Sustenpass (2224m) - Steingletscher (1865m) - Nessental (925m) - Sustenpass (2224m)

Strecke: Asphalt, Rennrad möglich
Länge: 41,2 km (15 KM, 9,0 %)
Aufstieg gesamt: 1260 m
Abstieg gesamt: 1258 m
HF-Durchschnitt: 128 S/min
Maximalpuls: 156 S/min
Temperatur: 12 Grad
Zeit: 2:37:20 Stunden

Der richtige Pass für alle Kämpfer. Aus logistischen Gründen erfolgte Frank sein Start mit dem MTB auf dem Sustenpass, der Grenze zwischen den Kantonen Uri und Bern. Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 2224m programmiert werden.
Mit angezogener Wetterjacke erfolgte die rasante Abfahrt vom Sustenpass (2224m) durch etliche unbeleuchtete Tunnel. Ein Rücklicht wird dringend benötigt. Obwohl es auf dem Pass sehr angenehm war, wurde es in der Abfahrt bitter kalt. In den vielen Kehren wird höchste Konzentration verlangt, das herrliche Panorama mit zwei Gletschern sollte man sich beim Aufstieg in Ruhe anschauen. 20,6 Kilometer geht es durchweg abwärts. Nach wenigen Minuten kam mir ein gehandicupter Sportler im Rollstuhl entgegen, er hatte es bis auf die Passhöhe nicht mehr weit. Auch ich feuerte ihn tüchtig an. Ihm gebührt meine allergrößte Hochachtung, Hut ab. Am Kilometer 5,2 wird am Ort Steingletscher (1865m) mit Almhütte und Hotel vorbeigerollt. Lange dauert es bis wieder Häuser kommen. Der Ort Obermaad (1209m) wird am Kilometer 15,0 passiert. Bereits am KM 15,8 wird durch Gadmen (1205m) gerollt. Na gut, hier muß etwas getreten werden um die Geschwindigkeit hoch zu halten. Am KM 17,6 wird der Ort Furen (1149m) durchquert. Nessental (925m) wird nach 20,6 Kilometern erreicht, für mich ist es der Wendepunkt. Ich ziehe meine Wetterjacke aus um im Aufstieg nicht mehr als nötig zu schwitzen.
Der Aufstieg beginnt in Nessental (925m) ganz angenehm obwohl gleich einige Kehren bewältigt werden müssen. Nach 23,6 Kilometern ist der Ort Furen (1149m) erreicht. Einige Flache Meter zum erholen bis nach Gadmen (1205m, KM 25,4) und weiter bis Obermaad (1209m, KM 26,2). Die straffe Kletterei nimmt ihren Anfang. Kehre um Kehre, Tunnel für Tunnel werden mehr oder weniger schnell Kilometer und saftige Höhenmeter geschrubbt. Alleine bin ich nicht, unzählige Autos und Motorräder fahren an mir vorbei. Aus den Tunneln versuche ich immer schnell raus zu kommen, das knattern einiger Motorräder macht einem mächtig Angst. Mir macht das strampeln großen Spaß, wie so oft erfreue ich mich an der Natur. Der „Ort“ Steingletscher (1865m, KM 36,0) wird in einer der Kehren passiert. Die atemberaubende Kulisse des Steingletschers lassen die Naturgewalten nur erahnen. Ich mache mir Gedanken, wie lange werden die weißen Zeitzeugen noch sichtbar sein. Können unsere nachfolgenden Generationen genau so staunen oder müssen wir ihnen auf Fotos erklären was ein Gletscher war. Es wäre ganz einfach schade. Ich strample unentwegt durch die Kehren und wage mir kaum nach oben zu schauen. Die Zahlen des Höhenmessers in der Pulsuhr steigen schnell. Das Wasser aus der Trinkflasche schmeckt mir immer besser obwohl ich lieber Vita Cola oder Kamillentee trinke. Das Wetter ist längst nicht mehr so schön, der Sack ist schon lange zugezogen. Ich habe es geschafft, der Sustenpass (2224m) ist nach 41,2 Kilometern wieder erreicht.
Aus dem Auto hole ich schnell den Fotoapparat und drücke ihn einer italienischen Motorradfahrerin in die Hand. Sie macht mir einige Erinnerungsfotos vor der Passhöhe. Zitternd flitze ich zum Auto und ziehe mir schnell trockene und vor allem warme Sachen an. Die Müsliriegel schmecken ausgezeichnet und endlich habe ich das Gefühl wieder etwas im Bauch zu haben. Obwohl es schon ganz schön kalt ist genieße ich noch den Pass um den Göttern etwas näher zu sein. Die Schinderei hat sich gelohnt.
Hintere Radbeleuchtung wird unbedingt benötigt.
Für die Sammler von Stocknägeln, Stempeln oder kleinen Aufklebern – auf dem Pass wird man gut versorgt.
Um auch noch etwas die Naturgewalten kennen zu lernen fahre ich mit dem Auto zu dem „Ort“ Steingletscher. Von hier aus geht eine kostenpflichtige Privatstraße vorbei am See zu dem Parkplatz vor dem Steingletscher. Unabhängig von der Sicht empfiehlt es sich die Steinmännel als Wegpunkte zum Gletscher zu nehmen. Nach wenigen Minuten steht man inmitten einer unbändigen Natur. Neben mir platscht es ins Wasser, ein Stein ist gerade wieder hinunter gefallen. Kaltes aber mit vielen Schwebeteilchen versetztes Wasser verleitet mich zu einer Erfrischung. Grandios die Aussicht, Ausspülungen und Gletscherspalten zeigen das der Gletscher abtaut und in Bewegung ist. Auf dem Rückweg rutschte ich mehrmals aus, Turnschuhe sind doch nicht für so eine Tour geeignet. Für Familien mit Kindern ist es aber allemal ein Erlebnis. Es sollte sich nicht geschämt werden seine Kinder in eine Seilschlinge einzubinden.
Als Kartenmaterial wird der Straßenatlas von Hallwag M 1:250 000 mit der ISBN 3-8283-0048-0 empfohlen. Es läßt sich sehr gut damit arbeiten, das Werk ist sehr umfangreich.
Fotoapparat und Reserveakku´s für die unvergeßlichen Momente nicht vergessen.
Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.
Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour