Im Schatten des Landwasser-Viadukt

Strecke:                       Naturwege

Aufstieg gesamt:           96m

Abstieg gesamt:            96m

Temperatur:                 -5 Grad

Zeit:                             11:50 Minuten Aufstieg / 20:02 Minuten Abstieg

Der Ausgangspunkt zu diesem bahnhistorischen Bauwerk, dem Landwasser-Viadukt im schweizerischen Kanton Graubünden, befindet sich an der Straße zwischen den Orten Alvaneu Bad und Filsur. Fährt man aus Richtung Alvaneu Bad kommend nach Filisur befinden sich rechts der Straße mehrere Golfplätze. Etwa wo diese beendet sind kommt eine Rechtskurve, in dieser befindet sich linksseitig ein Parkplatz der geradezu einlädt die Wanderschuhe zu schnüren.

Der Höhenmesser wird zum Beginn der Wanderung auf 975 Höhenmeter programmiert.

Diese Wanderung ist für Kinder geeignet.

Kerstin und ich wandern auf der breiten Forststraße entlang des Landwassers, nach wenigen Metern befinden wir uns im Wald. Das rauschen des Baches läßt die fast unbezwingbare Natur erahnen. Uns begegneten zwei liebevoll gesetzte Steinmännl. Kurz hinter der Brücke (vor dem Haus auf der Lichtung) zweigt nach links der Weg zum Fotopunkt Landwasser-Viadukt ab. Schnell werden jetzt Höhenmeter gemacht, Kinder sollten geführt werden, nicht nur die Bäume sind urig, auch die dazu gehörenden Wurzeln. Treppen steigen. Schaut man mal nach vorn schillert durch die Bäume ein Viadukt. Das ist das Schmittnertobel-Viadukt. Wir schnaufen zwar schon wie eine Dampflok, blicken aber trotzdem nach vorn. Über uns fährt eine dieser Werbelokomotiven, die COOP Lok der Baureihe Ge 4/4 III die 641 mit einem Personenzug. Weiter wird gerammelt, das Ziel ist bereits in Sichtweite. Parallel zum Gleis verläuft nun der gut gesicherte Wanderweg. Wir haben den Aussichtspunkt auf dem Zalaint-Tunnel nach 11:50 Minuten erreicht. Uns gegenüber grinst der Landwasser-Tunnel und vor ihm das Landwasser-Viadukt. Vor ihnen kann der Zug schon mal anvisiert werden wenn er aus Richtung Filisur anrollt. Etwas weiter oben schlängelt sich die Landwasserlinie aus Richtung Davos kommend lang. Ein gigantisches Panorama. Die Rucksäcke auf der Bank abgelegt und mit drei Fotoapparaten auf einen der Züge gelauert. Es dauert auch nicht lange und der erste von vier Glacier Express Zügen schiebt sich vorbei. Wir haben Glück, auch an diesem Tag kommt ein gemischter Zug mit Personen-und Güterwagen. Die „Knipsen“ arbeiten prächtig, später konnten wir unsere Bilder und Filme auf dem Computer betrachten. Die Zeit am Fotopunkt vergeht viel zu schnell und nach einigen Stunden wird der Rückweg angetreten. Der Abstieg unterhalb des Schmittnertobel-Viadukts verlangt hohe Konzentration. Mittlerweile kann man das rauschen des Schmittner Baches, der in das Landwasser mündet, vernehmen. Wenige Minuten später ist der Ausgangspunkt unserer Wanderung erreicht.

Übrigens in Vorbereitung anläßlich der Feierlichkeiten der Aufnahme der Albula-und Berninalinie ins Weltkulturerbe am 7. Juli 2008 der UNESCO gab es vom 12.-14. September 2008 eine große Sause. Ein rotes Band markierte 10 Kilometer der wichtigsten Abschnitte dieser Strecken, aufgestellte Thementürme waren sehr interessant und gute Fotopunkte. So konnte ich von der Wiese unterhalb der beiden Viadukte die Übung der Akrobaten in den Bögen des Landwasser-Viadukts ausgezeichnet verfolgen. Das Wetter an diesem Wochenende war allerdings sehr mies.

Sehr zu empfehlen ist eine Fahrt mit dem Zug von Filisur nach Tiefencastel und zurück über das Landwasser-Viadukt. Aber auch die komplette Albula-und Berninalinie sind nicht nur für Eisenbahnfans ein Erlebnis.

Weitere Exkursionen bieten sich in dieser landschaftlich schönen Region an. Am oben beschriebenen Parkplatz kann auf dem Wasserweg gewandert werden. Vielleicht findet ihr das als Turbinenhaus verkleidete Hexenhaus. Unweit dieser Viadukte erwartet einen wenige Meter entfernt von der Station Wiesen (hier steht noch ein Läutwerk) das Wiesener-Viadukt. Wie auch über viele andere Viadukte führt ein offizieller Fußweg darüber. Wer sich wagt wird von einer der noch wenigen erhaltenen Exemplare der Hippschen Wendescheibe verzaubert. Übrigens, hier führt der SWISS AlpineMarathon über 78 KM darüber. In die andere Richtung gelangt man in die Zügenschlucht (ebenfalls Laufstecke des SWISS AlpineMarathon). Der Aussichtspunkt Bärentritt ist ebenfalls eine Wanderung wert. Im Ort Wiesen kann im Hotel Bellevue eine ständige Ausstellung zur Erbauung des Wiesner-Viadukts besichtigt werden. Am 3. Juli 2009 feiert(e) die Davoser Linie der Rhätischen Bahn (RhB) ihr 100-jähriges Bestehen. An der Station Filisur ist ein funktionsfähiges Läutwerk mit drei Glockentürmchen in Betrieb zu erleben. Eine kleine Drehscheibe kann erspäht werden. Der liebevoll geführte Bahnhof lädt zum verweilen ein. Führt man seine Tour hinter Filisur in Richtung Bergün/ Bravuogn weiter erwarten einen noch viele schöne Fotomotive. Die romanische Sprache muß nicht beherrscht werden. Das Krokodil der RhB wenige Meter entfernt vom Bahnhof wurde schon sehr oft geknipst. Im Ort befindet sich auch ein kleines aber schmuckes Museum mit einer Modelleisenbahnanlage der Albulalinie. Geplant ist die Errichtung eines Eisenbahnmuseums in diesem Ort des Oberengadin. Sehr zu empfehlen ist der Eisenbahn Lehrpfad zwischen Bergün/ Bravuogn und Preda. Auch für kleine Kinder kein Problem und zu schaffen, er ist sehr abwechslungsreich. Im Winter, vorausgesetzt es liegt genügend Schnee, ist von Preda bis Bergün/ Bravougn die Straße voll gesperrt und eine der längsten Rodelbahnen. Wanderwege gibt es in dieser Region viele, Passstraßen fordern den Radlern oftmals alles ab.

Stocknägel und Aufkleber gibt es für die Sammler noch genügend.

Als Kartenmaterial wird der Straßenatlas von Hallwag M 1:250 000 mit ISBN 3-8283-0048-0 empfohlen. Es läßt sich sehr gut damit arbeiten, das Werk ist sehr umfangreich.

Fotoapparat und Reserveakku´s für die unvergeßlichen Momente nicht vergessen.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour