Bad Dübener Läufe

Im und um das Heidestädtchen Bad Düben wurden und werden seit Mitte der siebziger Jahre viele Laufveranstaltungen organisiert. 

Der Bekannteste Lauf ist der Bad Dübener Heidelauf bei dem in seinen Hochzeiten mehr als 1000 Läufer an der Startlinie und in den Ergebnislisten standen. Zu dieser Zeit war er neben dem Rennsteiglauf in Schmiedefeld und dem Kernberglauf in Jena der drittgrößte Lauf in der DDR. 1977 erstmals ausgetragen standen Strecken über 10 und 25 Kilometer durch die Dübener Heide mit Start und Ziel im Laufzentrum Hammermühle zur Wahl. Die Strecke führte über den sandigen Boden der Dübener Heide durch die herrliche und teilweise hügelige Natur. Kurz nach dem Start und vor dem Ziel lief man am bekannten Waldkrankenhaus vorbei, die meisten Leistungssportler der DDR waren hier zu orthopädischen Eingriffen. Auch mein Knie wurde hier beim ersten Mal operiert. Karl-Heinz Emmrich und seine Mitstreiter stellten sehr gut organisierte Veranstaltungen auf die Beine. 1983 siegte bei diesem Wettkampf Frank über 10,9 Kilometer in 36:17 Minuten. Da hatte ich wohl einen guten Tag gehabt. Übrigens war ich pro Jahr 6000 – 8000 Kilometer auf den Trainingsstrecken um Bad Düben gelaufen. Am Gesundbrunnen habe ich nie Pause gemacht. Später gab es nur noch die Heideläufe über 5 und 10 Kilometer. Im Jahr 1998 holte sich Frank den Gesamtsieg über 5 Kilometer in 18:35 Minuten, Eric wurde gesamt Dritter. Das war schon ein Ding. Zum 25. Jubiläumsheidelauf im Jahr 2002 wurde für Eric der Gesamtsieg angepeilt. Die Verfassung war sehr gut. Durch das große Hochwasser ist die Veranstaltung verständlicherweise ausgefallen.

Aber auch die Frühjahrsläufe und Silvesterläufe waren gut besetzt. Seit Sommer 1982 organisierte Frank monatlich die Stundenläufe mit Musik im Stadion. Bis zu 200 Sportler drehten bei diesen Veranstaltungen ihre Runden. Im Winterhalbjahr wurde die Runde aller 25 Meter durch eine Fackel beleuchtet. Urkunden gab es für alle Teilnehmer und den Sieger. Als Novum, für drei Siege in Folge gab es ein Paar ZEHA Laufschuhe. Das war ein großer Anreiz. Jährlich wurde im Armeeobjekt der Ernst-Thälmann-Gedenklauf für Staffeln über 10 x 2,5 Kilometer ausgetragen. Bei diesem Lauf gab es auch eine Einzelwertung. 1983, die Staffel in der Frank lief lag schon abgeschlagen ganz hinten. Als Schlußläufer wurde Frank eingesetzt und lief die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmer wie 7 Trainer mit ihrer eigenen Stoppuhren stoppten, die Freude war groß. Als es zur Siegerehrung ging wurde eine der düstersten Sportlerstunden für Frank eingeläutet. Da die Staffel so weit zurück lag hatte das Kampfgericht unverständlicherweise die Stoppuhr für diese Staffel angehalten und somit Frank seine Zeit nicht gestoppt. Unglaublich. Der Sieger an diesem Tag war Sportfreund Matthias Formella, ebenfalls ein mehrmaliger DDR-Meister auf der Mittelstrecke. 

Am 25. März 1984 fanden im Laufzentrum die DDR-Crossmeisterschaften statt. Die Laufelite des ganzen Landes hatte sich eingefunden.

In der neuen Zeitrechnung gab es weiterhin die Stunden-, Frühjahrs-und Silvesterläufe. Dazu kam auch jährlich ein Sonnenwendlauf. Im Herbst des Jahres 1998 wurde ein 24 Stunden Lauf durchgeführt.

Mittlerweile gibt es auch Wanderungen bei den aufgezählten Veranstaltungen, also für jeden ist etwas dabei, nicht zu vergessen das vor jeder Veranstaltung ein Meilenlauf stattfand.

Als ich im Jahr 2010 mal wieder in der Dübener Heide auf der alten Laufstrecke wandern war bekam ich Orientierungsprobleme. Die Natur holt sich alles zurück und breitet sich unaufhaltsam aus. Aber das ist gut so.

 

Viel Spaß