Lukmanierpass (1914m) - Parde-Medel (1434m) - Lukmanierpass (1914m)

Strecke: Asphalt, Rennrad möglich
Länge: 23,8 km
Aufstieg gesamt: 573 m
Abstieg gesamt: 576 m
HF-Durchschnitt: 121 S/min
Maximalpuls: 147 S/min
Temperatur: 12 Grad
Zeit: 1:20:20 Stunden

Eine Tour bei so einem Sauwetter, strömender Regen und Kälte, hatte ich mir nicht vorgestellt. Aber Sportler sind hart und gehen bei jedem Wetter auf die Piste. Der Lukmanierpass, der niedrigste Alpenübergang, sollte diesmal fallen. Bei der Anfahrt dort hin staunte ich über die vielen Tunnel, Galerien und das hohe Verkehrsaufkommen nicht schlecht. Infolge der vielen dunklen Tunnel verzichte ich bis Disentis/Muster (1142m) zu fahren. Ein Rücklicht am Rad ist unbedingt erforderlich. Ohne Jacke geht nichts.
Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 1914 Meter programmiert werden. Der Start auf dem Lukmanierpass (1914m) ist erfolgt und zweihundert Meter später wird gleich in eine Mischung aus Galerie und Tunnel, der 2,2 Kilometer lang ist, gerollt. Die Sonnenbrille sollte vorher abgesetzt werden, es ist verdammt dunkel. Das Gefälle hält sich glücklicherweise in Grenzen. Auf den Betonplatten mit Teerfugen besteht keine Rutschgefahr. Vorbei an der Staumauer (KM 2,5) und durch den Ort S.Gion (1600m, KM 8,0) falle ich vor Kälte und pitschnass fast vom Rad. In dem Örtchen Parde-Medel (1434m, KM 12,0) entschließe ich mich zu wenden. Der Aufstieg beginnt, durch die wenigen Kehren tritt es sich ausgezeichnet. Allerdings ist auch diesmal ein runder Tritt von Vorteil. Am Kilometer 16 bin ich wieder in S.Gion und komme jetzt richtig in die Kehren, der Himmel hatte wieder seine Schleusen geöffnet. Bergkühe schauen mir etwas verwundert hinterher. Am KM 21,3 fahre ich an der Staumauer des Lai da Sontga Maria vorbei, der dunkle lange Tunnel hat begonnen. Die Geräusche der herannahenden Autos und Motorräder machen mir mächtig Angst, die Ohren fallen fast ab. Endlich, ich bin wieder im freien und habe den Lukmanierpass (1914m) erreicht. Ein freundlicher Straßenarbeiter macht mir ein Erinnerungsfoto. Die warme und trockene Bekleidung ist eine Erlösung. Für eine kurze Wanderung auf dem Pass habe ich diesmal keine Lust mehr. Für die Sammler von Stocknägeln, Stempeln oder kleinen Aufklebern – auf dem Pass wird man gut versorgt.
Ich fahre nach Disentis/Muster unterhalb des Passes und schaue mir die mächtige Klosteranlage mit ihrem Dom an. Mehrfach bin ich schon vorbei gefahren doch diesmal nehme ich mir die Zeit. Bruder Jacob (88 Jahre) erzählt mir das noch 30 Mönche in der Benedektinerabtei wohnen und er der älteste sei. 1938 sei er ins Kloster gegangen. Vor dem Dom geht es links in den Klostergarten und er pflegt ihn. Freundlich öffnet er mir das Tor und ich staune nicht schlecht. Eine Blütenpracht wie es manch ein Kleingärtner nicht hin bekommt. Das Kloster ist das älteste nördlich der Alpen. Zwei Stunden sind schnell um.
Kurz vor dem Oberalppass mache ich noch Halt in Sedrun und schaue mir die Baustelle des Gotthard Basistunnel der 2011 für den Eisenbahnverkehr eröffnet werden soll an. Die Ausstellung im Gebäude der Bauleitung klärt über dieses ingenieurtechnische Meisterwerk auf und ist sehr interessant. Auch hier vergeht die Zeit viel zu schnell, zum Glück bin ich alleine unterwegs und mich drängt keiner.

Als Kartenmaterial wird der Straßenatlas von Hallwag M 1:250 000 mit der ISBN 3-8283-0048-0
empfohlen. Es läßt sich sehr gut damit arbeiten, das Werk ist sehr umfangreich.
Fotoapparat und Reserveakku´s für die unvergeßlichen Momente nicht vergessen.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.
Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour