Davos (1560m) – Filisur (1080m) – Bergün (1367m) – Sertigpass (2739m) - Sertig Dörfli (1861m) – Clavadel (1664m) – Davos (1560m)

Auf den Spuren des SwissAlpine Postmarathon über 72 km


Davos (Stadion 1560m) – Frauenkirch (1505m) –Spina (1598m) – Monstein (1626m) –Station Monstein (1346m) – Zügenschlucht – Station Wiesen (1197m) – Eisenbahnviadukt – Filisur (1080m) – Bergün/ Bravougn (1367m) – Chants (1822m) – Sertigpass (2739m) – Sertig Dörfli (1861m) – Clavadel (1664m) - Davos (Stadion 1560m)

Länge:                          66 km (72km)

Aufstieg gesamt:           2300 m

Abstieg gesamt:            2300 m

Diese Streckenbeschreibung bezieht sich auf die „Urstrecke“ des SwissAlpine Postmarathon wie er bis 1997 als Wettkampf gelaufen werden konnte.

Im schweizerischen Kanton Graubünden, in der Landschaft Davos, findet jährlich eines der großen volkssportlichen Ereignisse für Läufer und Wanderer statt. Aber auch außerhalb dieser Veranstaltung kann man sich selbst einige Erlebnisse schaffen.

Der erste Teil der Laufstrecke, also von Davos bis Filisur, ist mit Hinweisschildern für den SwissAlpine Marathon das ganze Jahr sehr gut ausgeschildert.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon gelaufen. Allerdings erlebte ich die ersten 30 Kilometer eher zum einlaufen da ich die komplette Distanz über 72 km unterwegs war. Dieser Streckenabschnitt wird als Landwasserlauf bezeichnet, seit 1998 trägt er auch den Namen K30. Für nicht so konditionell gute Läufer ist er allemal zu schaffen, als Knackpunkt gibt es nur den Anstieg nach Monstein.

Gestartet wird in Davos im Stadion, der Höhenmesser in der Pulsuhr muß auf 1560 Meter programmiert werden. Dann wird durch den Ort vorbei am Teich neben der Seilbahnstation gelaufen, auf der oberen Prachtstraße dieses Nobelortes trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Eine langgezogene Gefällepassage gestaltet die Sache etwas leichter, Frauenkirch (1505m) ist erreicht. Hinauf nach Spina werden Höhenmeter gefressen, der Anstieg ist schon gewaltig. Viele der Läufer gehen bereits. Spina (1598m) und wenig später Monstein (1626m) sind erreicht und passiert. Auf Waldwegen mit großem Gefälle wird nun hinunter zur Station Monstein (1346m) der Rhätischen Bahn (RhB) gelaufen. Konzentration ist notwendig um nicht den Waldboden zu küssen. Meine Betreuer Kerstin und Eric treffe ich hier, ich grinse wohl übers ganze Gesicht. Hundert bis zweihundert Meter auf dem Asphalt und dann vor dem Straßentunnel nach links auf Splitt weiter. Ehe man sich versieht ist man mitten in

der Zügenschlucht. Ein gigantisches Panorama in der Schlucht. Mehrfach wird es dunkel, der Grund, es wird durch unbeleuchtete Tunnel gelaufen. Ungewohnt aber mal was anderes. Am Ende der Schlucht gilt es einige Treppenstufen hinunter zu laufen um eine Betonbrücke passieren zu können. Auf verwurzelten Waldwegen geht es nun einige Höhenmeter rauf und runter. Im Gefälle zur Station Wiesen (1197m) der Rhätischen Bahn (RhB) ist große Vorsicht geboten. Die Strecke führt über den Bahnübergang. Vor mir geht die Schranke runter, aber einer der vielen fleissigen Helfer winkt mich vor dem herannahendem Zug noch über die Gleise. Parallel zum Schienenstrang führt die Laufstrecke nun über das weltbekannte Wiesner Eisenbahnviadukt. Zug und Läufer teilen sich die Brücke. Auf dem 89 Meter hohen Viadukt wir die Landwasserschlucht überquert. Zuschauer im gleichzeitig über das Viadukt fahrenden Zuges feuern die Läuferschar kräftig an. Auch ich wage einige Blicke in die Schlucht, herrlich. Infolge des Dauerregens ist hinter der Brücke sehr viel Schlamm, auch ich tapse in ein Loch und habe nun nicht nur glitschnasse, sondern auch schlammige Schuhe. Auf den ungeebneten Waldwegen läuft es sich wieder ausgezeichnet. Da es durch abfallendes Gelände geht laufen die Beine wie fast von alleine. Der Ort Filisur ist in sichtweite. Ehe man sich versieht hat man die Bahnstation in Filisur (1080m) erreicht und ist im Ziel. Kurz etwas an der Tränke genommen, hat man schnell diesen kleinen Ort verlassen. Die Strecke führt wieder durch einen Wald auf matschigen Naturwegen mit Wurzeln und allerhand Löchern. Konzentration ist gefragt. Laut Streckenprofil geht es nun 20 Kilometer durchweg bergauf bis zum Sertigpass (2739m). Vor dem Ortseingang von Bergün / Bravougn (1367m) stehen mehrere Hubschrauber zur Rettung hilfebedürftiger bei diesem „Läufchen“. In dem Ort sind Tausende von Einwohnern und Gästen auf den Beinen. Irgendwann erspähe ich wieder meine Leutchen, Kerstin und Eric. Wie besprochen tausche ich die glitschnasse Wettkampfbekleidung gegen trockene. Im nu bin ich wieder im Schritt und laufe zügig weiter.

13,1 Kilometer, von Bergün / Bravougn (1367m) bis auf dem Sertigpass (2739m), muß berghoch gelaufen werden. Ab Bergün sofort in Richtung Chants laufen. In der Siedlung Chants (1822m) muß sich unbedingt links gehalten werden. Achtung, die Ausschilderung der Wegweiser des SwissAlpine Marathon bezieht sich auf die neue Strecke über den Scalettapass !!! Der harte Aufstieg zum Sertigpass (2739m) beginnt. Am Bergsee mit dem Namen Lai da Ravais-ch-Suot sind schon 2505 Höhenmeter erreicht. Auch Ende Juli muß hier noch mit mehreren Schneefeldern gerechnet werden. Südlich des Sees befindet sich der Piz Murtelet mit 3018m. Es wird zwischen den beiden Seen durchgelaufen. Steil steigt nun das Gelände bis zum Sertigpass (2739m) an. Die meisten Läufer müssen nun gehen. Der höchste Punkt der Strecke, der Sertigpass (2739m), ist erreicht. Ein wichtiger Kontroll-und Verpflegungspunkt, der Rennarzt befragt jeden. Antworten ist Pflicht. Die wärmenden Getränke auf dem Pass wirken Wunder und wie gut Banane schmecken kann müßt ihr selbst erfahren. Es empfiehlt sich in einer Gürteltasche einen Foliesack oder eine dünne Wetterjacke mitzunehmen. Das laufen bergabwärts gestaltet sich nicht ungefährlich, Schneefelder und Geröll machen diese Aktion nicht ganz einfach. Aber wer es bis auf den Pass geschafft hat bewältigt auch das, es muß sich bis Sertig Dörfli (1861m) höllisch konzentriert werden. Rechtzeitig sollte kürzer getreten werden. Wer denkt es geht nun bis Davos durchweg bergab, der hat sich getäuscht. In Sertig Dörfli rechts den Wanderweg in Richtung Waldkante hoch laufen. Kleine Huckel machen es fast jedem Läufer wieder schwer. Auch ich habe große Probleme, einer meiner Hacken ist aufgescheuert und blutet, „luftbereift“ bin ich auch. Aber wenn dann Clavadel (1664m) erreicht ist, läuft es leichter. Entlang am Landwasser wird nun in den Nobelort Davos gelaufen. Wer das Stadion in Davos (1560m) erreicht hat nicht nur eine große Schinderei hinter sich, sondern hat hundertprozentig ein unvergessliches Erlebnis. Er hat einen Teil des ehemals höchsten Ultralanglaufes der Welt absolviert. Hut ab. Ein großes Dankeschön gebührt auch den unzähligen fleissigen Helfern und freundlichen Zuschauern die wirklich jeden anfeuerten. Ich habe es geschafft, bin glücklich aber geschafft im Ziel. Als Lohn erhalte ich wie alle anderen Läuferinnen und Läufer einen Bergkristall auf einem Holzsockel.

Ich selbst bin 1997 diese Strecke durch das hochalpine Gelände des damaligen SwissAlpine Postamarathon  (Davos 1560m – Monstein 1626m – Filisur 1080m – Bergün 1367m – Sertigpass 2739m – Davos 1560m) über 66 km gelaufen. Nachmessungen des Veranstalters ergaben jedoch ein Jahr später das die Strecke sogar 72 Kilometer lang war. Seit 1998 führt die Strecke des SwissAlpine Marathon ab Bergün / Bravougn (1367m) geändert über die Keschhütte (2632m), den Scalettapass (2606m) weiter zum Dürrboden (2006m) und von da nach Davos (1560m). Sie wird als K78 bezeichnet. Es besteht auch die Möglichkeit nur in den einzelnen Passagen den Wettkampf in einer getrennten Wertung zu laufen. Der erste Streckenabschnitt von Davon (1560m) nach Filisur (1080m) der ehemalige Landwasserlauf wird als K30 bezeichnet. Von Bergün / Bravougn (1367m) wird diese Strecke auch als K42 bezeichnet. Auch hier war ich gemeinsam mit Eric in den Jahren 1998, 1999 und 2000 unterwegs. Die Rolle des Wasserträgers hat sich verändert.

In dieser Davoser Sportwoche kann noch bei allerhand anderen Läufchen gestartet werden. Davoser Nachtlauf (Samstag), Seelauf (Dienstag), Bergsprint (Freitag) und als Höhepunkt der SwissAlpin Marathon. Die Sportwoche wird durch Vorträge, besondere Filme im Kino und eine Marathonmesse abgerundet.

Wer noch andere Unternehmungen in dieser herrlichen Gegend tätigen möchte benötigt sehr viel Zeit. Laufstrecken gibt es genügend. Wer von A nach B läuft kann gut mit der Eisenbahn zum Ausgangspunkt fahren. Mit dem Rennrad, MTB oder Skirollern hat man die Qual der Wahl. Viele Pässe und herausfordernde Anstiege verlangen ganz einfach bezwungen zu werden. Mit dem Rad auf den Albulapass (2312m) ist schon eine Herausforderung. Die Wege sind alle ausgezeichnet mit Wanderwegweisern ausgeschildert, auch ohne Karte kommt man gut zum Ziel.

Freunde der Eisenbahn kommen hundertprozentig auf ihre Kosten. In Bergün am Bahnhof steht eine G 6/6`, also ein Krokodil der Rätischen Bahn (RhB). Das Schienennetz der Rhätischen Bahn (RhB) ist das größte europäische Schmalspurnetz (Meterspurnetz). Ob rollendes Material oder Bauwerke, ich wurde mächtig verzaubert. Egal ob Wanderung oder Fahrt mit einem der roten Züge, es wird keiner enttäuscht. Zu nennen ist auch der Eisenbahnlehrpfad von Bergün nach Preda. Schautafeln entlang der Albulalinie bieten viel Abwechslung. Mehrmals unterquert man bei dieser Wanderung die Eisenbahnstrecke und bekommt Orientierungsschwierigkeiten. Von Preda zurück zum Ausgangspunkt empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Zug durch die Kehrtunnel. Im Winter ist die Straße auf den Albulapass (2312m) gesperrt. Auf der Straße führt von Preda (1789m) bis Bergün / Bravougn (1367m) eine sechs Kilometer lange Rodelbahn, sicherlich eine tolle Sache. Jedoch hat die Fahrt mit dem Pendelzug ihren Preis. 

Freunde des Gerstensaftes können in Monstein ihr eigenes Bier brauen.

Auch in den Hütten kann der Hüttenstempel in den Wanderpass für das Wanderabzeichen dieser Region gedrückt werden. Stocknägel gibt es für die Sammler ebenfalls.

Als Wanderkarte ist für diese Tour zu empfehlen „Davos-Wanderland“ Sommerkarte im

M 1:50.000, aus dem OF Orell Füssli Verlag.

Eisenbahnfans sei das Buch, Rhätische Bahn – Eisenbahnerlebnis in Graubünden von Bernhard Studer mit der ISBN 3-905404-23-0, wärmstens empfohlen. Ein ausgezeichnetes Werk zur Planung der Touren und der Erläuterung des Eisenbahnerlebnisses in und um Graubünden.

Um Kindern die Pflanzen-und Tierwelt zu erklären und etwas Abwechslung in die Tour zu bringen gibt es kleine Taschenbücher aus dem Kompass Verlag.

Die Blumen-und Tierwelt inmitten einer mir scheinbar heilen Natur ist sehr erholsam.

Wir fanden eine saubere Natur vor, tragt bitte auch ihr euren Anteil dazu bei.

Achtung, im Hochgebirge schlägt das Wetter schnell um.

Viel Spaß bei eurer Tour