit der Spartakiadefackel als einer der Teilnehmer beim Fackellauf durch die Stadt zu laufen. Tolle Wettkämpfe, begeisterte Kinder und Jugendliche, herausragende Versorgung aus der Feldküche durch die Angehörigen der Versorgungszüge der Zivilverteidigung (ZV). Als Dank der Sportler sehr gute und gute Leistungen. Der Lohn – eine der begehrten Medaillen. Ich kann es euch verraten, bei mir wurden es jedes Jahr mehrere und ich freue mich noch heute darüber. Die Siegerehrungen wurden mitten im Stadion in einem eingerichteten Ehrenhain durch den Vorsitzenden des Rates des Kreises (heute sagt man dazu Landrat) oder den 1. Sekretär der SED Kreisleitung durchgeführt. (SED – Sozialistische Einheitspartei Deutschlands.) Am Schlußtag jeder dreitägigen Spartakiade gab es dann jährlich den Spartakiadeball, auch dieser war großartig organisiert.

Im Rhythmus von zwei Jahren gab es die Bezirksspartakiaden in den Bezirksstädten. Frank konnte sich im Jahr 1980 dabei im Straßenlauf über 20 Kilometer in 1:13:53,4 Stunden bei großer Hitze die Silbermedaille erkämpfen. Luftbereift, elf Blasen unter einem Fuß, Schmerzen ohne Ende aber eine solche Medaille war ein großer Anreiz. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Im Leipziger Zentralstadion wurden es immer nur vierte Plätze.

Dann gab die Zentrale Spartakiade in Berlin bzw. Oberhof. Schulen, Eltern, Trainer, Lehrausbilder und FdJ (Freie deutsche Jugend) mußten auf der Berufungsurkunde mit unterschreiben. Um bei letzterer teilnehmen zu dürfen mußte man sich über gesonderte Wettkämpfe qualifizieren, für Läufer bedeutete das eine sehr hohe Norm knacken. Im Jahr 1981 Stand die Norm im 20 km Straßenlauf für die AK 16/17 bei 1:10:00 h. Ja die 1:10 wollten schon gelaufen sein. Ich habe es nicht geschafft, die erlaufenen 1:10:07 h waren zu langsam. Schade. Bereits zwei Jahre später hatte man einsehen und stufte die Norm auf 1:12:00 h herab.

Heute gibt es Kreis-, Kinder –und Jugendspiele in den Landkreisen. In Organisation und Beteiligung reichen diese nicht annähernd an die Spartakiaden heran. Trotz gemeinsamer Kreise nach Gebietsreformen kocht jeder sein eigenes Süppchen. In manchen Sportarten starten lediglich zwei Sportler je Altersklasse, Starterfelder mit 10 – 15 Sportlern sind schon groß. Dennoch erzielen die Sportler großartige Leistungen und freuen sich noch genau so über ihre Medaillen wie wir vor Jahrzehnten. Es kann ja keiner dafür wenn die anderen zu faul sind. Unserer Sohn scheffelte bei diesen Veranstaltungen sehr viele Medaillen in den Sportarten Leichtathletik, Radsport, Skilanglauf, Skiroller und Volleyball.

Auf Landesebene gibt es die Landes-, Kinder –und Jugendspiele in den Sommer -und Wintersportarten, diese werden im Rhythmus aller zwei Jahre veranstaltet. Die Leistungsträger waren fast unter sich, in der Breite war es auch hier recht dünn. Dennoch wurden Spitzenresultate erzielt. Bei drei Starts in den Jahren 1997, 1999 und 2001/2002 konnte unser Sohn Eric drei Medaillen erkämpfen. 1997 Gold im Triathlon, 1999 Silber im Triathlon (allerdings mit bitterem Beigeschmack, Kampfrichter etwa Schülerinnen der 10. Klasse standen nicht auf der Ziellinie und schauten schräg, unglaublich – aus Siegern werden Verlierer), 2001/2002 Silber im Skilanglauf. Die obligatorischen Teilnehmer T-Shirts für Sportler und Trainer werden auch im Jahr 2011 von uns noch getragen und erinnern an tolle Wettkämpfe und Erfolge.

Viel Spaß