Prato (911m) - Stilfser Joch (2760m) - Bormio (1313m)

Strecke:                       Asphalt, Rennrad und Skiroller möglich

Länge:                          42,1 km

Aufstieg gesamt:           1781m

Abstieg gesamt:            1394m

HF-Durchschnitt:         146 S/min

Maximalpuls:                169 S/min

Temperatur:                 14 Grad auf dem Pass, 20 Grad in Bormio, jeweils im Schatten

Zeit:                             2:38:35 Stunden

In Prato befindet sich zwischen Ortsmitte und Ortsausgang Richtung Stilfs auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz, genau richtig um sich für diese außergewöhnliche Tour fertig zu machen. Ein Begleitfahrzeug mit Material, Bekleidung, Verpflegung und zur Fotodokumentation kommt gut. Die richtige Übersetzung, vorn sogar ein Rettungsring, sollten aufgezogen sein. Ein bis zwei Trinkflaschen, Riegel und vor allem Ärmlinge sollte man selbst einstecken. Auch wenn es in Prato im Sommer bullig warm ist, auf dem Pass ist es kalt und der Wind tut sein übriges. Wer sich ein Erinnerungsfoto aus Prato machen möchte sollte kurz zwischen Parkplatz und Ortsausgang den Fotoapparat bereit halten. Ein „Uhreinwohner“ betätigte sich hier als Künstler, aber laßt euch überraschen.

Endlich rollt es los, die Anfangsphase ist für keinen zu schwer, aber dann hinter Stilfs beginnt die Kletterei. Ein warm treten für die noch kommenden über vierzig Kehren. Irgendwann hört man die Murmeltiere pfeifen und wenn man Glück hat kann so ein lustiger Geselle gesehen werden. Bei guter Sicht kann auch das Ziel schon mal erspäht werden. Immer häufiger säumt Schnee die Strecke. Der mächtige Ortler (3905m) kommt immer näher. Und kaum das man sich versieht wird das Schild der Passhöhe Stilfser Joch erreicht. Schnell das Erinnerungsfoto vor dem Passschild geschossen und dann sofort warme Sachen anziehen. Scharen von Menschen tummeln sich vor den unzähligen Kiosken und packen das eine oder andere Souvenir ein. Mir reicht eine Ansichtskarte mit Stempel und ein kleiner Aufkleber, aber das kann ja mein Betreuer besorgen.

Wer will kann auch noch etwas in diesem herrlichen Gebiet wandern, bis zum Tibethaus sind es nur wenige Minuten, zum Dreisprachenhaus benötigt man etwas länger. Bei gutem Wetter ist ein Foto vor dem Ortler eine schöne Erinnerung an diese Schinderei.

Und schon sitzt man wieder auf dem Sattel. Zwei Varianten stehen zur Auswahl. Abfahrt über Umbrail Pass (2501m) und weiter über Sta.Maria (1375m) und dann nach Prato. Oder die Fahrt von A nach B, also zum Endpunkt Bormio.

Wer über den Umbrail Pass fährt muß Ausweisdokumente mit sich führen. Die Strecke ist für Rennräder geeignet auch wenn unterwegs einige Passagen mit festgefahrenem Naturweg sind. Große Wiesen mit Alpenrosen, Enzian und allerlei Blumen sind einige Blicke und sicherlich ein paar Fotos wert. Achtung, die letzten Kehren nach Sta.Maria sind sehr eng und mit Gegenverkehr ist zu rechnen den man wahrscheinlich viel zu spät bemerken wird. Sta.Maria rechts abbiegen und zum Ausgangspunkt der Tour Prato.

Hat man sich für die Weiterfahrt Richtung Bormio entschieden muß man etwas überlegter vom Berg rollen. Kleine schmale unbeleuchtete Tunnel in denen der Asphalt nicht besonders gut ist mahnen zur Vorsicht. Radbeleuchtung ist nicht schlecht, aber wir wissen ja alle Bescheid. Die Abfahrtsgeschwindigkeit ist schnell bei 80 km/h. Als wir vom Berg rollten kam uns der „Oberst“ der kazachischen Polizei entgegen gestrampelt. Alexandre Vinokourov, der Silbermedaillengewinner bei den XXVII. Olympischen Spielen 2000 in Sydney im 239,4 km (5:29:17 Stunden) langen Straßen Einzel entgegen. In Bormio angelangt stehen nach 2:38:39 Stunden 42 Kilometer auf der Pulsuhr. Somit wurden im Anstieg 1781 Höhenmeter gefressen. 1386m ging es bergab. Nimmt man nur die Abfahrt vom Stilfser Joch nach Bormio die lediglich 18,75 Kilometer lang ist, so kann man Bormio schon nach 17:13 Minuten erreichen.

P.S. Mein Begleitfahrzeug war später als ich in Bormio obwohl wir zeitgleich den Pass verlassen hatten.

Dann im Auto in Richtung Livignio übergesetzt trafen wir noch Sebastian Siedler vom Leipziger Team Wiesenhof (mehrfacher Sieger der Saison 2004) im Anstieg. Wie so oft, ein kleiner Schwatz mußte sein.

Für die Sammler von Stocknägeln, Stempeln oder kleinen Aufklebern – überall wird man gut versorgt.

Als Kartenmaterial wird Autoatlas Italien 1:225.000, Touring Club Italiano ISBN 88-365-2240-8 empfohlen.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour