Hobby Digedags

Wer aus meinem Geburtsland kennt diese drei Burschen: Dig, Dag und Digedag aus dem Mosaik, nicht. Ritter Runkel zu Rübenstein kam dann irgendwann dazu.

Bei meinem Cousin habe ich Anfang der 70er diese Hefte entdeckt. Auch meine Eltern kauften mir diese Heftchen Namens Mosaik monatlich. Es war immer ein nerviges gelaufe um am Tag der Veröffentlichung eins zu bekommen. Der Versuch ein Mosaik Abo bei der Post zu ergattern funktionierte nicht. Als dann irgendwann ein Abonnent aus dem Zustellbezirk unserer Postfrau die Digedags abbestellte, waren wir endlich an der Reihe. Mittlerweile hatte ich mir auf dem Solidaritätsbasar (Solibasar) ein Niki mit den Digedags gekauft. Eine tolle Zeichnung auf dem Stück Stoff. Ich hütete meine Schätze, trotz mehrmaligen schmöckerns, teilweise mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, sie waren wie neu. Bunte Zeichnungen, kurze Texte und kesse Sprechblasen zogen mich magisch an. Für mich als Kind vollkommen unverständlich waren die Hefte der Digedags von denen mit dem Abrafaxen plötzlich ersetzt wurden. Diese Hefte waren allerdings nicht so spannend.

Einige Jahre später schwatzte mir ein jüngerer Cousin meine Hefte ab. Ich wusste ja nicht was ich weggab. Es dauerte nicht lange und ich trauerte den Heften mit diesen trolligen Figuren und interessanten Geschichten nach.

Nach 1990 wurden diese Hefte dann in Büchern neu aufgelegt. Für mich war von Beginn an klar, die legst du dir alle zu. Mittlerweile sind alle 223 Hefte in 46 Büchern abgedruckt wurden. Die Reihenfolge ist dabei unverständlicherweise allerdings etwas durcheinander geraten. Später erhaschte ich mal eines von den wenigen in der DDR aufgelegten Digedag Büchern. Mitte der 90er Jahre erschien auch ein siebenminütiger Film über die Digedags und Ritter Runkel. Wie sollte es anders sein, der Ritter schlief in einem Rübenfeld. Im Freiberger Porzellanwerk entdeckte man eine Marktlücke, zur Freude der vielen Fans wurde Geschirr mit den lustigen Buben hergestellt. Allerdings nicht ganz billig. Bis heute haben wir noch alle Tassen und Teller davon.

Mit unserem Sohn habe ich sehr oft in den Digedag Büchern geschmöckert. Es war und ist ganz einfach der beste, einfachste und verständlichste Geographie-, Geschichts-und Physikunterricht. Wenn man sich für die Erlebnisse dieser drei Burschen interessiert bekommt man ganz unwillkürlich eine extra Lehrstunde.

Und da mich diese Burschen immer noch verzaubern habe ich in eine alte Uhr ein Bild von den Digedags als neues Zifferblatt gebastelt – ein Schmuckstück.

                         

Heft 223