Ausschnitt 17. Etappe des Giro d`Italia 2006

Furkelpass / Passo Furcia (1789m) – Enneberg Pfarre / Pieve di Marebbe (1301m) – Furkelpass / Passo Furcia (1789m)

Strecke: Asphalt, Rennrad möglich
Länge: 13,0 km (6 km, 16 %)
Aufstieg gesamt: 522 m
Abstieg gesamt: 526 m
HF-Durchschnitt: 133 S/min
Maximalpuls: 163 S/min
Temperatur: 15 Grad im Schatten
Zeit: 1:04:20 Stunden

Aus logistischen Gründen begann ich meine Tour auf dem Furkelpass / Passo Furcia (1789m).
Tags zuvor bewältigten die Pedaleure der 17. Etappe des Giro d`Italia 2006 diesen Pass, aber dazu später mehr.
Der Höhenmesser in der Pulsuhr muß zum Start auf dem Furkelpass auf 1789 Meter programmiert werden, Frank sattelt sein MTB.
Eine knackige Abfahrt bei 16% Gefälle läßt die Schinderei beim Rückweg und somit Aufstieg beizeiten erahnen. Fast die ganze Straße wurde vor dem Giro frisch geteert und ist in einem ausgezeichneten Zustand. Meine Wetterjacke flattert bei der hohen Geschwindigkeit. Einzeln Hütten säumen die Straße. Nach circa 5 Kilometern fahre ich an einem Kreisverkehr die 1. Ausfahrt (scharf rechts). Wenig später erreiche ich den kleinen Ort Enneberg Pfarre (Pieve di Marebbe) mein Tachometer zeigt 6,5 Kilometer an, der Höhenmesser steht auf 1301m. Ich mache ein paar Fotos, kehre um und beginne den Aufstieg.
Nach wenigen hundert Metern bekomme ich schon die 16% zu spüren, aber bei einem runden Tritt rollt das Rad gut. Kehre für Kehre und etliche Höhenmeter werden schnell gefressen. Aber der Anstieg ist gnaden-los und zäh, er fordert nicht nur viel Kraft sondern auch eine gehörige Portion Willen. Ich schwitze unaufhörlich. Der Inhalt meiner Trinkflasche wird schnell weniger, das Wasser schmeckt köstlich. Nichts desto trotz, ich beiße und kämpfe mich Höhenmeter für Höhenmeter in Richtung Pass. Vorbei an der Seilbahnstation zum Kronplatz (Plan de Corones) und an einem Stau ist die Passhöhe Furkelpass / Passo Furcia (1789m) schnell erreicht. Schnell das obligatorische „Passfoto“ gemacht.
Am Tag zuvor wollte ich früh den gesamten Anstieg über Furkelpass zum Ziel des Giro auf den Kronplatz fahren, doch die Straße war auf den letzten 5 Kilometern gesperrt.

Der Start zur 17. Etappe des Giro d`Italia 2006 erfolgte am 25. Mai 2006 in Termeno-Tramin verspätet, die Fahrer hatten wegen der Wetterbedingungen auf dem Würzjoch (Passo delle Erbe 2004m) und dem Kronplatz (Plan de Corones 2273m) - Kälte, Neuschnee - und infolge des Naturweges zum Kronplatzes gestreikt. Am Kronplatz wurden etwa 500.000 Euro eingesetzt um die Etappenankunft durchführen zu können. Ich bin mit der Seilbahn 9.00 Uhr auf den Kronplatz hoch gefahren, mieses Wetter, Kälte und Schneefall. Bei der Auffahrt erhalte ich ein neues Kopftuch vom Giro 2006. Wollte man das wirklich den Pedaleuren zumuten. Ich besichtigte die letzten 2,5km der Strecke. Asphalt durfte aus Gründen des Naturschutzes nicht aufgebracht werden, etwa am letzten Kilometer war der Naturboden mit Zement vermischt wurden um dort annähernd faire Bedingungen zu schaffen. War`s das wirklich? Nasser Schnee liegt stellenweise auf der Straße (Weg), zwischen 09.00 und 16.00 Uhr fallen fast 10 cm Neuschnee. Die Kehren waren großartigen Rennfahrern gewidmet, an der letzten Kehre an einer Rampe von 26% stand ein großes Schild von Marco Pantani dem legendären Kämpfer der im Februar 2004 verstarb. Mich verbindet mit dem Piraten mein Kopftuch. An der steilsten Stelle sichere ich mir auch einen Stehplatz, für 17.00 Uhr ist die Zielankunft geplant. Doch plötzlich verlassen viele Zuschauer den Anstieg, es sickert nur langsam durch das die Zielankunft auf dem Kronplatz abgesagt und dafür 5 Kilometer weiter unten auf dem Furkelpass stattfindet. Es ist mittlerweile schon 16.05 Uhr, wie weiter, Seilbahn oder Schusters Rappen. In voller Montur laufe ich die Strecke runter und komme nur wenige Minuten vor dem Tourtross des Giro an. Tausende stehen an den Banden, ich ergattere auch noch eine gute Position. Der Gesamtführende Ivan Basso kommt mit einem weiteren Pedaleur den knackigen Anstieg zum Furkelpass hoch gestrampelt, die Stimmung kocht. Auseinandergerissen kommen immer mehr Rennfahrer den Pass hoch. Ihre Gesichter sind von den Strapazen dieser harten Etappe gezeichnet. Ich bin begeistert. Später erfahre ich das die Strecke auch am Würzjoch vorbeigeführt wurde. Eine faire Lösung zwischen Organisatoren und Rennfahrern, schließlich sind noch einige Etappen zu bewältigen.

Als Kartenmaterial wird Autoatlas Italien 1:225.000, Touring Club Italiano ISBN 88-365-2240-8 empfohlen.
Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.
Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Gebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour