Radtour zur Preßnitztalbahn

Königswalde (543m) – Jöhstadt (813m) – Schmalzgrube (602m) – Jöhstadt (809m) – Bärenstein (709m) – Kühberg (649m) – Kühberg Berg (749m) - Königswalde (543m)

Strecke: Asphalt, Rennrad möglich

Länge: 30 km
Aufstieg gesamt: 719 m
Abstieg gesamt: 722 m
HF-Durchschnitt: 138 S/min
Maximalpuls: 172 S/min (Kühberg Berg)
Temperatur: 28 Grad im Schatten
Zeit: 1:38:45 Stunden

Wer knackige Anstiege liebt und von Schmalspurbahnen fasziniert ist, für den ist diese Tour genau richtig.
Als Ausgangspunkt dieser Radtour kann ich das erzgebirgische Königswalde im Kreis Annaberg empfehlen. In Königswalde auf dem Parkplatz vor der Sparkasse muß der Höhenmesser in der Pulsuhr auf 543m programmiert werden.
Der Start ist erfolgt, ich bin mit dem MTB unterwegs, ein langer Anstieg erwartet nun den Pedaleur. Gleichmäßiges treten zahlt sich wie immer aus. 270 Höhenmeter müssen auf den ersten 4,4 Kilometern gefressen werden bevor Jöhstadt (813m) erreicht wird. Am Ortseingang der Bergstadt Jöhstadt begrüßen einen zwei Bergmänner und ein Engel. In einer rasanten Abfahrt geht es auf der Hauptstraße durch diese kleine Stadt. Es werden die Gleise am Bahnhaltepunkt der Preßnitztalbahn in Schlössel überquert. Langsam muß wieder bergauf gestrampelt werden. Urige Bäume säumen die Strecke, vom höchsten Punkt kann man schon Schmalzgrube erspähen. Auch hier geht es auf der ausgezeichneten Straße von der Höhe. Hinter einer Linkskurve läßt ein beheiztes idyllisch gelegenes Freibad grüßen, aber mich lockt meine Tour mehr. Am Bahnhof Schmalzgrube zeigt mein Höhenmesser 602m an, ich mache wie geplant kehrt. Jetzt geht es zurück, die zwei Anstiege muß wieder hoch gestrampelt werden bevor in Jöhstadt am Markt (809m) links in Richtung Bärenstein abgebogen werden kann. Nach einer Abfahrt lauert schon wieder ein leichter Anstieg, aber mit viel Schwung rollt es ganz gut. Vorbei an der Informationshütte des großen Windparkes folgt eine herrliche Abfahrt auf ausgezeichnetem Asphalt. Selbst ich als großer Angsthase bremse bei 60 km/h diesmal nicht. Rechts steht das kleine Hotel Berghof. Vorbei an der Revierförsterei und zur Kreuzung in Richtung Kühberg. Vor einem steht das Hotel Blechhammer.
Ich bin nach links abgebogen und bis Bärenstein auf völlig heißem und klebrigen Asphalt getreten bis ich merkte das ich verkehrt war. Am Ortseingangsschild von Bärenstein (709m) drehe ich um und rollte wieder zurück bis zum Hotel Blechhammer.
Also für alle die gleich nach Kühberg Berg hinauf zur Kerzenwelt fahren möchten, auf der Kreuzung vor dem Hotel Blechhammer rechts halten. Nun noch einige hundert Meter auf der Hauptstraße fahren. Ein kleiner Wegweiser (649m) auf der linken Seite zeigt den Weg zur „Kerzenwelt“. Obwohl der Anstieg wohl nur 1,3 km lang ist hat man einen richtigen Scharfrichter vor sich. Mir hilft mein kleines Kettenblatt, also der Rettungsring. Hinten schalte ich schnell in Richtung des größten Ritzel. Der Anstieg ist mehr als steil. Beißen ist angesagt um das Tagesziel zu erreichen. Endlich, Kühberg Berg (749m) ist erreicht, vor mir steht rechter Hand das Gebäude der Kerzenwelt. Auf der Kreuzung nach rechts auf die Bundesstraße 95 abbiegen. Auf der leicht abfallenden Straße rollt es super. Nach circa zwei Kilometern kommt eine größere Kreuzung auf der eine Ampel steht. Rechts nach Königswalde abbiegen und die Abfahrt genießen, arbeiten muß bis zum Parkplatz an der Sparkasse keiner mehr.

Für alle Fans der Schmalspurbahn nun einige Hinweise. Als oberstes Gebot, maximaler Speicherplatz auf dem digi Fotoapparat oder mehrere Filme einstecken. Auch Reserveakku`s unbedingt einstecken.
Die Museumseisenbahn erreicht man in Jöhstadt vom Markt aus. Kommt man aus Richtung Königswalde muß man im Ort rechts abbiegen. Ein liebevoll restauriertes Bahnhofsgebäude erwartet die großen Kinder. Neben dem Neubaublock fließt eine Quelle und bringt sauberes Wasser an den Tag. Für mich die erste große Erfrischung nach meiner Radtour. Über den Bahnsteig geschlendert steht man auch schon vor dem Fuhrpark aus Wagen. Wasserkran und Lokschuppen grinsen einen an. Mich persönlich fasziniert immer wieder die Dampflok der Baureihe 99. Ich knipse was das Zeug hält und muß mehrfach die Akku`s wechseln. Ein Mitarbeiter gestattet mir die Besichtigung des Lokschuppens. Drei Dampfrösser und eine Diesellok lassen mich strahlen. Die Bahntour wird nun in Richtung Bahnhaltepunkt Schlössel fortgesetzt. Vom originalgetreuen Telefonhäuschen über Telegraphenmasten stoße ich auch hier recht schnell zum Zugmaterial vor. Ein orangefarbener Schneepflug der Deutschen Reichsbahn zieht meine Blicke an. Die Fahrt geht weiter in Richtung Schmalzgrube. Auch hier begrüßen einen liebevoll von den vielen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern restaurierte Bahnanlagen. Bahnhofsgebäude, Güter-und Lokschuppen sowie rollendes Material verzaubern alle Eisenbahnfans. Auf der Rückfahrt nach Königswalde erspähe ich noch unterhalb von Jöhstadt den Neubau des großen Lokschuppens und der Werkstatt sowie graziöse Bahnhofslampen.
Hagen von Ortloff von Eisenbahnromatik würde bei der Preßnitztalbahn alle in seinen Bann ziehen.
Übrigens, meine Eisenbahntour entlang der Bahnhöfe, Gleise und Lokschen dauerte über zweieinhalb Stunden. 146 Fotos konnte ich mir später auf dem Computer anschauen.

Viel Spaß bei eurer Tour