Montechiaro / Lichtenberg (938m) – Glorenza / Glurns (907m) – Laudes / Laatsch (987m) – Clusio / Schleis (1064m) – Burgusio / Burgeis (1201m) – Haidersee – S.Valentino alla Muta / St.Valentin auf der Haide (1470m)  – Curon Venosta / Graun im Vinschgau, Turm am Reschensee (1520m) – Passo di Resia / Reschenpass (1455m) und zurück nach Montechiaro / Lichtenberg (938m)



Strecke:                  Asphalt und Naturwege, Rennrad möglich

Länge:                     54,5 km

Aufstieg gesamt:      730 m

Abstieg gesamt:       730 m

HF-Durchschnitt:     105 S/min

Maximalpuls:           152 S/min

Temperatur:            22 Grad Reschenpass, 26 Grad Ziel

Zeit:                       3:28:23 Stunden

Wir begannen unsere Tour in Montechiaro / Lichtenberg (938m) in der autonomen Provinz Südtirol in Italien.

Für meine Frau Kerstin sollte es der erste Ritt mit dem MTB auf einen Alpenpass werden.

Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß zum Start auf 938 Meter programmiert werden, wir satteln unsere MTB unterhalb der Schlossruine in Montechiaro / Lichtenberg (938m). Bei Sonnenschein erfolgt der Start. Ohne weitere Anstrengung rollt es ganz locker durch die Apfelplantagen entlang des Flusses Adige / Etsch. Das ist der Hauptfluß Südtirols und der zweitlängste Fluß Italiens. Der Radweg ist ausgezeichnet asphaltiert. Nach wenigen Minuten erreichen wir Glorenza / Glurns (907m). Die vollständig erhaltene Ortsmauer ist eine der Sehenswürdigkeiten dieser Tour. Aber auch die Brücke über die Adige / Etsch ist eine Augenweide. Hier steht auch eine große und übersichtliche Tafel mit den Radwegen der Region. Aber ein Schild mit der Aufschrift: Echte Pedalritter fahren mit Helm, fällt mir sofort auf. Neben einem Ritterhelm ist ein Radhelm abgebildet. Als Träger des Kopptuches gehe ich in mich. Wir fahren weiter entlang der Stadtmauer und passieren den Ort Laudes / Laatsch (987m). Jetzt wir die Sache schon interessanter, Höhenmeter müssen gefressen werden. Das Wetter ist prächtig, Sonne, windstill und keine Wölkchen am Himmel. Vorbei am Campingplatz weiter entlang der Adige / Etsch. Nach wenigen Kilometern wird der Ort Clusio / Schleis (1064m) durchquert. Auch in diesem Talabschnitt fallen mir mehrere oberirdische Bunker auf, die Wächter hätten uns schon beizeiten im Visier gehabt. Die Anstiege werden immer steiler, Kerstin kommt schon in Grenzbereiche, Überredungskunst ist gefragt. Ich schiebe sie mehrmals am Sattel, mein Puls schnellt bei diesen Aktionen auch in die Höhe. Vorbei an der alten Fürstenburg in Burgusio / Burgeis (1201m) geht es durch einen schönen Ortskern. Verschiedene Figuren zieren den Brunnen und die umliegenden Gebäude. Hier muß ein wenig auf die Ausschilderung des Radweges geachtet werden, erst rechts, dann scharf nach links abbiegen. Die Bauern mit ihren Familien sind fleissig, sie fahren unentwegt Heu ein. Ich staune immer wieder wie das die Leute in dem profilierten Gelände machen. Vorbei am Teschkwaal, einer der üblichen Bewässerungskanäle der Gegend fressen wir weiter Höhenmeter. Kerstin hat sich wieder gefangen und auch ihr schmeckt das Wasser aus der Trinkflasche köstlich. Die Sonne prasselt ungehemmt. Wir erreichen das südliche Ufer des Haidersee. Nun müssen geschickt die kleinen Abfahrten entlang des Westufers ausgenutzt werden um mit Schwung den jeweils folgenden Anstieg etwas leichter hoch zu kommen. Der Ort mit dem schönen Namen, S.Valentino alla Muta / St.Valentin auf der Haide (1470m), wird passiert. Auch hier muß konzentriert auf den Verlauf des Radweges geachtet werden. Durch saftige Wiesen führt der Weg nun zum Staudamm. Der Anstieg hinauf zur Staumauer fordert nochmals Körner. Jetzt beginnt der Abschnitt auf dem Naturweg entlang des östlichen Ufers am Reschensee. Der Weg führt durch kleine helle Galerien, getrennt von der Fahrbahn. Ich erspähe den Grauner Turm. Etwa noch zwei Kilometer und wir haben es geschafft. An Curon Venosta / Graun im Vinschgau (1520m) wird vorbei gerollt. Unser Ziel ist erreicht, wir stehen vor dem alten Kirchturm von Graun der aus dem Wasser des Stausees ragt. Wie viele andere machen wir auch unsere Erinnerungsfotos. Wie oft habe ich dieses Fotomotiv schon auf verschiedenen Bebilderungen gesehen. Kerstin freut sich riesig das Etappenziel erreicht zu haben, sie spendiert mir ein Eis. Sie selbst schnurpst genüsslich ihren Apfel. Wir setzen uns in den Sand und genießen das Panorama in alle Himmelsrichtungen. Auf den Bergkuppen liegt Neuschnee. Die Zeit vergeht, auch für uns wird es Zeit aufzubrechen.

Gemütlich treten wir den Rückweg an, verläuft doch nur der Anfang der Strecke flach bzw. mit leichten Huckeln. Ab dem Haidersee rollt das Rad bergab als ob es von einer Wünschelrute angezogen wird. Wir machen unterwegs noch einige schöne Fotos und genießen die Abfahrt. Nicht nur Kerstin ist stolz über ihren erklommenen Alpenpass, ich freue mich ebenfalls sehr darüber. Zur Erinnerung klebe ich ihr einen kleinen Aufkleber vom Reschenpass auf ihr Fahrrad.         

Pedaleure mit Rennrädern können die gesamte Strecke auf dem Asphalt fahren. Zwei Möglichkeiten eröffnen sich. Zum einen auf dem Radweg vom Tal bis zum Reschensee, oder die Variante auf der stark befahrenen Straße.

Weitere Erlebnisse können bei der weiteren Fahrt zum Finstermünzpass (1116m) nach Österreich, die Norbertshöhe in die Schweiz oder in die andere Richtung, beim Ritt auf das Stilfser Joch (2758m), gesammelt werden. Vom Reschenpass bis zur Quelle der Adige / Etsch sind es nur einige Minuten. Um den Reschensee verläuft eine vermessene Laufstrecke, jährlich findet eine Laufveranstaltung statt. In Nauders (A) befindet sich eine große alte begehbare Festungsanlage. In Glorenza / Glurns (907m) ist eine Besichtigung der Stadtmauer sehr zu empfehlen. Eisenbahnfreunde kommen voll und ganz in Sluderno / Schluderns (921m) auf ihre Kosten. Gleisführung über drei nebeneinander liegende außergewöhnliche Schienenkreuzungen.

Sehr zu empfehlen ist das Wirtshaus auf dem Parkplatz wo das Schild mit der Passhöhe Reschenpass (1455m) steht. Sauber, freundlich, gemütlich – Sportler werden satt.

Sammler von Stocknägeln und kleinen Aufklebern kommen auf ihre Kosten.

Als Kartenmaterial werden empfohlen. Die Wanderkarte Obervinschgau / Alta Val Venosta im Maßstab 1:35.000 aus dem Kompass Verlag, ISBN 3-85491-580-2.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour