Davos (1560m) - Filisur (1080m) - Bergün (1367m) - Davos (1560m)

Auf den Spuren des SwissAlpine Marathon, K 78

Davos (Stadion) – Frauenkirch (1505m) –Spina (1598m) – Monstein (1626m) –Station Monstein (1346m) – Zügenschlucht – Station Wiesen (1197m) – Eisenbahnviadukt – Filisur (1080m) – Bergün/ Bravougn (1367m) – Chants (1822m) – Keschhütte (2632m) –Val dal Tschüvel (2397m) – Val Funtauna (2308m) – Alp Funtauna (2192m) –Scalettapass (2606m) – Dürrboden (2007m) – Teufi (1693m) – Davos (Stadion)

Länge:                         78,5 km

Aufstieg gesamt:           2320 m

Abstieg gesamt:            2320 m

Diese Streckenbeschreibung bezieht sich auf den ersten Teil der „Urstrecke“ des SwissAlpine Postmarathon wie er bis 1997 als Wettkampf gelaufen werden konnte.

Im schweizerischen Kanton Graubünden, in der Landschaft Davos, findet jährlich eines der großen volkssportlichen Ereignisse für Läufer und Wanderer statt. Aber auch außerhalb dieser Veranstaltung kann man sich selbst einige Erlebnisse schaffen.

Die komplette Laufstrecke, also von Davos über Filisur – Bergün – Keschhütte usw., ist mit Hinweisschildern für den SwissAlpine Marathon das ganze Jahr sehr gut ausgeschildert.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon gelaufen. Allerdings erlebte ich die ersten 30 Kilometer eher zum einlaufen da ich die komplette Distanz über 72 km unterwegs war. Dieser Streckenabschnitt wird als Landwasserlauf bezeichnet, seit 1998 trägt er auch den Namen K30. Für nicht so konditionell gute Läufer ist er allemal zu schaffen, als Knackpunkt gibt es nur den Anstieg nach Monstein.

Gestartet wird in Davos im Stadion, der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 1560 Meter programmiert werden. Dann wird durch den Ort vorbei am Teich neben der Seilbahnstation gelaufen, auf der oberen Prachtstraße dieses Nobelortes trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Eine langgezogene Gefällepassage gestaltet die Sache etwas leichter, Frauenkirch (1505m) ist erreicht. Hinauf nach Spina werden Höhenmeter gefressen, der Anstieg ist schon gewaltig. Viele der Läufer gehen bereits. Spina (1598m) und wenig später Monstein (1626m) sind erreicht und passiert. Auf Waldwegen mit großem Gefälle wird nun hinunter zur Station Monstein (1346m) der Rhätischen Bahn (RhB) gelaufen. Konzentration ist notwendig um nicht den Waldboden zu küssen. Meine Betreuer Kerstin und Eric treffe ich hier, ich grinse wohl übers ganze Gesicht. Hundert bis zweihundert Meter auf dem Asphalt und dann vor dem Straßentunnel nach links auf Splitt weiter. Ehe man sich versieht ist man mitten in

der Zügenschlucht. Ein gigantisches Panorama in der Schlucht. Mehrfach wird es dunkel, der Grund, es wird durch unbeleuchtete Tunnel gelaufen. Ungewohnt aber mal was anderes. Am Ende der Schlucht gilt es einige Treppenstufen hinunter zu laufen um eine Betonbrücke passieren zu können. Auf verwurzelten Waldwegen geht es nun einige Höhenmeter rauf und runter. Im Gefälle zur Station Wiesen (1197m) der Rhätischen Bahn (RhB) ist große Vorsicht geboten. Die Strecke führt über den Bahnübergang. Vor mir geht die Schranke runter, aber einer der vielen fleissigen Helfer winkt mich vor dem herannahendem Zug noch über die Gleise. Parallel zum Schienenstrang führt die Laufstrecke nun über das weltbekannte Wiesner Eisenbahnviadukt. Zug und Läufer teilen sich die Brücke. Auf dem 89 Meter hohen Viadukt wir die Landwasserschlucht überquert. Zuschauer im gleichzeitig über das Viadukt fahrenden Zuges feuern die Läuferschar kräftig an. Auch ich wage einige Blicke in die Schlucht, herrlich. Infolge des Dauerregens ist hinter der Brücke sehr viel Schlamm, auch ich tapse in ein Loch und habe nun nicht nur glitschnasse, sondern auch schlammige Schuhe. Auf den ungeebneten Waldwegen läuft es sich wieder ausgezeichnet. Da es durch abfallendes Gelände geht laufen die Beine wie fast von alleine. Der Ort Filisur ist in sichtweite. Ehe man sich versieht hat man die Bahnstation in Filisur (1080m) erreicht und ist im Ziel. Kurz etwas an der Tränke genommen, hat man schnell diesen kleinen Ort verlassen. Die Strecke führt wieder durch einen Wald auf matschigen Naturwegen mit Wurzeln und allerhand Löchern. Konzentration ist gefragt. Laut Streckenprofil geht es nun 20 Kilometer durchweg bergauf bis zum Sertigpass (2739m). Vor dem Ortseingang von Bergün / Bravougn (1367m) stehen mehrere Hubschrauber zur Rettung hilfebedürftiger bei diesem „Läufchen“. In dem Ort sind Tausende von Einwohnern und Gästen auf den Beinen. Vom Dorfplatz führt die Laufstrecke vorbei am Museum in Richtung Chants und Keschhütte. Gleichmäßig werden Höhenmeter gefressen. In Chants (1822m) wird entsprechend der Ausschilderung der Abzweig nach rechts gelaufen. Es dauert nicht mehr lange und der schützende Wald wird verlassen. Knackig führt die Strecke nun weiter hinauf zur Keschhütte (2632m). Die meisten Läufer müssen hier schon mal einige Meter gehen da es sehr steil ist. Ein wichtiger Kontroll-und Verpflegungspunkt, der Rennarzt befragt jeden. Antworten ist Pflicht. Die wärmenden Getränke an der Hütte wirken Wunder und wie gut Banane schmecken kann müßt ihr selbst erfahren. Es empfiehlt sich in einer Gürteltasche einen Foliesack oder eine dünne Wetterjacke mitzunehmen.  Eine unbeschreibliche Stimmung vor und an der Hütte. Allerdings auch der Scharfrichter für etwas langsamere Läufer, wer nicht im Zeitlimit bleibt wird aus dem Rennen genommen. Ein Trost bleibt, wer hier angelangt ist kann sich nicht mehr verlaufen. Die Strecke führt nun wieder bergabwärts und dann durch das Val dal Tschüvel, einem Hochtal. Nun muß man wieder sehr wachsam sein, die Ordner schicken die Läufer des langen Kantens, K78, weiter auf den Panoramatrail und dann zum Scalettapass. Im Jahr 1998 liefen hieren auch die Aktiven vom K42 lang. Wir mußten erfahren wie innerhalb von wenigen Minuten das Wetter umschlag. Es wurde gegen 14.00 Uhr sehr dunkel, stürmig, eiskalt und fing an zu schneien. Wir hatten Wetterjacken mit in der Gürteltaschen. In den Folgejahren wurden die Läufer des K42 im Val dal Tschüvel nach rechts in das Val Funtauna geleitet. Über saftige Almwiesen mit Murmeltierlöchern und Kuhscheiße dann bis zur Alp Funtauna (2192m). Diese Getränkestelle sollte unbedingt genutzt werden, es ist die letzte vor dem Pass. Wer alleine im Training zumPass läuft sollte unbedingt hier nochmals seine Trinkflasche füllen, es kommt keine Wasserquelle. Wenige Meter neben der Alp beginnt nun der kräftezehrende Aufstieg zum Pass. Nur wenige können da durchweg laufen. Die Zuschauer werden immer mehr, eine Begeisterung ganz toll. Übrigens, die Zuschauer und Betreuer mußten auch alle vom Dürrboden hier hoch wandern. Es ist vollbracht, der Scalettapass (2606m) die Schlüsselstelle ist bezwungen. Hochkonzentriert beginnt der „Abstieg“. Schneefelder und Geröll machen diese Aktion nicht ganz einfach. Aber wer es bis auf den Pass geschafft hat bewältigt auch das. Auf dem Dürrboden (2006m) stehen die Zuschauer und Betreuer wieder dicht. Das Rivella schmeckt wunderbar. Weiter wird bergab gelaufen, auch am Rand stehende Kühe schauen den Läufern etwas verwundert zu und hinterher. Es sind etwa noch 13 Kilometer bis zum Ziel. Der Dischmabach nach dem auch das Tal benannt ist bleibt immer in Sichtweite. Teufi (1693m) ist erreicht. Der große hölzerne Steinbock steht schon seit Jahren regungslos. Die Naturwege sind schon seit einigen Kilometern eben. Davos ist in Sichtweite. Hinter dem Sägewerk und erstem Golfplatz in Davos gibt es nun wieder zwei verschieden ausgetragene Streckenvarianten. Die eine führt weiter auf der Asphaltstraße bis zur ersten Kreuzung und dann durch die Golfplätze bis zum Ziel. Die zweite Variante welche in den letzten Jahren benutzt wurde ist etwas anspruchsvoller bleibt aber länger in der Natur. Unmittelbar hinter dem Sägewerk wird nach links von der Straße abgebogen, durch den Golfplatz gelaufen und wieder in den Wald. Kraft und Willen sind nun noch einmal gefragt, denn es gilt nochmals mehrere Höhenmeter zu bewältigen. Der Stadionsprecher ist schon zu hören, aber zwei Kilometer müssen noch gelaufen werden. Noch einmal konzentrieren in der Gefällepassage, vorbei am Sportladen der Hoffmänner und durch die Eisenbahnbrücke. Die Zuschauer an der Strecke sind aus dem Häuschen und machen Stimmung. Hinein ins Stadion, die letzten Meter genießen und ein weiterer Marathonlauf ist geschafft.

Wer das Stadion in Davos (1560m) erreicht hat nicht nur eine große Schinderei hinter sich, sondern hat hundertprozentig ein unvergessliches Erlebnis. Er hat einen Teil des ehemals höchsten Ultralanglaufes der Welt absolviert. Hut ab. Ein großes Dankeschön gebührt auch den unzähligen fleissigen Helfern und freundlichen Zuschauern die wirklich jeden unterstützten und anfeuerten.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon  (Davos 1560m – Monstein 1626m – Filisur 1080m – Bergün 1367m – Sertigpass 2739m – Davos 1560m) über 66 km gelaufen. Nachmessungen des Veranstalters ergaben jedoch ein Jahr später das die Strecke sogar 72 Kilometer lang war. Es besteht auch die Möglichkeit nur in den einzelnen Passagen den Wettkampf in einer getrennten Wertung zu laufen. Der erste Streckenabschnitt von Davon (1560m) nach Filisur (1080m) der ehemalige Landwasserlauf wird als K30 bezeichnet. Von Bergün / Bravougn (1367m) wird diese Strecke auch als K42 bezeichnet. Auch hier war ich gemeinsam mit Eric in den Jahren 1998, 1999 und 2000 unterwegs. Die Rolle des Wasserträgers hat sich verändert.

In dieser Davoser Sportwoche kann noch bei allerhand anderen Läufchen gestartet werden. Davoser Nachtlauf (Samstag), Seelauf (Dienstag), Bergsprint (Freitag) und als Höhepunkt der SwissAlpin Marathon. Die Sportwoche wird durch Vorträge, besondere Filme im Kino und eine Marathonmesse abgerundet.

Wer noch andere Unternehmungen in dieser herrlichen Gegend tätigen möchte benötigt sehr viel Zeit. Laufstrecken gibt es genügend. Wer von A nach B läuft kann gut mit der Eisenbahn zum Ausgangspunkt fahren. Mit dem Rennrad, MTB oder Skirollern hat man die Qual der Wahl. Viele Pässe und herausfordernde Anstiege verlangen ganz einfach bezwungen zu werden. Mit dem Rad auf den Albulapass (2312m) ist schon eine Herausforderung. Die Wege sind alle ausgezeichnet mit Wanderwegweisern ausgeschildert, auch ohne Karte kommt man gut zum Ziel.

Freunde der Eisenbahn kommen hundertprozentig auf ihre Kosten. In Bergün am Bahnhof steht eine G 6/6`, also ein Krokodil der Rätischen Bahn (RhB). Das Schienennetz der Rhätischen Bahn (RhB) ist das größte europäische Schmalspurnetz (Meterspurnetz). Ob rollendes Material oder Bauwerke, ich wurde mächtig verzaubert. Egal ob Wanderung oder Fahrt mit einem der roten Züge, es wird keiner enttäuscht. Zu nennen ist auch der Eisenbahnlehrpfad von Bergün nach Preda. Schautafeln entlang der Albulalinie bieten viel Abwechslung. Mehrmals unterquert man bei dieser Wanderung die Eisenbahnstrecke und bekommt Orientierungsschwierigkeiten. Von Preda zurück zum Ausgangspunkt empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Zug durch die Kehrtunnel. Im Winter ist die Straße auf den Albulapass (2312m) gesperrt. Auf der Straße führt von Preda (1789m) bis Bergün / Bravougn (1367m) eine sechs Kilometer lange Rodelbahn, sicherlich eine tolle Sache. Jedoch hat die Fahrt mit dem Pendelzug ihren Preis. 

Freunde des Gerstensaftes können in Monstein ihr eigenes Bier brauen.

Auch in den Hütten kann der Hüttenstempel in den Wanderpass für das Wanderabzeichen dieser Region gedrückt werden. Stocknägel gibt es für die Sammler ebenfalls.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im

M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag.

Eisenbahnfans sei das Buch, Rhätische Bahn – Eisenbahnerlebnis in Graubünden von Bernhard Studer mit der ISBN 3-905404-23-0, wärmstens empfohlen. Ein ausgezeichnetes Werk zur Planung der Touren und der Erläuterung des Eisenbahnerlebnisses in und um Graubünden.

Um Kindern die Pflanzen-und Tierwelt zu erklären und etwas Abwechslung in die Tour zu bringen gibt es kleine Taschenbücher aus dem Kompass Verlag.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour