Landschaftsgarten Machern

Der Landschaftsgarten im sächsischen Machern unweit von Wurzen wurde von Graf Lindenau angelegt. Rund um den Parkteich gibt es viele Sehenswürdigkeiten. Beginnen wir am Schloß, heutzutage ein beliebtes Standesamt. Vom Schloß geht ein Weg zur weißen Brücke. Die dort über Jahrzehnte im Wasser stehende Jungfrau haben irgendwann Mitte der neunziger Jahre Diebe mitgehen lassen. Hinter der weißen Brücke bleibt man auf dem nach rechts abbiegenden Weg. Entlang des Teiches wird Ruhe getankt. Am Agnestempel angelangt wird eine schöne Aussicht geboten. Setzt man seine Wanderung mit der Überquerung des Hauptweges fort, gelangt man an das Rosentor. Das ist ein kleines Türmchen mit einer Brücke die auf mächtige Steine führt. Als Kinder haben wir dort mit Vorliebe geräubert. Im Winter kann an dem westlich gelegenen Hang ausgezeichnet gerodelt werden. Unser Spaziergang geht weiter in Richtung Norden. Auf einer kleinen Lichtung im Park steht man urplötzlich vor der Pyramide. Auf dem Sockel links und rechts am vorderen Eingang begrüßen zwei Löwen die Gäste. Ein großes Eisentor verwehrt den Eintritt. Früher war es möglich den Innenraum der Pyramide zu besichtigen. Betrat man die Pyramide durch den etwas unterhalb liegenden Hintereingang, so führte ein Gang unter dem Bau im Kreis entlang. Vor Jahren spielte einmal ein Elektronikmusiker in diesem Gemäuer, es waren phantastische Klänge. Bei meinem letzten Besuch an der Pyramide stand vor mir ein Eidgenosse und blies auf einem Alphorn. Schräg hinter dem Bauwerk führt ein Weg zur Ruine, heute auch als Ritterburg bezeichnet. Ende der sechziger Jahre, mit meinem Großvater Arno, meinem Vater Wulf, Onkel Günther und Cousin Jens betrat ich über einen unterirdischen Gang aus Richtung Freilichtbühne die Ruine. Im Taschenlampenschein führte uns der Weg durch einige zum Teil eingestürzte Gänge und Nischen. Endlich am Turm angelangt, strahlte wieder etwas Tageslicht in das baufällige Gemäuer. Auf abenteuerliche Weiße kletterten wir im Turm so hoch wie möglich. Bemerkt sei, die Treppe war schon längst eingestürzt. In den neunziger Jahren wurde dieser Eingang, die Gänge und der Turm liebevoll restauriert und steht heutzutage nach Voranmeldung oder bei Festen zur Besichtigung offen. Für Kinder allemal ein großes Erlebnis. Erschreckt nicht vor dem nachgebildeten Schädel im düsteren Gang. Weiter geht die Wanderung entlang der Baumgrenze zum Wildgehege. Hirsche, Rehe und Heidschnucken sind zu sichten. Auf dem Hauptweg zurück zum Parkteich gelangt man am Südufer zum Schlangentempel. Nicht nur für Kinder eine interessante Tour. Als Belohnung winkt in der Eisdiele ein Macherner Riese, das ist eine große Pressglasvase voll Eis.
Im Winter kann auf dem Parkteich Schlittschuh gelaufen werden.

Machern wurde auch durch seinen legendären Bergdurchstich beim Bau der ersten deutschen Ferneisenbahn vor 150 Jahren von Leipzig nach Dresden bekannt.
Als berühmtester Sohn des Ortes sei Christoph Höhne genannt. Er gelangte zu großartigen sportlichen Erfolgen. Der Gewinn der Goldmedaille im 50 Kilometer Gehen bei den XIX. Olympischen Spielen in Mexiko Stadt war der Höhepunkt seiner Sportlerlaufbahn. Später arbeitete Christoph als Sportfotograf.

Wer seine Schlössertour fortsetzen möchte findet auf Schloß Püchau und Nischwitz noch allerhand interessantes. In fast jedem Ort gähnt ein Herrenhaus, der bauliche Zustand ist sehr unterschiedlich.

Übrigens, aus dem Nachbarort von Machern, aus Lübschütz, kommt der Weltmeister im Straßenrennen im Radsport Bernhard Eckstein. Auch Bernhard war als Sportfotograf tätig. Kürzlich traf ich Ecke mit einer schon ganz schön großen Kugel, manche sagen auch kulinarischem Gewölbe. Zum Festumzug der Gemeinde Lübschütz saß Ecke auf dem Rad, allerdings nicht im Regenbogentrikot, denn das war mittlerweile zu klein.

Viel Spaß bei eurer Tour