Passo Palade / Gampenjoch (1518m) – Lana (345m) – Passo Palade / Gampenjoch (1518m) – Unsere Liebe Frau im Walde / Senale (1350m)



Strecke:                       Asphalt und Kopfsteinpflaster Rennrad möglich

Länge:                          40,4 km

Aufstieg gesamt:           1160 m

Abstieg gesamt:            1327 m

HF-Durchschnitt:         133 S/min

Maximalpuls:                161 S/min

Temperatur:                 14 Grad Gampenjoch, 22 Grad Nalles, 12 Grad Gampenjoch, 11 Grad Senale

Zeit:                             2:40:30 Stunden

Alto Adige / Südtirol, eine Landschaft die zum radeln und wandern einlädt.

Frank sattelt sein MTB auf dem Passo Palade / Gampenjoch (1518m), der Höhenmesser muß auf diese Höhe programmiert werden.

Wie so oft rolle ich bekleidet von meiner alten aber kampferprobten Wetterjacke los. Schnell flattert sie im Fahrtwind auf der Abfahrt, im nu erreiche ich einen unbeleuchteten Tunnel (KM 2,1). Wie so oft ist es in dem Tunnel stockdunkel, ich mache schon davor meine Sonnenbrille hoch. Ein Rücklicht wird dringend benötigt. Und wie sollte es anders sein, natürlich ist in dem Tunnel auch Kopfsteinpflaster, es rüttelt mächtig. Am KM 3,0 wird die Ortschaft Caprile/ Gfrill passiert. Zügig werden Höhenmeter abgebaut, am KM 10,0 steht rechts ein großes Holzkreuz, eine prächtige Aussicht tut sich über das Tal auf. Es ist wenig Verkehr auf der Straße und so macht das radeln Spaß. Die Siedlung Naraun wird am KM 11,8 passiert. Am KM 12,8 wird man erneut in einem Tunnel durchgeschüttelt. Eine alte Burg befindet sich am Kilometer 13,7 talseitig. Große Apfelplantagen ziehen meine Blicke an. Bevor man sich versieht rollt man erneut durch einen dieser dunklen unbeleuchteten Tunnel (KM 14,3). Das Rad läuft wie von einer Wünschelrute angezogen immer weiter bergab. Am Ortseingang von Lana (KM 17,3) stehen die Carabinieri und machen eine Verkehrskontrolle hinter einer der vielen automatischen Ampeln mit Geschwindigkeitskontrolle, Glück gehabt, bei mir war immer grün. Im Ort Lana (345m) der Kilometer 18,6 ist erreicht, wende ich in der Via Palde. 31:00 Minuten habe ich bis hierher benötigt. Dieser kleine Ort befindet sich nur vier Kilometer vor der südtirolischen Metropole Merano / Meran. Die alte Wetterjacke ausgezogen und in der Trikottasche verstaut kann der Aufstieg, vor dem ich ganz schön Respekt habe, beginnen. Es ist meine erste längere Tour im Juli 2007 und das Sitzfleisch noch nicht so fest. Am Wendepunkt schließt ein Pärchen mit Rennrädern zu mir auf. Nach dem äußerlichen sind sie genau so blutige Amateure wie ich. Dennoch lasse ich mich auf eine Hatz ein. Schnell ist der Puls bei 161 Schlägen, aber ich gebe mich nicht geschlagen. Das Weiblein hinter mir mosert schon ihren Mann voll und kurze Zeit später habe ich beide abgeschüttelt. Ich bekomme wieder Ruhe rein und so fällt mein Puls langsam. Das Wasser aus meiner Trinkflasche schmeckt köstlich. Ein runder Tritt bewährt sich und das kurbeln macht Spaß auch wenn der Schweiß mächtig läuft. In umgekehrter Reihenfolge strample ich in Richtung Passo Palade / Gampenjoch. An den tragenden Apfelplantagen, der Burg und dem Holzkreuz orientiere ich mich und finde etwas Abwechslung. In einem Ort erschrecke ich plötzlich, die bereits abgeschüttelten Pedaleure sind unmittelbar hinter mir. Als ich mich daraufhin umschaue, berührt mein Vorderrad die Bordsteinkante und ich küsse fast den Asphalt. Die Pedaleure biegen von der Hauptstraße ab und ich trete wieder meinen Trott. Kradfahrer überholen mich sehr rücksichtsvoll. Wie so oft versuche ich etwas zügiger durch die Tunnel zu fahren, die Geräuschkulissen der Autos machen mir Angst. Wie auch bei der Bergabfahrt muß ich eine Baustelle passieren, die Ampel ist grün geschalten und meine Weiterfahrt wird nicht gestoppt. Die letzte Kurve ist geschafft, ist stehe auf dem Passo Palade / Gampenjoch (1518m). Kerstin macht mir mein Erinnerungsfoto vor dem Passschild. Als ich mir vor der Tour den Autoatlas anschaute erspähte ich einen Ort mit einem sehr schönen Ortsnamen. Genau dorthin rollte ich nun vom Pass noch recht zügig. Am KM 40,4 erreiche ich den Ort, Unsere Liebe Frau im Walde / Senale (1350m). Die zurückgelegte Fahrzeit beträgt 2:40:30 Stunden. Auch an diesem schönen Ortseingangsschild mit dem ausgefallenen Namen wird ein Erinnerungsfoto geschossen. Kerstin ist mittlerweile mit dem Volvo ja auch schon eingetroffen. Das MTB eingeladen und trockene, warme Bekleidung angezogen schlendern wir noch durch diesen verträumten Ort. Als erstes entdecken wir eine Fleischerei und decken uns mit einigen Schinken ein. Als nächstes ein kleiner Geschenkeladen, Stocknägel und ein neues Kopftuch wird gebunkert. Anschließend erfolgt der Besuch der Wallfahrtskirche, wie so oft erfreue ich mich an diesen schönen Bauwerken Gottes.

Kerstin war während meiner Radtour wandern. Ihre Wanderung führte sie vom Passo Palade / Gampenjoch (1518m) zur malga del Luco / Laugenalm und zurück. Wenige Minute nachdem sie wieder auf dem Gampenjoch war kamen einige Kradfahrer. Au ihre Frage hin, ob sie einen Radler überholt hätten – antworteten sie, das dauert bestimmt noch 30 Minuten bis der Bursche oben ist. Wenige Minuten später erschien ich zum erstaunen aller schon auf dem Pass.

Übrigens, ich konnte es selbst nicht glauben das es bei dieser Tour so gut rollte.

Der eigentliche Grund unseres Abstechers in diese Gegend war ein Besuch im botanischen Garten in Merano / Meran im Schloss Trautmannsdorff am Vormittag. Dieser Garten muß ganz einfach empfohlen werden, allerdings müssen für diesen Besuch mindestens vier Stunden eingeplant werden. So weilte also nicht nur die österreichische Kaiserin Elisabeth „Sissi“ mit ihrem Gatten, sondern auch wir in diesem Schloss. Von der Bananenstaude, über Koi und Ara kann alles gesichtet werden.

Sammler von Stocknägeln und kleinen Aufklebern kommen auf ihre Kosten.

Als Kartenmaterial wird Autoatlas Italien im Maßstab 1:225.000, ISBN 88-365-2240-8.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß  bei eurer Tour