Livigno (1888m) – Passo d`Eira (2208m) – Passo di Foscagno (2291m) –Passo d`Eira (2208m) – Livigno (1888m)

Strecke:                  Asphalt, Rennrad möglich

Länge:                     32,0 km

Aufstieg gesamt:      847 m

Abstieg gesamt:       853 m

HF-Durchschnitt:     135 S/min

Maximalpuls:           159 S/min

Temperatur:              17 Grad

Zeit:                         2:13:55 Stunden

Ich begann meine Tour im italienischen Livigno, das befindet sich in der Lombardei und ist bei vielen Skilangläufern und Radrennern der Kadergruppen als ideales Trainingsgebiet bekannt. Die meisten nutzen dabei das Hotel Amerika, man hat sich auf Sportler ausgezeichnet eingestellt.

Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß zum Start auf 1888 Meter programmiert werden. Wir starteten am westlichen Ortsausgang, Materiallagerplatz des örtlichen Bauhofes. Parkplatz vorhanden. Frank sattelt sein MTB. Die alte Wetterjacke wird wieder als guter Windschutz dienen.

Bei Sonnenschein erfolgt der Start in Livigno (1888m), es wird in Richtung Bormio gefahren. Bereits nach zwei Kilometern beginnt der Aufstieg. Schnell werden Höhenmeter gefressen, die Kehren sind gut ausgebaut. Nach einiger Zeit muß ein kurzer Tunnel passiert werden. Und wie so oft lernt man dazu, am Rand des Ausganges war breitflächig Eis auf der Straße, Frank musste vom Rad. Etwas wackelig darüber geschlittert wurde wieder aufgesattelt. Gleichmäßig getreten  konnte links und rechts der Straße ein herrliches Panorama bestaunt werden. Die Alpinskiläufer nutzten die letzten Tage nach Ostern, für mich war es etwas Ablenkung zur monotonen Treterei. Der Passo d`Eira (2208m) ist erreicht. Ein Schild mit der Passhöhe kann ich nicht erspähen. Nach wenigen Metern geht es in die Abfahrt, sie hat 10 Prozent Gefälle. Am tiefsten Punkt führt die Strecke durch eine Galerie, das Rücklicht muß eingeschalten werden. Knackige Rampen erwarten den Pedaleur, 14 Prozent und später 10 Prozent fordern nicht nur Kraft. Das Wasser aus der Trinkflasche schmeckt köstlich auch wenn es etwas kalt ist. Auch hier wird gleichmäßig getreten und es werden schnell Höhenmeter erobert. Der Pass ist erreicht, doch was steht da. Eine Kontrollstation der italienischen Finanzpolizei, auch ohne Ausweis werde ich durch gewunken. 100 Meter später steht das Schild mit der Passhöhe, ich habe den Passo di Foscagno (2291m) erreicht. Das obligatorische „Passfoto“ wird als Beweis und zur Erinnerung gemacht. Unmittelbar danach folgt die Rückfahrt. In der Abfahrt vom Passo di Foscagno (2291m) wird Konzentration gefordert, dennoch bleibt Zeit zur Erholung. Nach der Galerie erfolgt die Kletterei auf den Passo d`Eira, 10 Prozent wollen erst einmal gleichmäßig bewältigt werden. Die Alpinisten müssen an den Liften anstehen, ich habe freie Fahrt. Die Sonne brennt immer stärker und endlich passiere ich den Passo d´Eira (2208m). Eine lange Abfahrt empfinde ich sehr erholsam, meine alte Wetterjacke flattert. An dem mit Eisresten gespickten Tunnel wähle ich die Straßenmitte und komme sturzfrei durch. Livigno ist in Sichtweite und nach einigen Minuten habe ich den Ausgangspunkt dieser Tour am Materiallager des Bauhofes in Livigno (1888m) erreicht. Ich bin in 2:13:55 Stunden 32 Kilometer mit dem MTB gefahren.

Am folgenden Tag ist etwas Ruhe geplant, gegammelt wird allerdings nicht. Als Eisenbahnfan wird mit dem Bernina Express von Pontresina (CH) nach Tirano (I) über das Kehrviadukt in Brusio und zurück gefahren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Als unschönes Erlebnis dieser Radtour bleibt, die meisten italienischen Autofahrer überholen sehr eng und fahren außergewöhnlich aggressiv.

Alternative Radrouten führen über den Forcola di Livigno und den Berninapass. Vom Inntal gehen dann allerhand Pässe in Richtung Westen und Norden ab. Malojapass, Julierpass, Albulapass, und Flüelapass. In Richtung Osten und Süden führen Routen über ebenfalls bekannte Pässe. Ofenpass, Umbrailpass und Stilfser Joch laden zum radeln ein.

In der Regel kann von Anfang Dezember bis Ende April in diesem Hochtal Skilanglauf trainiert werden. Die Loipen werden täglich ausgezeichnet präpariert. Wir haben gute Erinnerungen an Livigno, Eric gewann im Jahr 2002 hier auch einen Skilanglauf Wettkampf. In einem Trainingslager wurde der letzte Schliff geholt. Einen Monat später wurde er dann dreimaliger Deutscher Vizemeister im Skilanglauf. Im Winter 2002/2003 war das Hochtal von Livigno eine der wenigen „Schneeinseln“ in Europa wo Skilanglauf trainiert werden konnte.

In dieser allseits bekannten zollfreien Zone betanke ich unser Auto (87 Cent je Liter Super), decke mich mit Ricola Kräuterbonbons und köstlich schmeckenden Schinken ein. Auch der kleine aber sehr bekannte und ausgezeichnete Fahrradladen C.M. Shop „La Bici“, in der Via Plan 44 im Zentrum, ist preislich sehr angenehm. Der Eigentümer und seine Bedienung sind schon seit Jahren sehr fachkundig und freundlich, sie sprechen auch deutsch. Übrigens unmittelbar dahinter findet ihr ein weiteres Fahrradgeschäft. Geht ihr vom Radladen aus in Richtung Osten des Zentrums auf der Einkaufsstraße, befindet sich links ein Sportgeschäft für Lauf-und Skilanglaufsachen und Ausrüstung. Bedenkt allerdings, ihr müsst durch den Zoll von I nach CH und von CH nach A bevor ihr D erreicht.     

Ein wichtiger Hinweis zur Anreise, im Winter und Frühjahr kann Livigno nur über den Tunnel aus Richtung des schweizerischen Zernez unterhalb des Ofenpasses erreicht werden. Die Gebühr für Hin-und Rückfahrt beträgt pro PKW 23,00 Euro (Stand 4/2007). Die Befahrung des etwa 3,5 Kilometer langen, einspurig und wechselseitig befahrbaren Tunnels, wird durch eine Ampel automatisch gesteuert. Radfahrer können den Tunnel unproblematisch passieren, die Grünphase gewährt ihnen gute und freie Fahrt. Erst nach verlassen des Tunnels schaltet die Ampel um. Vorder-und Rücklicht sind unbedingt notwendig !!! Es kommt nur zu kurzen Wartezeiten. Ausweispapiere werden zum passieren der Grenze von Italien und der Schweiz benötigt. Achtung, der Tunnel ist nur am Tag befahrbar, die Grenzübergänge sind dann auch geschlossen. Die Einfahrt über Berninapass und Forcola di Livigno ist erst ab Ende Mai/ Anfang Juni möglich. Auch dieser Grenzposten ist nur am Tag geöffnet.

Stocknägel und Aufkleber kann man nur in Livigno kaufen.

Als Kartenmaterial wird empfohlen, Autoatlas Italien im Maßstab 1:225.000, ISBN 88-365-2240-8.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour