Col de Gratteloup (225m) - Ste.Maxime (20m) - Col de Gratteloup (225m) -
Plan de-la-Tour (84m) - Col de Vignon (352m)

Strecke: Asphalt, Rennrad möglich
Länge: 37,4 km
Aufstieg gesamt: 609 m
Abstieg gesamt: 482 m
HF-Durchschnitt: 133 S/min
Maximalpuls: 158 S/min
Temperatur: 34 Grad im Schatten
Zeit: 1:47:10 Stunden

Um wieder einmal etwas für die Oberschenkel zu machen setzte ich mit dem Auto an der Cote d`Azur einige Kilometer um.
Diesmal sollte es mit dem MTB auf zwei Pässe in der Gegend um das bekannte Ste.Maxime, dem Nachbarort von St-Tropez, gehen.
Da wir uns nicht in Ste.Maxime auskannten wählten wir als Startort einen Pass.
Auf dem Col de Gratteloup muß der Höhenmesser in der Pulsuhr auf 225 programmiert werden.
Der Start ist auf dem Col de Gratteloup (225m), am Schild der Passhöhe, erfolgt. Schnell wird vom Pass herunter gerollt. Der Fahrtwind kühlt hervorragend ab und läßt einen die große Nachmittagshitze nicht so spüren. Nach 3,5 Kilometern stehen auf der linken Seite Ziegen mit Spitzbärten und meckern mich an. 500 Meter später ist links eine Straußenfarm, die großen Vögel stolzieren dahin. Bereits nach 7,5 Kilometern habe ich Ste.Maxime (20m) erreicht. Nach einigen Kreisverkehren mache ich infolge des wieder sehr hohen Verkehrsaufkommens ein Wendemanöver. Hinter diesem Kreisel kann ich erst einmal auf sicheren Radwegen fahren. Hinter dem Schwimmbad, an der Ortsgrenze ist ein geteilter Seitenstreifen für Radfahrer. Wenig später bin ich wieder den sehr aggressiven Autofahrern am Rande der Fahrbahn ausgesetzt. Unbeirrt kurble ich, der runde Tritt zahlt sich wieder aus und ich mache schnell Höhenmeter. Von einer Brücke die über die Straße am Pass führt feuern mich Kerstin und Eric tüchtig an. Minuten später sagte Kerstin zu mir: Eric war der Meinung als er den Pedaleur hoch kurbeln sah, das ist nicht Vati. Er wollte es gar nicht glauben wie gut es bei mir rollte. Der Col de Gratteloup (225m, KM 14,8) wird nach 39:47 Minuten passiert. Hinter der Passhöhe, an dem kleinen Parkplatz, muß nun rechts von der Hauptstraße abgebogen werden. Nach circa 300 Metern an der Kreuzung wieder nach rechts abbiegen und über die Brücke fahren. Wir befinden uns jetzt auf der Departementstraße 44 (D44). Die nächsten Kilometer rollt das Rad fast von alleine. Rechts felsige Landschaft und nach links ein sich weit öffnendes Tal. Ab und zu konzentriere ich mich auch mal wieder auf die Straße. Die Siedlung Vallaury (157m) wird passiert. Schnell ist der Ort Plan-de-la-Tour erreicht. Der Pedaleur ist schneller als das Begleitauto, wie schon so oft in Frankreich treffen wir auch hier auf eine schlechte Beschilderung und verfahren uns prompt. Wir büßen immer mehr Höhenmeter ein. Nach etwa 3 bis 4 Kilometern wird gedreht, wir rollen somit etwa 6 bis 8 Kilometer zu viel und müssen erst einmal wieder rauf. Zurück in den Ort Plan-de-la-Tour finden wir dann mitten im Dorf einen unscheinbaren Abzweig mit einem kleinen Wegweiser. Wir biegen nach links ab. Für alle die gleich richtig fahren wollen, wer vom Pass Gratteloup kommt muß nach einigen hundert Metern in diesem Dorf an einem Rondell auf dem ein uriger Baum und Bänke stehen scharf nach rechts abbiegen. Es wird auf der D74 getreten. Rechts und links der Straße stehen Rebstöcke. Die Schinderei hat schon längst wieder begonnen, Höhenmeter werden geschrubbt. Ein runder Tritt fällt jetzt schwer, denn der Asphalt ist mächtig rauh, das Rad rollt überhaupt nicht mehr. Auch hier ist eine atemberaubende Landschaft. Die Sonne prasselt unentwegt. Plötzlich, hinter einer Kehre, als ich wieder einmal nach vorn schaue werde ich geknipst. Und da habe ich ihn auch schon erreicht, den Col de Vignon (352m). Schweißgebadet steige ich vom Rad. Unter freiem Himmel entledige ich mich all meiner Sachen, es sind ja nur das Kopftuch, die Handschuhe und die Radhose, dusche erst einmal unter Wasserflaschen und fühle mich wie neu geboren.
Das Rad wird eingeladen und es geht in den Ort Cogolin, hier soll der Radladen von Bruno sein. Wir werden freundlich bedient, mit Händen und Füßen werden wir uns einig. Eric sein Rennrad wird repariert. Auch Reserveschläuche für das MTB gibt es hier. Hatte ich doch bisher im Franzosenland dreimal einen Plattfuß, so waren meine Reserven erschöpft. An alle der Hinweis, packt euch vor eurer Tour genug davon ein. 26-er Schläuche waren in allen bisherigen Geschäften ausverkauft.
Wie so oft kommt bei uns die Erholung und Kultur nicht zu kurz. Wir hatten eine Ortsbegehung in dem Städtchen St-Tropez ins Visier genommen. Am Hafen geparkt fanden wir auch gleich das legendäre Polizeirevier, die Gendarmerie Nationale. Die Wirkungsstätte, also Diensträume und Wohnungen der blödelnden Polizisten um „Grischo“. Louis de Funes und seine Kumpane sicherten von hier aus nicht den Ort, sondern machten ihn auf ihre Weise unsicher und auch in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bekannt. Ich klopfe an die Tür, aber keiner öffnet. Vor dem Gebäude der Gendarmerie Nationale lasse ich mich ablichten und verweile noch einige Zeit auf dem Platz davor. Durch die engen Straßen und verwinkelten Gassen strömen Tausende von Touristen. Auf dem Markt versuchen die Händler alles an den Mann zu bringen. Ich erstehe ein neues T-Shirt mit dem Bildnis eines Revolutionärs. Es ist kein geringerer als einer von den elf Überlebenden des Kampfes gegen Batistas Truppen am 11. Dezember 1956.
Che Guevara der Mitkämpfer des heutigen kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro, dem Regenten des Sozialismus vor den Toren der USA. Aber wir schlendern weiter durch St-Tropez und bestaunen die kleinen reichen Äffchen auf ihren Hochseejachten. Irgendwann werden unsere Füße schwer und es zieht uns zum Auto. Ein langer aber Erlebnisreicher Tag geht zur Neige.
Als Kartenmaterial werden die IGN Karten TOP 25, im Maßstab 1:25.000 empfohlen. Aber auch mit einem Autoatlas von Michelin, Frankreich, im Maßstab 1:200.000 läßt es sich gut arbeiten.
Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.
Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, zu unserer Zeit herrschte eine sehr starke Hitze und eine damit außergewöhnlich hohe Brandgefahr in den Wäldern. Tageweise waren diese sogar gesperrt. Unterstützt die Rancher, Forstmitarbeiter, Feuerwehrleute, Polizisten und all die fleißigen Helfer. Parkt euer Begleitauto nicht über trockenem Gras. Richtet euch bitte nach den Festlegungen, die Natur wird es euch danken.

Viel Spaß bei eurer Tour